Mongolische
Chronik |
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Lesung Galsan und Ausstellung mongolischer Künstler. Am 2. April fand in der Galerie Beckmann in Rheine (Westf.) eine Lesung des Schriftstellers Galsan Tschinag statt. Die Einführung zu Leben und Werk gab die Präsidentin der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft, Doris Götting. Gleichzeitig wurde in der Galerie eine Ausstellung in Deutschland lebender mongolischer Künstler eröffnet. Neben großformatigen Bildern der aus der Inneren Mongolei stammenden Maler Nashun Nasbat (Braunschweig) und Hairhan (Berlin) waren Federzeichnungen im traditionellen Stil der jungen Künstlerin Tsegmed Tsatsral (Berlin) und Fotos aus der Inneren Mongolei zu sehen. (Info Doris Götting) Erster Direktflug der MIAT nach Frankfurt. Die Luftfahrtgesellschaft MIAT unternahm am 3.4. ihren ersten Direktflug von Ulaanbaatar nach Frankfurt. Der Frankfurter Flughafen wird jetzt als zweiter Airport in Deutschland nach Berlin-Tegel von MIAT einmal wöchentlich angeflogen. (BizMongolia 4.4.03) Erste deutschsprachige Zeitung in der Mongolei. Die erste deutschsprachige Zeitung von Mongolen für Mongolen und für Deutsch sprechende und lesende Ausländer heißt „Länderspiegel". Seit Ende April erscheint dieser Digest der mongolischen Presse alle zehn Tage. Herausgeber ist die Euro-Schulen-Organisation Mongolei (ESO) in Ulaanbaatar. Chefredakteur ist der Direktor der Schule Tschuluun Enkhbaatar, sein Stellvertreter ist der Ingenieur, Journalist und Dichter J. Nergui. Drei Übersetzer und eine Sekretärin besorgen die Übertragung der ausgewählten Artikel ins Deutsche. Neben Beiträgen über die Mongolei, ihre Geschichte, Politik und Kultur will der "Länderspiegel auch Berichte über bilaterale Zusammenarbeit mit Deutschland und den deutschsprachigen Ländern sowie politische, wirtschaftliche und technische Informationen aus Deutschland veröffentlichen. (Info ESO-Schulen Mongolei). Gedenkstätte für ermordete Lamas. Vor zwei Jahren wurden die sterblichen Überreste von über 100 Lamas auf einem Hügel in der Nähe des Gandantegchinlen-Klosters entdeckt. Sie gehörten zu den Tausenden von Angehörigen der lamaistischen Kirche in der Mongolei, die in den 30-er Jahren des vorigen Jahrhunderts den stalinistischen Repressionen zum Opfer gefallen waren. G. Purevbat, Lamapriester am Gandankloster und Direktor der Hochschule für Buddhistische Kunst in Ulaanbaatar, informierte über den Plan, eine Gedenkstätte zu Ehren der ermordeten Mönche in Khambyn Ovoo, dem Fundort der Gräber, zu errichten. Die Überreste werden mit der sie umgebenden Erde zusammengetragen, verbrannt und in Form eines dreiseitigen Stupas aufbewahrt, um diese „tsatsaa" wird ein vierseitiger Stupa errichtet, das ganze Gelände wird eingezäunt. Purevbat: „Die Gedenkstätte wird ausschließlich dem Andenken und der Ehrung der toten Glaubensbrüder und der Pflege des religiösen und kulturellen Erbes dienen." (MongoleiOnline News 7.-13.4.03)Eagle TV stellte Sendungen ein. Der amerikanisch-mongolische private Fernsehsender Eagle TV hat wegen des Eigentümer-Konflikts ab dem 21. April seine Sendungen eingestellt. Wie der Direktor von Eagle TV, Tom Derry, mitteilte, habe der mongolische Partner seine Vertragsverpflichtungen nicht erfüllt, die eine Teilung der Investitionen 50:50 vorsahen. M. Zorigt, Chef der Partnergesellschaft MMC erklärte hingegen, der amerikanische Partner habe seit September 2002 versucht, die Beteiligung auf 20:80 zu seinen Gunsten zu ändern. Derry will als Ersatz für das beliebte unabhängige Fernsehprogramm in Kürze eine neue Fernsehstation eröffnen. (bizMongolia, 25.4.2003) SARS-Ängste und Grenzschließungen. Die Ausbreitung der hochinfektiösen Lungenkrankheit SARS vom benachbarten China aus und eine Zahl von Erkrankungen und Todesfällen in der Inneren Mongolei löste ernste Besorgnis aus. Die Regierung in Ulaanbaatar