Mongolische
Chronik |
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Termin der Präsidentschaftswahlen 2005. In der Mongolei stehen in diesem Jahr Präsidentschaftswahlen an. Als Termin wurde vom Großen Staatshural im Februar der 22. Mai festgelegt. Vier der im Parlament vertretenen Parteien haben bis Ende März ihre Kandidaten benannt. Es sind: N. Enkhbayar (MRVP), M. Enkhsaikhan (DP), B. Jargalsaikhan (Mutterlandspartei) und B. Erdenebat (Republikanische Partei).
Zagaan Sar – Das mongolische Neujahr. Am 9. Februar begann in der Mongolei, wie auch in anderen asiatischen Ländern, die nach dem Mondkalender leben, das „Jahr des Huhns". Den Auftakt bildete das traditionsreiche Neujahrsfest Zagaan Sar, das zumindest in der mongolischen Hauptstadt, die inzwischen so etwas wie ein "Konsum-Paradies" geworden ist, einen Ansturm auf die Geschäfte, besonders für Lebensmittel erlebte. Doch nicht alle mongolischen Familien können Zagaan Sar üppig feiern. Zwar werden zum Neujahrsfest im Schnitt zwar zwischen 200.000 und 300.000 Tugrug für Essen, Trinken, Kleidung und Geschenke ausgegeben. Aber nahezu die Hälfte aller mongolischen Haushalte ist so arm, dass sie sich kaum mehr als das tägliche Brot leisten kann. In Klöstern und Tempeln wurde derweil für das Wohl des Landes, vor allem für das Vieh und die Menschen gebetet. Im Vorfeld der Feierlichkeiten zu Zagaan Sar empfing Staatspräsident N. Bagabandi am 4. Februar die Oberlamas von 20 Klöstern aus Ulaanbaatar und Umgebung. Der Präsident ging in seiner Ansprache auf das gedeihliche Zusammenwirken des Staates und der religiösen Institution ein. Er betonte die hohe Wertschätzung des Staates für die Arbeit des buddhistischen Klerus.
Zweistellige Wachstumsrate vermutet. Nach vorläufigen Angaben wuchs die mongolische Wirtschaft im Jahr 2004 um 10,6 Prozent. Zu verdanken sei das vor allem den gestiegenen Exporterlösen bei Bergbauprodukten. In Zukunft komme es darauf an, diese Wachstumsraten zu stabilisieren und neue exportfähige Produkte, auch aus der Viehwirtschaft, auf dem Weltmarkt zu platzieren - so der Abgeordnete B. Batbayar zu den Ergebnissen des abgelaufenen Wirtschaftsjahres. Der Abgeordnete G. Zandanshatar ergänzte, dass angesichts des inoffiziellen Wirtschaftssektors (in- und ausländische Experten schätzen ihn zwischen 16 und 30 %) das reale Wirtschaftswachstum noch höher hätte ausfallen können. (MongoleiOnline)Ministerentlassung und Fraktionswechsel. Die Große Koalition in Ulaanbaatar zeigt Risse. Vor allem im Bündnis der demokratischen Parteien, das auch den Ministerpräsidenten stellt, sind die alten Rivalitäten wieder aufgebrochen, die schon einmal zum Zusammenbruch eines Parteienbündnisses geführt und die Regierungsarbeit über Monate blockiert haben. Damals wie heute spielen sie so der Revolutionären Volkspartei in die Hände, die bis zur Parlamentswahl 2004 über die absolute Mehrheit verfügte. Auf einer außerordentlichen Sitzung beschloss das Kabinett am 28. Januar, die Rücktrittsgesuche der Minister für Verteidigung, B. Erdenebat, und für Dienstaufsicht, I. Erdenebaatar, anzunehmen. 