Mongolische Chronik
Oktober - Dezember 2003
(Zusammengestellt von
Doris Götting)

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Deutsche Informationsbibliothek in Ulaanbaatar eröffnet.  Am 3. Oktober wurde zum "Tag der deutschen Einheit" im Kinderbuchzentrum von Ulaanbaatar die „Deutsche Informationsbibliothek" eröffnet. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Staatsbibliothek der Mongolei und des Goethe-Instituts. Der deutsche Botschafter in der Mongolei, Dr. Michael Vorwerk, betonte in seiner Eröffnungsrede, mit der Übergabe des deutschen Medienkabinetts sei lediglich der Grundstock gelegt für etwas, das im Laufe der nächsten Monate und Jahre wachsen und gedeihen soll. Der aus Peking angereiste Direktor des dortigen Goethe-Instituts, Dr. Ulrich Nowak, ist davon überzeugt, dass die lesefreudigen und bildungshungrigen Mongolen die neue Informations- und Bildungseinrichtung annehmen und nutzen werden. Schon der aktuelle Bestand der Bibliothek kann sich sehen lassen: 2 500 deutschsprachige Bücher, 900 Videos, Kassetten, CDs und CD-Roms, 25 deutsche Zeitungen und Zeitschriften. In Zukunft sollen den Interessenten an deutscher Sprache und Kultur, an Gegenwart und Vergangenheit Deutschlands, 8 000 Lehrbücher, Romane, Erzählungen, Fach- und Sachbücher, Lexika, Kunstbände und Kartenwerke zur Verfügung stehen. Das Goethe-Institut stellt nicht nur die Medien kostenlos zur Verfügung. Es sorgt auch für die Weiterbildung der Bibliothekarinnen. Darüber hinaus versicherte Dr. Nowak, die Medienausstattung der Bibliothek nicht nur jedes Jahr zu erweitern, sondern auch zu aktualisieren. Einen großen Teil der Technik: Fernseh- und Videogerät, Kassettenrecorder, CD-Player und Computer, spendete die Heinrich-Böll-Stiftung. Die 20 Arbeitsplätze in der Bibliothek können mittwochs bis samstags und ab dem nächsten Jahr zusätzlich am Dienstag, von 10.00 bis 18.00 Uhr genutzt werden. Zwei mongolische Bibliothekarinnen stehen Lesern und Besuchern mit Rat und Tat zur Seite. (MongoleiOnline 3.-10.10.2003)

Leiterin der Konsularabteilung in Frankreich abberufen.  Die Leiterin der Konsularabteilung der mongolischen Botschaft in Frankreich, D. Gerelmaa, wurde in die Mongolei zurückgerufen. Ihre überraschende Abberufung wird im Zusammenhang mit der Verhaftung von Damiran Enkhbat durch mongolische Sicherheitsbeamte in Frankreich im Frühjahr dieses Jahres gesehen. D. Enkhbat wird verdächtigt, in den Mord an dem früheren Infrastrukturminister und Mitbegründer des Demokratischen Bundes, S. Zorig, verwickelt zu sein. In Frankreich bat er vergebens um politisches Asyl. Frau Gerelmaa fungierte u. a. als Dolmetscherin während seiner Untersuchungshaft in Paris. Mongolische Sicherheitsbeamte haben Enkhbat in die Mongolei entführt. Er soll geschlagen und betäubt worden sein. Die Abberufung der mongolischen Diplomatin soll auf Betreiben Frankreichs erfolgt sein, da die Verhaftung Enkhbats auf französischen Boden durch ausländische Beamte ein eklatanter Verstoß gegen internationales Recht bedeutete. Außenminister L. Erdenechuluun räumte in einem Gespräch mit der Tageszeitung „Zuuny Medee" ein, die französische Seite sei verärgert über die Verhaftungsaktion gewesen, D. Gerelmaa hätte damit jedoch nichts zu tun gehabt. Aus dem mongolischen Außenministerium verlautet, die Rückrufung Gerelmaas sei eher ein Zugeständnis an französische Forderungen als eine Disziplinarmaßnahme gegen die junge, gut ausgebildete und befähigte Frau, deren Karriere im auswärtigen Dienst nicht zu Ende sei. Der mongolische Botschafter in Frankreich, Ts. Batbuyan, wusste angeblich nichts von einer Rückrufung seiner Mitarbeiterin. Die Frage, ob die mongolisch-französischen Beziehungen durch den Vorfall ernsthaft gestört seien, verneinte Minister Erdenechuluun. Die Beziehungen zu Paris hätten sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt und würden durch den Fall Enkhbat keinen ernsten Schaden nehmen. (MongoleiOnline 20.-26.10.2003)

