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Ariunchimeg Khasbagana, Herausbildung
einer pluralistischen Presse in der Mongolei seit 1989: Chancen und Risiken für die
Entwicklung einer demokratischen Medienlandschaft; eine Befragung von Journalisten und
verantwortlichen Redakteuren in der Haupstadtpublizistik. Europäische Hochschulschriften,
Reihe 31, Politikwissenschaft, Bd.369, Peter Lang Verlag Frankfurt 1998, 253 Seiten, ISBN 3-631-33850-3 Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine der zwei zeitungswissenschaftlichen Dissertationen junger mongolischer Auslandsstudenten, die 1998 an der Universität Leipzig vorgelegt wurden - den ersten Untersuchungen dieser Art zur Situation der mongolischen Medien überhaupt. Die Arbeit von Frau Ariuntschimeg gibt zunächst einen Überblick über die Rolle und die Entwicklung der mongolischen Presse seit der Unabhängigkeit des Landes 1921; sie beschreibt die politischen Rahmenbedingungen für die Massenmedien in den verschiedenen historischen Phasen der letzten 75 Jahre und konzentriert sich schließlich auf die Situation der Medien seit 1990 und ihren Anteil am Umbruch in der Mongolei, der auch sie vor völlig neue rechtliche und wirtschaftliche Bedingungen stellte - und der Mongolei eine nie dagewesene Medienvielfalt bescherte. Ariuntschimeg unterzieht die einzelnen Formen, angefangen von Regierungs-, Amts- und Parteiblättern über Regional- und Lokalzeitungen sowie die wild ins Kraut schießende mongolische Boulevardpresse einer eingehenden Analyse; sie bewertet ihre jeweilige wirtschaftliche Überlebensfähigkeit und misst ihre Seriosität an den neuen Maßstäben einer freiheitlichen Presse. In diesem Zusammenhang ist das Kapitel über die Aus- und Fortbildung von Journalisten in der Mongolei von einiger Wichtigkeit. Interessant auch ihr Kapitel über die Organisation der Redaktionsarbeit und die Problematik der inneren Pressefreiheit, deren Unkenntnis so manchen mongolischen Journalisten bereits wegen unseriöser Berichterstattung vor Gericht gebracht hat. In jeweiligen Exkursen geht die Autorin auch auf die Strukturentwicklung von Rundfunk und Fernsehen sowie der mongolischen Nachrichtenagenturen ein. Chancen und Risiken für die Entwicklung einer demokratisch verfassten Medienlandschaft in der Mongolei fasst Ariuntschimeg in einem kleinen Schlusskapitel zusammen, das die elementare Abhängigkeit der - mittlerweile weitgehend privatisierten - Medien von einer positiven gesamtwirtschaftlichen Entwicklung der Mongolei deutlich macht. (Doris Götting)
Heute, da Reisen nur noch eine Frage von Zeit und Geld ist und wo einem das Fotografieren auch immer leichter gemacht wird, graut dem Daheimgebliebenen oft schon vor dem mitgebrachten "Bilderschatz" der Reisenden, mit denen diese sie unweigerlich tyrannisieren werden. Hinzu kommen die illustrierte Presse und das Fernsehen, die nahezu keinen Wunsch offenlassen, wenn man sich die Zeit zur Betrachtung nimmt. Zu Beginn unseres Jahrhunderts und davor war das anders. Nur wenige Wagemutige, Neugierige und von ihren Reiseplänen Besessene zogen hinaus und lichteten unsere Welt und ihre Menschen mit "unbehülflichen Cameras" und bei einem umständlichen Entwicklungsverfahren ab. Das Ergebnis dieser frühen Fotografien aus damals fast unbekannten Gegenden wird uns heute, kommentiert in deutscher Sprache, in dem vorliegenden Buch zugänglich gemacht. Als die Royal Geographic Society (R.G.S.) in London 1830 ihr königliches Gründungspatent erhielt, wurde ihre Aufgabe eindeutig umrissen, nämlich "jenen wichtigen und doch so unterhaltsamen Zweig des Wissens zu fördern - die Geographie". Und so wurde sie schnell zu einem Sammelbecken für all jene, die es hinaustrieb in alle Winde, die zurückkamen mit Berichten, Artefakten und - Fotografien. Reisende wie Sir John Franklin (Nordwest-Passage), Captain Robert Fitzroy (Anden), Isabella Bird (Ostasien), Dr.David Livingstone (Zentralafrika), Ernest Shackleton (Antarktis) und Sir Edmund Hillary (Himalaya) zusammen mit denen, die Zentral- und Australasien zum Ziel ihrer Forschungen wählten, haben der R.G.S. einen Schatz an frühen oder außergewöhnlichen Bildern zur Verfügung gestellt. Das meerferne Asien, die Gobi und die Mongolei, sind mit einer Reihe von Bildern vertreten, die Douglas Carruthers 1910/11 mitbrachte. Baktrische Kamele in der Dünenlandschaft der Gobi, die Reitweise, ein einfaches Porträt mit Kopfputz ... In jüngerer Zeit trug Paul Harris (1990) Bilder vom Jurtenbau, von Reiterfesten und von der Adlerjagd bei, dazu eine typische Landschaft des Changai-Gebirges und einen Eindruck des Klosters Gandan. Interessant ist ein Foto des Tsagaan-Nur-Tals von 1924, aufgenommen während der Mongolei-Expedition des American Museum of Natural History, wo bereits damals eine große Zahl versteinerter Dinosaurierknochen gefunden wurde. Die Sammlung alter und dadurch unwiederbringlicher oder einmalige Situationen wiedergebender Fotos macht das schwere, großformatige Buch zu einer Kostbarkeit, zumal auch die Betextung behutsam und selbstkritisch erfolgt. Ein empfehlenswertes Geschenk! (Wolf Donner)
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