23 Mitglieder der Mutterland-Demokratiekoalition (Partner der MRVP in der Großen Regierungskoalition) und zwei unabhängige Parlamentsabgeordnete haben sich derweil der MRVP-Fraktion im Großen Staatskhural angeschlossen. Betroffen sind alle drei Parteien der Demokratie-Koalition. Prominenteste Überläufer sind R. Gonchigdorj, seit Dezember Vorsitzender der DP und S. Oyun, Vorsitzende der Bürgermut-Demokratischen Partei. Die Rumpffraktion der Demokraten hat beim Obersten Gericht Klage eingereicht. Es sei gesetzwidrig, dass eine Fraktion Mitglieder einer anderen Fraktion aufnähme. In einer Pressekonferenz deutete Gonchigdorj an, sechs bis zehn der „Übergetretenen" hätten einen Eintritt in die MRVP nicht ausgeschlossen. Die Fraktion der MRVP im Großen Staatskhural, die jetzt über 61 Sitze verfügt, hat weder ihr Programm noch ihr Statut geändert. Die neuen Fraktionsmitglieder haben die Dokumente anerkannt.DAAD-Spende für Mongolische Staatsuniversität. Botschafter Dr. Michael Vorwerk und Prof. Michael Walther überreichten am 16. Februar in der Mongolischen Staatsuniversität ein Mikroskop mit eingebauter Digitalkamera und „Lehrerblick". Universitätspräsident Prof. Gantsogt bedankte sich nicht nur beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) für das wertvolle Gerät, mit dem die Pollenanalyse und die Diatomenforschung gefördert werden soll. Insgesamt hätten die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), der DAAD und die Alexander-von-Humboldt-Stiftung (AvH) die höchste mongolische Bildungseinrichtung im vergangenen Jahr mit 100.000 Euro an Sachspenden unterstützt und damit einen großen Beitrag für Ausbildung und Forschung geleistet. Im Anschluss an die feierliche Übergabe, hatten die Gäste, darunter der Minister für Bildung, Kultur und Wissenschaft, P. Zagaan und der GTZ-Büroleiter in Ulaanbaatar, Dr. Thomas Labahn, Gelegenheit, das gut ausgestattete Labor des Forschungszentrums für Mongolische Landschaften der Geografischen Fakultät zu besichtigen. Prof. Dr. Walther, Direktor des Forschungszentrums, berichtete über die seit 2001 von Studenten und Mitarbeitern der Fakultät erbrachten Leistungen bei der Klima- und Umweltforschung. Als besonders wertvoll habe sich dabei die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Geografen, Biologen und Chemikern erwiesen, so Prof. Walther. (MongoleiOnline/Nachrichten 8.-18.2.05)China will Aufforstungsprogramm in der Inneren Mongolei starten. Im Rahmen eines internationalen Kooperationsprogramms sollen in Chinas Norden 3000 Hektar verödete Landflächen aufgeforstet werden. Wie die englischsprachige chinesische Zeitung „China Daily" am 17. Februar unter Berufung auf das chinesische staatliche Forstamt meldete, ist das Aufforstungsprogramm ein Beispiel für die internationale Zusammenarbeit im Forstbereich sowie für den Emissionshandel zwischen entwickelten Ländern und Entwicklungsländern im Rahmen des „Kyoto-Protokolls". So wird Italien in den kommenden fünf Jahren 1,35 Mio. US-Dollar in die Aufforstung von Landflächen im nordchinesischen Autonomen Gebiet der Inneren Mongolei investieren. Die durch die Aufforstung erreichte Reduzierung der Kohlendioxidemission kann sich Italien auf seine Verpflichtungen im Kyoto-Protokoll anrechnen lassen. (Beijing Rundschau 20.2.05)Mongolei-Präsentation auf der ITB. Wie schon in den vergangenen Jahren, so war auch diesmal die Mongolei auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin (11.-15.3.) mit einem eigenen Stand präsent. Wie sehr die Attraktion der Mongolei als Reiseland zugenommen hat, machten Zahlen deutlich, die am 15. März auf einer gut besuchten Pressekonferenz vorgetragen wurden. Danach haben im Jahr 2004 insgesamt 300.000 Touristen die Mongolei besucht, davon 5.600 Deutsche. Nach der Viehwirtschaft und dem Bergbau ist der Tourismus inzwischen zum drittwichtigsten Faktor der mongolischen Wirtschaft avanciert. Die gewachsene Bedeutung des Tourismus spiegelt sich auch darin wider, dass inzwischen ein eigenes Ministerium, das Ministerium für Straßenwesen, Transport und Tourismus, existiert. In der Mongolei gibt es 534 Reiseveranstalter, von denen etliche mit