Ministerbeschwerde abgewiesen.  Die Staatsanwaltschaft von Ulaanbaatar hat die Verleumdungsklage von Justizminister Ts. Nyamdorj gegen den stellvertretenden Vorsitzenden der Demokratischen Partei (DP) und Abgeordneten des Großen Staatskhurals, L. Gundalai, nicht zugelassen. Dagegen hatte der Minister Einspruch erhoben. Dieser Einspruch wurde jetzt von der Generalstaatsanwaltschaft zurückgewiesen.Damit bestätigte sie die Entscheidung des Hauptstadtgerichts. In der Sache geht es um die Beschuldigung Gundalais, Nyamdorj sei als Spion einer ausländischen Macht tätig gewesen. (MongoleiOnline 20.-26.10.2003)

EU erweitert Zusammenarbeit mit der Mongolei.  Im Vorfeld des jährlich stattfindenden Treffens der Gemeinsamen EU-Mongolei-Kommission am 4. November in Ulaanbaatar, hat die EU beschlossen, zwei ihrer wichtigsten Kooperationsprojekte mit der Mongolei fortzusetzen und zu erweitern. Das „Tacis-Projekt für die Unterstützung der Nationalen Koordinierungseinheit" ist um ein Jahr, bis zum 30. September 2004, verlängert worden, während das „Tacis Trainingssprogramm für Manager" in die dritte Phase überführt wurde und bis 2005 fortgesetzt wird. „Die Weiterführung dieser Projekte zeigt die Absicht der EU, ihre Unterstützung für die langfristige ökonomische Entwicklung in der Mongolei fortzusetzen", erklärte Botschafter Dr. Klaus Ebermann, Chef der auch für die Mongolei akkreditierten Vertretung der Europäischen Kommission in Peking. (MongoleiOnline 20.-26.10.2003)

Neues Programm zur Verbesserung der reproduktiven Gesundheit.  Die Ministerien für Gesundheit sowie Bildung, Kultur und Wissenschaft haben im Rahmen des Projekts "Reproduktive Gesundheit der jungen Generation" gemeinsam mit dem UNDP ein Trainingsprogramm erarbeitet. Junge Paare und solche die es werden wollen, sollen darauf vorbereitet werden, ihre Familienplanung nicht dem Zufall zu überlassen. Bevor sie sich an die Betreuung und Erziehung von Kindern wagen, sollten sie über einen Arbeitsplatz oder eine abgeschlossene Ausbildung verfügen. Auch die Zahl der Geburten und gesundheitsverträgliche Abstände zwischen den Geburten gehören zu den Themen des Schulungsprogramms. Erhebungen des UN-Bevölkerungsfonds zufolge wird jede fünfte Frau in der Mongolei gegen ihren Willen schwanger. 64 Prozent dieser Frauen entscheiden sich für einen Schwangerschaftsabbruch, davon sind 46 Prozent Frauen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren. (MongoleiOnline 20.-26.10.2003)

WWF-Hilfe für seltene Wildtiere.  Der Worldwide Fund for Nature (WWF) wird eine Million US-Dollar für ein Projekt zur Rettung bedrohter Tierarten in der Mongolei zur Verfügung stellen. Ziele des Projekts sind die Verbesserung der Kommunikations- und Transportmöglichkeiten für die Wild- und Naturschützer, die Intensivierung der Forschungen über die seltenen Wildtiere und die Schaffung von Informations- und Trainingsmöglichkeiten für die ortsansässige Bevölkerung. Im Zentrum der Bemühungen steht zunächst das Gobi-Naturschutzgebiet südlich des Altai, einem der letzten Zufluchtsorte des Wildkamels (Khavtgai), von dem es weltweit nur noch 900 Exemplare gibt. Wissenschaftler befürchten ein baldiges Aussterben dieser Tiere, sollten nicht schnell geeignete Maßnahmen getroffen werden. (MongoleiOnline 20.-26.10.2003)