beschloss Mitte April, die Bahn- und Luftverbindung nach Hohhot zunächst für 14 Tage zu schließen, nachdem vier Personen mit Symptomen der lebensgefährlichen Erkrankung von dort kommend in Ulaanbaatar eingetroffen waren. Damals waren bereits drei Personen in der Inneren Mongolei an SARS gestorben. Laborproben der vier Betroffenen mussten nach Japan zur Untersuchung geschickt werden, da es die erforderlichen labortechnischen Einrichtungen zur Identifizierung des Virus in der Mongolei nicht gibt. Alle saisonal geöffneten Grenzkontrollstellen zu China und Russland blieben bis auf weiteres geschlossen; an den permanenten Grenzübergängen sowie am Flughafen von Ulaanbaatar wurden medizinische Kontrollen eingerichtet. Die Erteilung von Visa für Besucher aus den von SARS betroffenen Ländern wurde auf ein Minimum reduziert. In der Hauptstadt wurden öffentliche Veranstaltungen untersagt; Theater und Kinos mussten schließen, Restaurants konnten bis 22 Uhr geöffnet bleiben. In Ulaanbaatar wurde der Handel mit tierischen Rohstoffen aus ländlichen Regionen vorübergehend eingestellt, um Bewegungen größerer Personengruppen im Landesmaßstab zu vermeiden. Gesichtsmasken fanden reißenden Absatz. Der Gouverneur von Ulaanbaatar hat in Reaktion auf Preisentwicklungen des Lebensmittelmarktes Maßnahmen ergriffen, um der Bevölkerung Fleisch aus der Staatsreserve zu Festpreisen zur Verfügung zu stellen. Offiziell gab es einen Toten, der am 20. April mit hoher Wahrscheinlichkeit an SARS starb. Es handelte sich um einen Taxifahrer. Da er während der letzten zwei Jahre nicht das Ausland besucht hatte, ist es wahrscheinlich, dass er sich während seiner Arbeit infiziert hat. (Reuters, 14.4.03; Voice of America 20.4.03; Info Prof. Dr. Udo Barkmann) SARS-Fälle in der Inneren Mongolei. Die Innere Mongolei gehörte zu den vier am stärksten von SARS betroffenen Provinzen der Volksrepublik China. Wie das Zentralorgan der Kommunistischen Partei, Peoples' Daily, im Mai berichtete, traten dort 5,6 Prozent aller bis dahin registrierten SARS-Fälle auf. Die Fälle waren laut Auskunft des Epidemologen Nie Jun ungleich verteilt, 86 Prozent traten in vier Städten und Distrikten im Großraum Hohhot sowie in zwei Landkreisen in der Präfektur Bayan Zhuo'er auf, was besondere Besorgnis einer weiteren Ausbreitung unter den ansässigen Bauern und Viehzüchtern auslöste. Nie betonte, die Zahl der Neuerkrankungen gehe bereits zurück. Bis Mitte Mai waren in der Inneren Mongolei 288 SARS-Erkrankungen und 173 Verdachtsfälle registriert; 23 Patienten konnten aus dem Krankenhaus entlassen werden. (Peoples' Daily 16.5.03) Deutscher Arzt plant Flüchtlingslager für Nordkoreaner in der Mongolei. Der deutsche Arzt Dr. Norbert Vollertsen erklärte gegenüber dem US-Auslandssender "Stimme Amerikas", er plane die Einrichtung eines Lagers für nordkoreanische Flüchtlinge in der Mongolei. Einzelheiten teilte er nicht mit, aber in Kürze werde ein Passagierschiff in internationalen Gewässern in der Nähe der koreanischen Halbinsel operieren, das Flüchtlinge an Bord nehmen werde. Der 45-jährige Göttinger Mediziner arbeitete 1999-2001 als Arzt für die Hilfsorganisation "Cap Anamur" in Nordkorea und reist zur Zeit um die Welt, um Unterstützung für ein Flüchtlingshilfsprogramm zu finden. In Kürze wolle er die Mongolei besuchen, um sein Anliegen vorzutragen. Einige Hundert der Zehntausende geflüchteten Nordkoreaner, die sich in China versteckt halten, sind über die innermongolische Grenze auch in die Mongolei gelangt. Wie viele Nordkorea-Flüchtlinge sich in der Mongolei aufhalten, ist nicht bekannt. (Voice of America 15.5.03) Versetzung des Panzerdenkmals. Am Vortag des "Siegestags" über Hitler-Deutschland wurde das Monument der sowjetischen Panzerbrigade "Revolutionäre Mongolei", ein T-34-Panzer, der 1945 bis Berlin gerollt und an der Eroberung der deutschen Hauptstadt beteiligt war, von seinem bisherigen