N e w
s l e t t e r
-
Nr.3/2005 |
||||||||||||||||||||||||||||||
|
Mongolische Chronik Juli – September 2005 Consten-Ausstellung in Köln beendet. Nach zehnwöchiger Dauer ging am 28. August die Ausstellung "Bilder aus der Ferne – Historische Fotografien des Mongoleiforschers Hermann Consten" im Forum für Fotografie Köln zuende. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, auch wenn es nicht am Zuspruch zur Dschingis-Khan-Ausstellung in Bonn gemessen werden kann. Es gab ein überwiegend positives Echo und sogar Besucher, die meinten, unsere Ausstellung sei viel interessanter als die große Bonner Schau. Die Eröffnung am 17. Juni mit ca. 150-200 Gästen war gut besucht. Einem vergleichsweise ruhigen Auftakt im Juni folgten im Laufe der Monate Juli und August steigende Besucherzahlen. Viele Ausstellungsbesucher hatten die Hinweise auf unsere Ausstellung im Internet gesehen oder sie in der Zeitung gelesen. Die Besucher kamen nicht nur aus dem Köln-Bonner Raum, sondern auch aus anderen Orten in der Bundesrepublik sowie aus Amsterdam, Paris und Huhhot. Nicht wenige waren wegen der Dschingis-Khan-Ausstellung in Bonn angereist und durch dortige Hinweise (z.B. ausgelegte Flyer und unser Begleitbuch in der Bonner Museumsbuchhandlung sowie durch einen Hinweis im Programmheft und einen Link auf der Website der Bundeskunsthalle) auf unsere Ausstellung aufmerksam geworden. Auch eine Gruppe von 15 Mongolistik-Studenten der Berliner Humboldt-Universität unter Leitung von Frau Dr. Uta Schöne und die Mitarbeiter des Frankfurter Büros unseres Präsidenten Dirk Pfeil fanden den Weg nach Köln für Sonderführungen durch die Consten-Ausstellung. Insgesamt zählten wir ca. 720 Besucher. Die Reaktionen waren überwiegend positiv. Hier einige Zitate aus dem Gästebuch des Forums für Fotografie Köln:
D.Götting
Das Buch zur Ausstellung: Bönen 2005, 142 Seiten, mit vielen Abbildungen und einer von Consten bearbeiteten Mongoleikarte. ISBN 3-937390-61-8, Preis: € 23,-- Zu beziehen über unsere Geschäftsstelle. Consten-Projekt der FH Münster. In diesem Wintersemester bietet die Fachhochschule für Design in Münster einen Hauptstudiengang Dokumentarfilm an. Angeregt durch unser Ausstellungsprojekt sollen die Seminarteilnehmer am Beispiel der Biografie Hermann Constens eine Video- bzw. Film-Dokumentation mit allen Möglichkeiten der Mediengestaltung selbständig erarbeiten. Leiter des Projekts ist der Dozent und Designer Dirk Nolte, der das Begleitbuch zur Consten-Ausstellung gestaltet hat. Sollte das Ergebnis des Projekts reizvoll sein, würde uns ein Video bzw. DVD für das Rahmenprogramm unserer Wanderausstellung "Bilder aus der Ferne" zur Verfügung gestellt. (D.G.) Vogelsterben in einigen Gebieten der Mongolei. Die in Asien grassierende Vogelgrippe hat sich in diesem Sommer weiter ausgebreitet und erstmals auch die Mongolei erreicht. Beinahe 80 Zugvögel seien in dem zentralasiatischen Land inzwischen an der Krankheit verendet, teilte die UNO-Welternährungsorganisation (FAO) am 10.August mit. Nach Angaben der mongolischen Behörden wurden die toten Schwäne und Gänse Anfang August an einem See in der Provinz Khuvsgul nahe der Grenze zu Sibirien gefunden. Mit welchem Virusstrang sie sich genau infiziert hätten, sei noch unklar. Kurz darauf wurde bestätigt, dass es sich um den gefährlichen Vogelgrippe-Virus H5N2 handelte. Wenige Wochen später waren im Khentii und im Darkhan-Uul-Aimag sowie im Khuvsgul-Aimag bereits mehrere