MRVP wurde Vollmitglied der Sozialistischen Internationale.  Auf dem XXII. Kongress der Sozialistischen Internationale (SI) vom 27.-29. Oktober in Sao Paulo (Brasilien) wurde die Mongolische Revolutionäre Volkspartei (MRVP) als ordentliches Mitglied aufgenommen. Die MRVP erhielt 100 Prozent der Stimmen (140 Teilnehmer). Seit 1999 besaß die MRVP Beobachterstatus. Der MRVP-Vorsitzende, Ministerpräsident N. Enkhbayar, leitete die mongolische Delegation. (MongoleiOnline 27.10.-2.11.2003)

Khuvsgul-Obst kommt als Marmelade in die Läden.  95 Prozent der Konfitüren und Marmeladen auf dem mongolischen Markt werden importiert. Das soll sich in Zukunft ändern. Die Firma „Altan Urguu" (Goldene Palastjurte) wird gemeinsam mit den Projektverantwortlichen von „Khuvsgul-Obst" und einer britisch-deutschen Handelsfirma mongolische Früchte verarbeiten und auf den Markt bringen. In einigen Läden können die Gläser mit Heidelbeer-, Himbeer-, Brombeer- und Preiselbeermarmelade bereits gekauft werden. Die Produkte von „Altan Urguu" wurden in einem europäischen Forschungslabor geprüft und für sehr gut befunden. Außerdem seien die mongolischen Beeren in einer ökologisch intakteren Gegend gewachsen als die importierten. Die Produktion und der Vertrieb der Konfitüren und Marmeladen sollen helfen, neue Einkommensquellen zu erschließen und so einen Beitrag zur Armutsminderung in der Mongolei zu leisten. Bisher verarbeiteten nur wenige Familien selbst gesammelte Früchte, hauptsächlich für den Eigenbedarf. (MongoleiOnline 27.10.-2.11.2003)

Stromversorgung in den westlichen Aimags gefährdet.  Der russische Strom- und Energieproduzent „TechnoPromExport", der die drei Westprovinzen, Khovd, Uvs und Bayan-Ulgii mit Strom und Wärme versorgt, hat in einem offiziellen Schreiben an die Aimag-Behörden mitgeteilt, sie werde ihre Stromlieferungen einstellen, sollten die Schulden in Höhe von 165.000 US-Dollar (für Juli und August) nicht umgehend beglichen werden. 107 Millionen Tugrug sollen zunächst aus dem Staatshaushalt bereitgestellt werden.Im Bayan-Ulgii-Aimag versorgen 17 Kraftwerke 5 700 Familien, von denen lediglich 412 ihre Stromrechnung bezahlen. Ähnlich sieht es in den anderen Aimags aus. Auch Betriebe und Behörden gehören zu den säumigen Zahlern. Viel Energie geht dem stellvertretenden Leiter der Energiebehörde, B. Altankhuyag zufolge durch schlechte Leitungen, Diebstahl u. ä. verloren. Die während des Staatsbesuches von Ministerpräsident Enkhbayar in Moskau ausgehandelten Preisnachlässe würden jedoch erst wirksam, wenn die aufgelaufenen Schulden bezahlt sind. (MongoleiOnline 27.10.-2.11.)