Standort an der Tschinggis-Khan-Avenue zum Fuß des Zaisan-Bergs am südlichen Stadtrand von Ulaanbaatar verlegt. Nach Auskunft der Behörden erhielt das Denkmal, das an den Sieg der Sowjetarmee über das Deutsche Reich im Zweiten Weltkrieg erinnert, ein neues, ansprechendes Äußeres. Das Denkmal war 1970 aus Anlass des 25. Jahrestags des Sieges an der Haupteinfallstraße nach Ulaanbaatar errichtet worden. Den Beschluss zur Verlegung fasste die mongolische Regierung im April. Das 33 Tonnen schwere Fahrzeug wurde von seinem Zementsockel gehoben und mit einem Schwerlaster zu seinem neuen Ehrenplatz gefahren. Die Panzerbrigade "Revolutionäre Mongolei" war 1942 mit Spenden aus der mongolischen Bevölkerung aufgestellt worden und wurde später in ein Panzerregiment umgewandelt, das noch heute in der Nähe von Moskau stationiert ist. Im Oktober 1964 wurde dem Regiment der höchste Orden der damaligen Mongolischen Volksrepublik, der nach dem Revolutionsführer benannte Sukhe-Baatar-Orden verliehen. (Pravda, 8.5.03) Mongolisch-russisches Joint Venture zur Ausbeutung von Silbervorkommen. Wie der Pressedienst der Aimag-Verwaltung von Altai berichtet, haben die Mongolei und Russland vereinbart, das Silbervorkommen von Asgat gemeinsam abzubauen. Das Vorkommen liegt in der Nähe der Grenze zwischen dem Altai-Aimag und Russland. Die geschätzten Reserven liegen bei 12.000 Tonnen. Das Projekt macht Investitionen in Höhe von 50 Millionen US-Dollar erforderlich. (Rosbalt 12.5.03)Mongolei-Besuch des chinesischen Präsidenten. Chinas Präsident Hu Jintao stattete auf dem Rückweg von einem Staatsbesuch in Kasachstan der Mongolei Anfang Juni einen zweitägigen offiziellen Besuch ab. Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Nachbarländern hat sich in den vergangenen zehn Jahren rapide entwickelt. China steht mit knapp 290 Millionen US-Dollar (seit 1990) an der Spitze der ausländischen Investoren. Der Besuch wurde von mongolischer Seite als wichtige vertrauensbildende Geste gewertet. In einer gemeinsamen Erklärung betonten beide Seiten ihre Zufriedenheit mit dem Fortschritt im bilateralen Handel und den Wirtschaftsbeziehungen. Sie kamen überein, diese Beziehungen noch mehr auszubauen und neue Kanäle der Zusammenarbeit zu eröffnen. So wolle man die Zusammenarbeit in den Bereichen Bergbau und verarbeitende Industrie vertiefen. Ferner sollen die Erschließung von Bodenschätzen und die Entwicklung der Infrastruktur zu Schlüsselbereichen künftiger Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern gemacht werden. Außerdem soll in naher Zukunft eine neue Flugverbindung zwischen China und der Mongolei eröffnet und die Zusammenarbeit im Tourismussektor erweitert werden. Die beiden Länder wollen außerdem ihre Zusammenarbeit im Umweltschutz und im Kampf gegen die Desertifikation weiter Landstriche sowie im Kultur- Bildungs- und wissenschaftlich-technischen Sektor stärken und Personal austauschen. Die gemeinsame Grenze soll ein Band der Freundschaft, des Friedens und der Zusammenarbeit werden. (bizMongolia, 4.6. 2003; Xinhua 6.6.2003) Zahl der Pferde in der Inneren Mongolei rückläufig. In der zu China gehörenden Autonomen Region Innere Mongolei ist die Zahl der Pferde in den vergangenen Jahren stark geschrumpft. Zur Zeit wird die Stückzahl für die Region mit 800.000 angegeben. Gegenüber 1975 ist dies ein Rückgang von 65 Prozent. Außer an Touristenorten und Naturparks sieht man nur noch selten Viehzüchter in der innermongolischen Steppe. Wie Tubu Daleng, ein Viehzüchter aus dem Otog Grenzbanner erklärte, hängt dies u.a. mit gestiegenen Kosten für die Pferdezucht zusammen. So liegen die Kosten für die Nutzung des Weidelandes und für Steuern bei Pferden sechsmal so hoch wie bei Schafen. 