hundert Enten, Schwäne, Gänse, Möven, Kraniche und Wildvögel verendet aufgefunden worden. Landesweit zählte man bis Ende August allein über 230 tote Wildvögel. Das Gebiet rund um den Erkhel-See wurde unter Quarantäne gestellt. Die mongolischen Behörden waren vor allem darauf bedacht, ein Übergreifen der Seuche auf Hausgeflügel und Menschen zu verhindern. Der Betrieb in den Touristenbasen verlief zunächst normal, die Behörden warnten zu Herbstbeginn aber vor Reisen an die Seen Duut und Ganga im Dariganga-Sum, Sukhbaatar-Aimag, da sich hier traditionsgemäß ab Mitte Oktober zahlreiche Schwäne auf ihrem Weiterflug in die Winterquartiere versammeln. Zur Vorbeugung eines Übergreifens der Seuche auf das Hausgeflügel führt die Dienstaufsichtsbehörde regelmäßig Kontrollen in Geflügelfarmen durch.(Quellen: Neue Zürcher Zeitung 11.8.2005; MongoleiOnline 15.-21.8.05; 3.- 12.9.05) Mausoleum auf dem Sukhbaatar-Platz geräumt. In der Nacht vom 23. zum 24. August wurden die sterblichen Überreste D. Sukhbaatars (1893-1923) und Kh. Choibalsans (1895-1952) aus dem Mau-soleum am Sukhbaatarplatz auf den Friedhof „Altan-Ulgii" überführt. Bereits am 14. August hatten die Vorbereitungen für die Überführung begonnen: Angehörige des lamaistischen Klerus und der Staatsführung zelebrierten die feierlichen Ehrenbezeugungen für die beiden Mitinitiatoren der Revolution von 1921, in der Stunde des Hasen (04:40-06:40) geleitete eine Ehrengarde den Zug" nach Altan-Ulgii. Am Morgen des 24. August wurden die sterblichen Überreste der beiden Revolutionsführer nach lamaistischem Ritus verbrannt. Diese Zeremonie wurde vom Direktor der buddhistischen Kunsthochschule beim Gandankloster, dem Künstler und Religionswissenschaftler, G. Purevbat, geleitet. Die Räumung des Mausoleums gestaltete sich aufwändig. Im Mausoleum stand ein drei Meter hohes Marmordenkmal, für die Sarkophage waren seinerzeit 12 Tonnen Marmor verbaut worden. Die sterblichen Hüllen Sukhbaatars und Choibalsans lagen unter einer 50 cm dicken gegossenen Betondecke. Der Abschnitt A von Altan Ulgii soll nach dem Abschluss der Rekonstruktionsmaßnahmen zum Ehrenfriedhof werden. Sukhbaatar und Choibalsan wird dann in Form eines neuen Mausoleums ein ewiges Denkmal gesetzt. An die Stelle des jetzigen Mausoleums wird eine „Chinggis-Khaan-Halle" in Form einer Prachtjurte für Staatsakte und ein Chinggis-Denkmal gebaut.(MongoleiOnline/Aktuelle Meldungen 22.-28.8.05) Befriedigende Mongolisch-Deutsche
Entwicklungszusammenarbeit. Offen und konstruktiv verliefen nach
Aussage des Referatsleiters Ostasien im Ministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Helmut Siedler, die Gespräche mit der
mongolischen Regierung zur Vorbereitung der Regierungskonsultationen über
Entwicklungszusammenarbeit, die im Oktober in Ulan Bator stattfinden sollen.
Siedler, der vom 19. bis 30. August die Mongolei besuchte, bescheinigte dem
Land eine positive Demokratie- und Wirtschaftsentwicklung. Die
Bundesrepublik Deutschland hat diese Be-mühungen bisher mit über 200
Millionen Euro unterstützt, davon 70 Prozent als nichtrückzahlbare
Zuschüsse. Die deutsche Hilfe für den Fortgang der Wirtschaftsreformen in
der Mongolei konzentriert sich auf folgende Schwerpunkte: Stärkung der
Leistungsfähigkeit von kleinen und mittleren Unterneh-men sowie des Banken-
und Finanzsystems; Unterstützung der mongolischen Regierung bei einer
exportorientierten Wirtschafts- und Handelspolitik; Natur- und Umweltschutz.