ausländischen Partnern zusammenarbeiten; auch ein GTZ-Projekt ist der Förderung klein- und mittelständischer Tourismusunternehmen und die Erarbeitung verbindlicher Standards für einen naturnahen und umweltschonenden Tourismus gewidmet. Das Jubiläumsjahr 2006 ("Dschingis Khan - 800 Jahre Mongolei") sollte auf dieser Pressekonferenz als ein besonders wichtiges Tourismusjahr propagiert werden. Aus diesem Grund war eine Reihe deutscher und mongolischer Experten aufgeboten worden, die das Land, seine Geschichte und Kultur vorstellten. Sie konnten aber noch wenig Auskunft darüber geben, was nun konkret geplant ist, um den Mongolei-Tourismus im Jahr 2006 weiter anzukurbeln. Immerhin soll es, wie allerdings erst auf Nachfrage mitgeteilt wurde, u.a. ein Friedensmarathon, ein Rentierzüchterfestival, ein Kamelpolo, eine "Ehrerbietungszeremonie der Leibgarde Dschingis Khans", ein Kunstfestival und ähnliches als "vermarktbare Tourismusprodukte" geben. Den anwesenden deutschen wie mongolischen Touristikvertretern und Reisejournalisten lag aber vor allem daran, feste Termine und damit Planungssicherheit zu erhalten. Gewünscht sind ferner zusätzliche Flüge der MIAT, die auf der Strecke Berlin – Ulaanbaatar z.B. im Sommer 2005 für Gruppenreisen bereits ausgebucht ist. Frühzeitige Mitteilung der Flugpläne, auch innerhalb der Mongolei, preiswertere One-Way-Flüge und die Öffnung der Grenze zu Russland am Hovsgol gehörten zu den Wünschen der Reiseveranstalter an das neue Ministerium. (D.G.)Zwei Deutsche brachen zu Pferd in die Mongolei auf. Unter dem Motto "Dschingis Khan kehrt heim" machten sich zwei deutsche Reiter, ein Mann und eine Frau, mit mehreren Pferden und einem Begleitfahrzeug am 13. März von Berlin aus auf den Weg nach Ulaanbaatar, wo sie zum Naadam-Fest 2006 eintreffen und am Pferderennen teilnehmen wollen. Expeditionsleiter ist der "Weltumreiter" Manfred Schulze. Die Gruppe will ohne Winterpause auf der Seidenstraße unterwegs sein. Ziel der Reise ist es, ein Zeichen für religiösen Frieden zu setzen, deshalb fand im Rahmen der ITB in Berlin am 13. März vor dem Messe-Eingang eine Segnung der Pferde durch Vertreter der beiden christlichen Kirchen, der jüdischen und der islamischen, seltsamerweise aber nicht der buddhistischen Gemeinde Berlins statt. Manfred Schulze teilte auf Anfrage allerdings mit, dass er sich darum bemüht habe. Die Gruppe wurde vom Verband der Freizeitreiter Deutschlands und einer mongolischen Delegation in Nationaltracht eskortiert. Der Erlös der Reiter-Expedition soll einem Hilfsprojekt für mongolische Straßenkinder zugute kommen. (D.G.) Weitere Informationen: www.weltumreiter.de Erdöltransit Russland-China über die Mongolei nimmt zu. Der Umfang der Transitbeförderung von Erdöl aus Russland über die Mongolei nach China kann im Jahr 2005 mehr als verdoppelt werden. Dies stellte der stellvertretende Leiter des Amtes für Eisenbahnwesen der Russischen Föderation, Michail Akulov, vor Journalisten mit. Seinen Angaben zufolge sind für 2005 bereits Verträge über den Transport von3,3 Millionen Tonnen Erdöl durch das Unternehmen Eisenbahnen von Ulan Bator unterzeichnet worden. Zur Zeit werde daran gearbeitet, durch Verhandlungen mit Lukoil und Rosneft zusätzliche Transportkapazitäten zu sichern, so Akulov. Es geht um weitere 2,4 Millionen Tonnen Erdöl. Allerdings räumte Akulov ein, dass die Erhöhung des Transportvolumens durch das schlecht entwickelte Rohrleitungssystem in Ostsibirien behindert werde. Die russisch-mongolische Aktiengesellschaft Eisenbahnen von Ulan-Bator wurde 1949 gegründet. Die beiden Seiten besitzen je 50 Prozent am Grundkapital. Beim