1990 besaß Tubu über 20 Pferde, heute hat er nur noch eines. Hinzu kommt, dass immer mehr Viehzüchter vom Pferd auf das Motorrad oder den Jeep umgestiegen sind. Auch die Einzäunung der Weideflächen und die Mechanisierung der Landwirtschaft und des Transports erschweren die Benutzung von Pferden. Durch die Umstellung auf die Marktwirtschaft ist Pferdezucht kein profitables Geschäft mehr. Der Niedergang der Pferdekultur in der Inneren Mongolei spiegelt sich auch darin wider, dass viele junge Mongolen dort schon nicht mehr reiten können. (Xinhua 5.6.03) Studentenaustausch Münster – Ulaanbaatar. Im Rahmen des vom DAAD geförderten Studiengang-Projekts Sozialarbeit an der Mongolischen Staatsuniversität, das von der Katholischen Fachhochschule für Sozialwesen in Münster betreut wird, gab es in diesem Jahr erstmals einen Austausch von Studierenden. Während der 25-jährige mongolische Soziologie-Dozent Tumenast Gelenkhuu mit zweien seiner Studenten für drei Monate nach Münster kam, hielten sich zwei Studenten aus Münster in Ulaanbaatar auf, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Das Projekt ist auf vier Jahre angelegt. Die Münsteraner Dozenten halfen bei der Erstellung eines Curriculums, das u.a. Seminare über Sozialarbeit und Sozialpsychiatrie vorsieht. Im neuen Lehrplan soll Jugendarbeit als Pflichtfach aufgenommen werden, die nach Meinung von Gelenkhuu in der Mongolei bislang vernachlässigt wurde. (Münstersche Zeitung, 14.6.03) Mongolei-Gespräch mit der Bonner Oberbürgermeisterin. Am 17. Juni fand im Bonner Rathaus unter Leitung von Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann ein Rundtisch-Gespräch von Vertretern der Stadt Bonn, verschiedener deutscher und internationaler Entwicklungsorganisationen, der Bundesministerien für Internationale Zusammenarbeit und der Wirtschaft sowie der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft e.V. über die Mongolei statt. Sinn des Gesprächs war die gegenseitige Information über die jeweiligen Aktivitäten und die gemeinsame Suche nach neuen Aufgaben für die kommunale und internationale Zusammenarbeit mit der mongolischen Seite. Oberbürgermeisterin Dieckmann regte an, beim nächsten "Tag des offenen Rathauses" 2004 gemeinsam eine Mongolei-Präsentation zu organisieren. Außerdem kam aus dem Teilnehmerkreis der Vorschlag, auf dem Bonner Weihnachtsmarkt im Dezember kunsthandwerkliche Produkte aus der Mongolei anzubieten sowie in der Bonner Lokalzeitung General-Anzeiger eine Artikelserie zu initiieren, in der die einzelnen Organisationen sich selbst mit ihren jeweiligen Mongolei-Projekten vorstellen. (Info: Doris Götting) Muruin-Becken in der Inneren Mongolei ausgetrocknet. Asiens größtes Wasserreservoir in einem Wüstengebiet ist ausgetrocknet. Das Muruin-Becken in der Inneren Mongolei sei nach einer vierjährigen Dürreperiode vollständig trocken, berichtete die chinesische Staatspresse am 18. Juni. Nahezu die gesamte Tier- und Pflanzenwelt in dem 40 Quadratkilometer großen Reservoir sei ausgestorben. Früher wuchsen in dem See jährlich 250.000 Kilogramm Fisch heran. (Neue Zürcher Zeitung 19.6.03; Quelle: AFP) Alte Bronzen aus der Steppe im Völkerkundemuseum Prag. Noch bis zum 10. August ist im Museum für Asiatische, Afrikanische und Amerikanische Kulturen in Prag ( Betlémské nám 1; www.aconet.cz/npm) eine Ausstellung mit antiken Bronzen aus den asiatischen Steppengebieten der Arthur-M.-Sackler Collection (Washington) zu sehen. 85 Objekte illustrieren die Dekorationslust der reitenden Steppenvölker des zweiten und ersten vorchristlichen Jahrtausends. Gürtelschließen, Broschen und Waffen dieser alten Reitervölker sind dekorativ; sie zeugen von hohem handwerklichen und technischen Können. Dargestellt sind überwiegend symbolische Tiermotive wie Hirschgeweihe, Wildschweine und Raubvögel. Sie geben Auskunft über Stammeszugehörigkeit, sozialen Rang und die Verbindung mit der Welt der Geister und Gottheiten. (IIAS-Newsletter, Nr. 31)Hinweis: Neue Anschrift der mongolischen Botschaft in Berlin.
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