Studien- und Forschungsstipendien zum Thema "Nachhaltige Holz- und Forstwirtschaft". Mit Beginn September 2005 bietet der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fachlich besonders qualifizierten Graduierten, Doktoranden und Postdoktoranden aus der Mongolei, der VR China, Brasilien und Deutschland die Möglichkeit, in Deutschland oder im Ausland zu studieren und zu forschen. Das bis August 2010 vorgesehene Stipendienprogramm "Studieren und Forschen für Nachhaltigkeit" ist mit rund 3,7 Mio. EURO ausgestattet. Damit sollen Studien- und Forschungsarbeiten zu Themen wie "Nachhaltige Waldwirtschaft, Ökosystemmanagement und Ressourcennutzung", "Integrierte Landnutzung / Agro- Forst-Wertschöpfungskette" und "Produkt- und Systeminnovationen in der Forst- und Holzwirtschaft" unterstützt werden. Kontaktadresse: DAAD, Referat 421, Frau Kasperek. Tel. 0228-882-560; Fax: 0228-882-444; Mail: kasperek@daad.deNeuer Botschafter der Mongolei überreichte Beglaubigungsschreiben. Der neue Botschafter der Mongolei in der Bundesrepublik Deutschland, Dr. Tuvdendorjin Galbaatar, überreichte Bundespräsident Horst Köhler am 26. September in Berlin sein Beglaubigungsschreiben. Der 49-jährige Galbaatar ist von Beruf Physiker und war bisher Vizepräsident der Mongolischen Akademie der Wissenschaften. Einen Teil seines Studiums absolvierte er an der Martin-Luther-Universität in Halle. Zu den Schwerpunkten der vor ihm liegenden Aufgaben zählt Galbaatar, wie er in einem Interview mit Renate Bormann betonte, neben der Pflege und Weiterentwicklung der bilateralen Beziehungen vor allem, die kulturelle Zusammenarbeit zwischen unserem beiden Ländern auf eine breitere Basis zu stellen und im Bereich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mehr deutsche Direktinvestitionen in die Mongolei zu holen. (Quelle: MongoleiOnline/Aktuelle Berichte 1.-7.8.05 / 2.10.05)Wirtschaftstag Mongolei in Berlin. Der diesjährige
Wirtschaftstag Mongolei im Rahmen der Asien-Pazifik-Wochen stand am 28.
September in Berlin unter dem Motto "Rohstoffe, Konsumgüter, Tourismus –
Aufbruch und Chancen in der Mongolei". Wie schon in den Vorjahren so diente
die vom Mongoleiforum des APF, vom Bundeswirtschaftsministerium und der
Berlin Partner GmbH ausgerichtete Veranstaltung auch diesmal vor allem der
Gewinnung deutscher Privatinvestoren. Im Beisein einer mongolischen
Regierungsdelegation unter Leitung von Industrie- und Handelsminister S.
Batbold diskutierten etwa 200 Teilnehmer über Rohstoffe und Bergbau, die
Perspektiven im internationalen Tourismus, Finanzierungsmöglichkeiten von
Mongolei-Projekten und Probleme der Hermes-Kreditbürgschaften. Botschafter
T. Galbaatar schätzte den Verlauf und die Ergebnisse des Wirtschaftstages
als Erfolg ein und brachte seine Hoffnung auf Impulse für die Belebung der
deutsch-mongolischen Wirtschaftsbeziehungen zum Ausdruck. Deutsche Opernbühnentechnik für Ulan Bator. Bühnentechnik und Musikinstrumente warten auf einem Bauhof in Waßmannsdorf bei Berlin auf ihren Transport in die Mongolei. Die bundesweit vom Berliner Förderverein "Freunde der Oper von Ulan Bator" gesammelten Sachspenden wurden Ende September durch den Vorsitzenden des Fördervereins, Michael Bärlein an Botschafter Galbaatar übergeben. Der Bürgermeister von Schönefeld, Dr. Udo Haase, zu dessen Gemeinde Waßmannsdorf gehört und der als promovierter Mongolist dem Förderverein angehört, würdigte zugleich den ersten öffentlichen Auftritt des neuen mongolischen Botschafters in Sachen Kultur. Dank den Aktivitäten der "Opernfreunde" konnte das Opernhaus von Ulan Bator inzwischen renoviert und mehrere Neuinszenierungen ins Repertoire aufgenommen werden. Außerdem konnte ein Ensemble der Österreichischen Staatsoper mit Mozarts "Don Giovanni" in Ulan Bator gastieren. Inzwischen hat sich der Förderverein auch auf die Unterstützung der Ausbildung junger Orchestermusiker und Opernsänger verlegt. Die Aktion soll alle zwei Jahre wiederholt werden. Bühnentechnik und Instrumente, selbst alte und verstimmte Klaviere werden dankbar entgegengenommen. Hilfsangebote können an Bürgermeister Dr. Haase (Tel. 030, 5367200; Mail: u.haase@gemeinde-schoenefeld.de) gerichtet werden.(Quelle: Märkische Allgemeine 1./2.10.05) Veröffentlichungen unserer Mitglieder: Anette Mund (Hrsg.): Die Traditionelle Mongolische Medizin. Veröffentlichung des International Trust for Traditional Medicine. Deutsche Ausgabe. Mannheim 2005. 139 Seiten, ISBN 3-98104
Deutsch-Mongolische
Gesellschaft e.V. Bankverbindung:
Konto Nr. 87700 Copyright ©
1997-2005 Deutsch-Mongolische Gesellschaft e.V. & Frank Voßen |