Gewaltkriminalität nimmt zu.  Laut Statistik sinkt die Gesamtzahl der Straftaten kontinuierlich: Bis Ende September wurden in der Mongolei 15.061 Straftaten begangen, das sind 1.844 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Trotzdem muss die Polizei einräumen, dass Verbrechen gegen das Leben und die Gesundheit von Menschen kontinuierlich zunehmen, seit September 2002 um 47,4 Prozent. Dasselbe gilt für Raubtaten (Überfälle, Büro-, Laden- und Wohnungseinbrüche), die eine Steigerungsrate von 30,4 Prozent aufweisen. Dabei gehen die Täter immer dreister, skrupelloser und brutaler vor. Von der Zunahme der Raubüberfälle und Wohnungseinbrüche in Ulaanbaatar ist auch die Deutsche Mongolei-Agentur (DMA) betroffen. Im Oktober wurde in die im Stadtzentrum gelegene Privatwohnung eingebrochen. Dabei zerstörten die Täter eine Stahl- und eine Holztür, durchwühlten Schränke und Schubladen und entwendeten Computer, Kameras, Kreditkarten, Geld und Schmuck. Bereits vor drei Jahren wurde das Büro der DMA im Gebäude der IHK ausgeraubt. (MongoleiOnline 27.10.-2.11.2003)

Ehrenbürger Chinag Galsan.  Der Schriftsteller und Dichter Chinag Galsan wurde für seinen Beitrag zur Festigung der kulturellen Beziehungen zwischen dem tuwinischen und dem mongolischen Volk zum „Kulturehrenbürger" ernannt. In Europa, namentlich in Deutschland, ist Galsan als Verfasser zahlreicher Werken bekannt, die seine tuwinische Heimat, deren Bewohner und die Landschaften seiner Kindheit beschreiben. Galsan, der vorwiegend in deutscher Sprache schreibt, ist bereits seit 2002  Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande für sein Werk als Kulturvermittler zwischen der Mongolei und Deutschland. (MongoleiOnline 27.10.-2.11.2003)

MIAT-Winterflugplan.  Die mongolische Luftfahrtgesellschaft fliegt ab dem 6. November die Strecke Ulaanbaatar – Berlin(Tegel) – Ulaanbaatar Donnerstags direkt. Die Zwischenlandung in Moskau entfällt. Dieser Non-Stop-Flug ermöglicht Anschlussflüge nach Seoul und Peking von Ulaanbaatar aus. Am Sonntag fliegt MIAT die Strecke wie bisher mit Zwischenlandung in Moskau. Ab Ulaanbaatar gibt es eine Anschlussmöglichkeit nach Tokyo. Was den Flugpreis betrifft, so sieht der Winterflugplan mit "Weekend Tour" und "Spouse Fare" zwei Sondervergünstigungen vor. "Weekend Tour"- Flüge starten Donnerstags von Berlin, der Rückflug erfolgt am darauffolgenden Sonntag. Das Platzangebot ist beschränkt. "Spouse Fare" ist für mitfliegende Ehepartner, Kinder oder Enkelkinder gedacht. Der Hauptreisende zahlt den Normalpreis für die Economyklasse, die weitere Person zahlt den halben Preis. Der maximale Aufenthalt ist auf 14 Tage beschränkt. Gleiche Angebote gelten auch für die Strecke Ulaanbaatar – Berlin. (MIAT-Info) 

Ger-Distrikte werden an Strom- und Wasserversorgung angeschlossen.  Stadtrandgebiete von Ulaanbaatar wie Khailast, Tasgan und Denjiin Myangat sollen an das städtische Elektrizitäts- und Wasssernetz angeschlossen werdne. Zu diesem Zweck wurden bereits 12 Elektrostationen errichtet. Abwasser- und Heizungsrohre wurden verlegt bzw. vergrößert. (Mongol Messenger 5.11.2003)

Kushok Bakula Rimpoche gestorben.  Der frühere indische Botschafter in der Mongolei und hohe buddhistische Würdenträger Kushok Bakula Rimpoche, ist am 4. November in Indien gestorben. Er vertrat sein Land ab 1989 zehn Jahre lang und spielte nicht nur als Diplomat, sondern auch im mongolischen Buddhismus eine bedeutende Rolle. 1999 gründete er das Betub-Kloster in Ulaanbaatar. Staatspräsident Bagabandi und Ministerpräsident Enkhbayar schickten Kondolenzschreiben an Indiens Staatspräsidenten Kamal und Ministerpräsident Vajpayee. Kushok Bakula Rimpoche wurde in seiner Heimat Ladakh beigesetzt. (Mongol Messenger 12.11.2003)