russischen Aktionär handelt es sich um das Föderationsamt für Eisenbahnwesen. "Die von uns eingeleiteten Maßnahmen haben es gestattet, die geplanten Dividenden der Mitglieder der Aktiengesellschaft Eisenbahnen von Ulan-Bator auf 700.000 US-Dollar pro Teilhaber zu erhöhen. Im Ergebnis des Jahres 2004 wurden je 400.000 US-Dollar an die mongolische und die russische Seite ausgezahlt", erklärte Akulov. (Russland Intern 19.3.05) Mongolisches Interesse an erneuerbaren Energien. Eine Wirtschaftsdelegation aus der Mongolei besuchte auf Einladung des Wirtschaftsministeriums in Wien Österreich, um sich über Möglichkeiten alternativer Energie zu informieren. Am 11. März, besichtigte die Delegation den Windpark Steinberg Prinzendorf. Betrieben wird der Windpark von dem Unternehmen Windkraft Simonsfeld, das im Weinviertel drei Windparks mit insgesamt 18 Windkraftanlagen betreibt. Mit diesen Anlagen produziert die Windkraft Simonsfeld insgesamt über 61 Mio. kWh pro Jahr. Damit kann der Jahresbedarf von insgesamt 16.000 Haushalten abgedeckt werden. Die derzeitige Energieversorgung in der Mongolei erfolgt über Kohlekraftwerke. "Die Auswirkungen des Klimawandels waren für uns in der Mongolei in den letzten drei Jahren verstärkt spürbar", erklärte Delegationsleiter Bold Badral vom mongolischen Energieministerium. "Erneuerbare Energien sind nicht zuletzt deshalb ein wichtiges Thema für uns geworden. Einen Vorteil sehen wir auch in der Möglichkeit einer dezentralen Versorgung – für ein großes Land wie die Mongolei zusätzlich ein bedeutender Faktor." (www.oekonews.at 21.3.05)Windkraftwerk in der Inneren Mongolei soll Olympiade 2008 mit Strom versorgen. Im Autonomen Gebiet Innere Mongolei wird das erste Windkraftwerk gebaut, das ausschließlich für die Olympiade 2008 in Beijing Strom erzeugen soll. Bei den Spielen werden 20 Prozent des im Olympiadorf verbrauchten Stroms von diesem Kraftwerk stammen. Das 750 Millionen Yuan (68,3 Mio. €) teure Projekt hat eine Kapazität von 100.000 Kilowatt. Gleichzeitig engagiert sich die Stadtverwaltung der chinesischen Hauptstadt für den Einsatz regenerativer Ressourcen. Der Beijinger Kohleverbrauch soll bis 2008 um 15 Millionen Tonnen pro Jahr reduziert werden. (www.China.org.cn, CRI, 21. März 2005)Fritz-Mühlenweg-Ausstellung in Konstanz. Unter dem
Titel "Das Land des blauen Himmels" zeigte das Konstanzer Kulturzentrum in
der Galerie zum Turm bis zum 3. April eine Ausstellung über die
Mongolei-Reisen des Konstanzer Drogisten, Malers und Schriftstellers Fritz
Mühlenweg (1898-1961). Sieben Bücher von Fritz Mühlenweg hat der Lengwiler
Libelle-Verlag bereits verlegt. Jetzt hat Verleger Ekkehard Faude selbst zur
Feder gegriffen und eine Biographie Mühlenwegs vorgelegt. Studenten des
Studiengangs Kommunikationswissenschaft der Fachhochschule Konstanz haben
die Ausstellung als multimediale Schau gestaltet. Sie zeigt erstmals auch
unveröffentlichtes Material Mühlenwegs. Die Konstanzer Kulturamtsleiterin
Waltraut Liebl-Kopitzki schwärmte bei der Eröffnung von der Ausstellung als
"Entführung in eine andere Realität". Gegliedert anhand eines siebenteiligen
Begriffsfadens - Pferd, Nomade, Feuer, Wüste, Wasser, Berg und Himmel -
hätten die Studenten den Turm "verzaubert". Das Land in Zentralasien müsse
man "betreten wie am ersten Schöpfungstag", schreibt Fritz Mühlenweg selbst,
dessen Mongolei-Bücher ein großer Verlagserfolg geworden sind. Dazu sei die
Bereitschaft des Herzens notwendig. Faude rückte Mühlenweg in seiner
Präsentation in die Nähe Saint-Exupérys. Mühlenweg sei nicht nur
Forschungsreisender gewesen, sondern auch ein "schlichter Ausreißer aus