Prof. Heissig 90 Jahre alt.  Am 5. Dezember beging der Nestor der deutschen Mongolistik, Prof. Dr. Walther Heissig, seinen 90. Geburtstag. Zu seinen Ehren fand im Seminar für Sprach- und Kulturwissenschaft Zentralasiens der Universität Bonn, dessen Begründer er war, eine Feier statt. Das mongolische Zentrum für Deutschlandstudien in Ulaanbaatar (Leitung Prof. Dr. Udo B. Barkmann) gab eine Festschrift für den Jubilar heraus. Heissig wurde 1913 in Wien geboren. Er war einer der ersten westlichen Wissenschaftler, der die Kultur der Mongolen systematisch erforschte und die Heldensagen und Epen der Mongolei im Westen bekannt machte. Promoviert wurde Walther Heissig 1941 in Wien. 1943-1946 nahm er einen Lehrauftrag der katholischen Fujen-Universität in Peking wahr. Nach dem Krieg lehrte Prof. Heissig zunächst in Göttingen und ab 1956 in Bonn. Er ist Ehrenmitglied der Mongolischen Akademie der Wissenschaften und Ehrenpräsident der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft e.V. Der Emeritus arbeitet weiter wissenschaftlich und als Mitherausgeber der Publikationsreihe Asiatische Forschungen. (D.G.)

Appell von Amnesty International im Entführungsfall D. Enkhbat. Die deutsche Sektion der Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) hat einen Appell veröffentlicht, in dem sie dazu auffordert, sich im Zusammenhang mit dem Schicksal von Damiran Enkhbat mit Protestschreiben an die mongolischen Behörden zu wenden. Enkhbat, der im Mai 2003 in einer spektakulären Aktion des mongolischen Geheimdienstes in Frankreich verhaftet und gewaltsam in die Mongolei entführt worden ist, soll im Abdarant-Gefängnis 140 km außerhalb von Ulaanbaatar schwer erkrankt sein. Wie es in dem Appell hieß, werde ihm lebensrettende medizinische Hilfe in einem Krankenhaus wie auch Kontakt zu seinem Rechtsanwalt verweigert. Es wird ferner befürchtet, dass Enkhbat im Gefängnis gefoltert wird, um ihm das Geständnis abzupressen, dass er den Mord an dem Politiker S. Zorig begangen habe. Enkhbat hatte bis 1998 eine Gefängnisstrafe wegen Körperverletzung verbüßt. Er war wegen seiner Erkrankung vorzeitig freigekommen und hatte anschließend das Land verlassen. Zorig ist Anfang Oktober 1998 in Ulaanbaatar ermordet worden. (Info Amnesty 5.12.2003)

Parlamentspräsident Tumur-Ochir im Deutschen Bundestag.  Nach seinem offiziellen Besuch Italiens reiste der mongolische Parlamentspräsident S. Tumur-Ochir nach Berlin weiter, wo er dem Deutschen Bundestag einen Arbeitsbesuch abstattete. Er wurde von Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer empfangen. Die beiden Politiker äußerten sich befriedigt über die Zusammenarbeit zwischen den Parlamenten der Mongolei und Deutschlands. Ferner sprachen sie über Einzelheiten der geplanten Feierlichkeiten aus Anlass des 30jährigen Bestehens der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern im kommenden Jahr. Tumur-Ochir traf ferner mit Vertretern des Rechtsausschusses des Bundestages und der deutsch-zentralasiatischen Parlamentariergruppe zusammen. (Mongol Messenger 17.12.2003)