einem dumpfen, bigotten und militärisch eingefärbten Konstanz". Außerdem
habe er Natur und Landschaft dieser fernen Gegend mit den Augen eines Malers
gesehen. Durch seine drei Reisen, von 1927 bis 1932, habe Mühlenweg auch zu
sich selbst gefunden, sein Künstlertum entdeckt, sich und seine Malerei
erforscht. Zur Ausstellung erschien ein Katalog. (St. Galler Tagblatt
25.3.05)
Bald deutsche Bahn-Importe aus China ab Hohhot? Ein Güterzug aus China startete am 1. März von Hohhot, der Hauptstadt des chinesischen Autonomen Gebiets Innere Mongolei aus, zu einer fast 10.000 Kilometer langen Jungfernfahrt nach Deutschland. Der mit über 2.000 Tonnen Kokskohle aus der Inneren Mongolei beladene, knapp 1.000 Meter lange Containerzug sollte für die 9814 Kilometer lange Strecke über die Mongolei, Russland, Weißrussland und Polen 18 Tage benötigen, er erreichte die deutsche Grenze bei Frankfurt/Oder aber bereits nach 16 Tagen. Ziel des Probelaufes war es nach Auskunft der Railion Deutschland AG, "Erfahrungswerte und Daten über den produktionellen Ablauf auf der direkten Bahnstrecke von China nach Russland über den sog. 'Mongolischen Vektor' (Ulaanbaatar – Brest mit Verlängerung nach Deutschland) zu sammeln". Getestet wurde damit die Möglichkeit, "den Güterverkehr auf der Landverbindung von Europa nach Asien mit neuen Angeboten auszuweiten und zu beschleunigen". Es ist daran gedacht, auf diesem Wege jährlich eine Fracht von 50 000 Tonnen in beide Richtungen zu befördern, u.a. elektronische Produkte, Haushaltsgeräte, Textilien und seltene Mineralien nach Deutschland und im Gegenzug Komponenten für elektronische Produkte oder Bügel- und Strickmaschinen für Kaschmirpullover nach China. Die neue Verbindung per Bahn würde Zeitgewinn und eine deutliche Kostensenkung mit sich bringen. Deutschland ist Chinas wichtigster Handelspartner in Europa. Es importiert jährlich Waren im Wert von 25 Milliarden Euro aus der Volksrepublik, bislang ausschließlich per Schiff oder Flugzeug, und exportierte im vergangenen Jahr Waren für 18,2 Milliarden Euro nach China. In Kooperation mit allen beteiligten Bahnverwaltungen –
also Chinas, der Mongolei, Russlands, Weißrusslands, Polens und Deutschlands
– sei der Testzug auf die Reise geschickt worden, hieß es bei Railion.
Sollte sich das Projekt, die Schiene als dritten Handelsweg zwischen China
und Westeuropa zu etablieren, als realisierbar erweisen, so sollen künftig
2-3 Mal im Monat Containerzüge die 9.814 Kilometer lange Strecke befahren.
Die Vorteile der Bahnverbindung scheinen trotz noch bestehender technischer
und bürokratischer Hindernisse – z.B. unterschiedlicher Spurweiten und
umständliche Zollabwicklungen an den Grenzen - Befürchtungen hinsichtlich
der Zuverlässigkeit dieses Transportweges in den Hintergrund zu drängen. Die
berechnete Fahrzeit ist nämlich deutlich kürzer als der Seeweg. Von Shanghai
in einen der großen europäischen Häfen dauert es per Schiff 25 bis 35 Tage,
die Fahrtzeit zu den Zielbahnhöfen käme noch hinzu. Die sukzessive
Modernisierung der chinesischen Wirtschaft von den Küstengebieten ins
Landesinnere hinein gab wohl den Ausschlag für Hohhot als Startbahnhof.
Dadurch wird nach Meinung von Fachleuten der Landweg nach Westen attraktiv.
Für das Verkehrssystem Eisenbahn wäre eine solche planmäßige Verbindung eine
weitere Stufe der Entwicklung zu einem internationalen Logistik-System.
Railion ist mit 26.000 Mitarbeitern in Deutschland, den Niederlanden und
Dänemark, 4.500 Gleisanschlüssen und 5.500 Güterzügen pro Tag das führende
europäische Güterbahn-Unternehmen.
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