Mongolischer Gastprofessor an der Fachhochschule Brandenburg.  Bis Mitte Dezember hielt sich der mongolische Technologiewissenschaftler Prof. Dr. Bold als Gastdozent an der Fachhochschule Brandenburg (FHB) auf. Der vom DAAD finanzierte Aufenthalt sollte vor allem dazu dienen, bei der Entwicklung von Curricula sowie beim Studienangebot Erfahrungen mit den einzelnen Fachbereichen und der Hochschulleitung auszutauschen. Prof. Bold ist in Ulaanbaatar als Dekan des im Aufbau befindlichen Fachbereichs Informationstechnologie der Mongolischen Staatsuniversität mit derzeit 280 Studenten tätig. Zu den vereinbarten Projekten mit der FHB gehört neben einem Studenten- und Dozentenaustausch der Aufbau eines Fernstudienangebots in der Mongolei. Im Rahmen einer weiteren Kooperationsvereinbarung können FHB-Studenten der Elektro- und Informationstechnik beim mongolischen Bergwerkskonzern in Erdenet ein Fachpraktikum absolvieren. (Info: Pressestelle der Fachhochschule Brandenburg)

Mobilfunkabdeckung in der Mongolei entwickelt sich rasch.  Mit der Netzzuschaltung von Murun im vergangenen Monat sind die wichtigsten Aimakzentren am Mobilfunknetz. Praktisch erreicht die Netzabdeckung damit über 50 % der mongolischen Bevölkerung. Die in Deutschland mit D1-, D2- oder O2-Verträgen freigeschalteten Handys funktionieren damit problemlos. Man hat auch damit begonnen, touristische Ziele außerhalb der Aimakzentren zu erschließen. Kharkhorin ist beispielsweise auch schon am Netz. (Monrise Newsletter 19.12.2003)

Mongolisch-italienisch-deutscher Film kommt in die Kinos.  "Die Geschichte vom weinenden Kamel" von Byambasuren Davaa und Luigi Falorni hatte einen hervorragenden Start beim Internationalen Filmfestival in Toronto und soll als erster Film von der Mongolei für eine Oscar-Nominierung eingereicht werden. Jetzt lief der mit vielen Vorschusslorbeeren bedachte Film auch in den deutschen Kinos an. Frau Davaa und ihr italienischer Kameramann schildern in dieser Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm die Geschichte eines Kamelfüllens in der Gobi, das nach seiner Geburt nicht von der Mutter angenommen wird. Die betroffene Nomadenfamilie besinnt sich auf den alten Brauch, das unwillige Muttertier mit Hilfe der Musik - durch das sogenannte Hoos-Ritual - umzustimmen. Zwei Nomadenbuben reisen in die Hauptstadt, um von der dortigen Musikschule einen Meister der Pferdekopfgeige zu holen, erleben unterwegs und in ihrer Begegnung mit der modernen Großstadt allerhand Abenteuer und kehren schließlich mit dem Musiker zurück. Im Ail hat sich die Lage inzwischen dramatisch zugespitzt, das mühselig mit der Flasche ernährte Kamelfüllen ist vom Hungertod bedroht. Das Ritual erweist sich als magisch wirkender Retter für Mutter und Kind, beide vergießen Tränen der "Heilung". Byambasuren Davaa, die ihre Ausbildung beim mongolischen Staatsfernsehen erhalten hat und anschließend an Hochschule für Film und Fernsehen in München studierte, und ihr Kommilitone Luigi Falorni, legten mit der "Geschichte vom weinenden Kamel" ihre Diplomarbeit vor. Sie ahnten nicht, dass dieser ungewöhnliche Tierfilm ihnen gleich die Beachtung der internationalen Filmfachwelt eintragen würde. Inzwischen wurde bekannt, dass der Film den diesjährigen Bayerischen Filmpreis erhalten wird. (Info Christina Sauer; NZZ  9.1.2004)

Singende Takhi-Pferde im Internet.  "Vier Przewalski-Pferde nach der Auswilderung in der Mongolei, sich nach ihrer deutschen Heimat sehnend" heißt die Bild-und-Ton-Animation eines unbekannten Künstlers, die man sich über das Internet auf seinen Home-Computer holen kann. Wenn man die hinter einem Gatter stehenden vier Pferde anklickt, fangen sie an, ihrem Heimweh nach Deutschland in verschiedenen Tonlagen Ausdruck zu verleihen. Internet-Adresse http://svt.se/hogafflahage/hogafflaHage_site/Kor/hestekor.html  (Info: Dieter Heinzig)

 

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Last Update: 03. Mai 2009