Mongolische
Chronik |
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Rückläufige Viehbestände Am Neujahrstag 2003 wurden die statistischen Daten zu den Viehbeständen veröffentlicht. Demnach verfügte die Mongolei Ende 2002 über 23,6 Millionen Stück Vieh, fast 10 % weniger als im Vorjahr. Der gesamte Verlust im vergangenen Jahr wurde mit 2,4 Millionen Stück beziffert. (BizMongolia, 3.1.03) Verbesserte Wirtschaftslage in 2002 „Das Jahr 2002 zeichnete sich durch eine Stabilisierung der Gesamtwirtschaft, ein gesundes ökonomisches Klima und verbesserte Beschäftigungs- und Einkommensverhältnis ab", erklärte die Ministerin für Finanzen und Wirtschaft, Ch. Ulaan. Nach vorläufiger Schätzung wird das pro Kopf Einkommen auf US $ 455 in 2002 anwachsen, eine Steigerung von 7,1% gegenüber dem Vorjahr. Über US $ 45 Millionen ausländisches Kapital ist in die mongolischen Bank- und Finanzsektoren geflossen. Bis zum 01. Dezember 2002 ist die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vorjahr um 23% zurückgegangen. Das Außenhandelsdefizit beträgt US $ 140 Millionen. Aufgrund der Winterkatastrophe, Missernten sowie Maul- und Klauenseuche bleibt die Landwirtschaft, die rund 30% der gesamten Volkswirtschaft ausmacht, weiterhin angeschlagen. ( BizMongolia, 03.01.2003) Die besten ausländischen Investoren 2002 Die Mongolei kann sich über einen deutlichen Zuwachs an ausländischen Investoren freuen. Die Summe der ausländischen Investitionen im Jahr 2002 beträgt US$ 170 Millionen. Dies entspreche der gesamten Summe der ausländischen Investitionen zwischen 1996 und 1999, teilte Ch. Ganzorig, Minister für Handel und Industrie mit. Allein in den ersten 3 Monaten nach einem Investoren-Forum in Ulaanbaatar, September 2002, sind ca. US $ 50 Millionen ausländisches Kapital in die Mongolei geflossen. SOCO Tamsag (USA, Ölindustrie), Ivabhoe Mines( Bergbau, Canada) und Monhua Qiang (Handel und Service, China) belegen die ersten drei Plätze in der Top 20 der ausländischen Investoren. Unter den Top 20 ist keine deutsche Firma oder ein deutsch-mongolischer Joint Venture zu finden. ( BizMongolia, 03. 01.2003) Ministerien und Aimag–Regierungen übernehmen Haushaltsverantwortung Mit der Einführung eines neuen Gesetzes zur Finanzverwaltung ab 01.Januar 2003 sollen die Staatssekretäre in den Ministerien und die Vorgesetzten der lokalen Regierungen in den Aimags die volle Verantwortung für den eigenen Etat übernehmen. Das Gesetz schreibt vor, dass die Finanzierung der öffentlichen Institutionen nach ihrer Leistung oder so genannten Produkten bemessen wird. Jeder Staatsbeamte und Angestellte in den öffentlichen Einrichtungen soll seine Aufgabe genau definieren und einen entsprechenden Vertrag mit seinem Vorgesetzten unterzeichnen. Mit dem neuen Gesetz sollen die öffentlichen Mittel in der Mongolei besser verwaltet und effizient eingesetzt werden. Die Mongolei ist nach Australien und Neuseeland das dritte Land weltweit, das das System übernimmt. (BizMongolia 10.1.03) Themenabend Mongolei bei Arte. Der deutsch-französische Fernsehsender Arte brachte in seinem Spätprogramm am 23. Januar einen Themenabend Mongolei. Es liefen zwei Dokumentationen von Lutz Rentner und Frank Otto Sperlich, "Laufsteg Ulaanbaatar", eine über mongolische Mode und "Der lange Weg in die Marktwirtschaft", ferner ein Film über die Idee von Staatspräsident Bagabandi, die mongolische Hauptstadt von Ulaanbaatar nach Karakorum zu verlegen, unter dem Titel "Neue Zukunft – Neue Hauptstadt?" (Fernsehprogramm 23.1.03) Straßenbauplan bedroht die letzten Naturparadiese in Asien Die endlose Steppe der Mongolei mit ihrer Naturvielfalt werde durch einen Straßenbauplan ernsthaft bedroht, so Wissenschaftler der Wildlife Conservation Society in New York. Der besagte Bauplan ist ein Teil der so genannten „ Millennium Straße", die die Mongolei mit China und dem russischen Fernen Osten verbinden soll. Der gegenwärtige Plan sieht vor, die Gazellen aus allen oder Teilen der Schutzgebiete in der Ostmongolei umzusiedeln. Dort sind Schätzungen zufolge über eine Million mongolische Gazellen zusammen mit anderen Tierarten beheimatet. Das sei das größte intakte Ökosystem auf der Erde, sagte Dr. George Schaller, Biologe der Wildlife Conservation Society, der seit 1989 in der Mongolei arbeitet. Der Bauplan könnte die Weiterexistenz des Gazellenbestands ernsthaft gefährden. Ein alternativer Plan, der eine Umgehung der wichtigen Schutzgebiete vorsieht, wird derzeit von der Entwicklungsbank Asiens geprüft. (Info Altan Sanj, New York, 29. 01.2003) Mongolische Politiker auf Weltwirtschaftsforum in Davos N.Enkhbayar, Premierminister der Mongolei, und S. Oyun, Parlamentsmitglied, haben an der 33. jährlichen Sitzung des Weltwirtschaftsforums in Davos teilgenommen. Das Forum fand in einer Zeit statt, in der überall auf der Welt Ungewissheit und Sorge vor der Zukunft herrscht. Vertrauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wiederherzustellen, war das beherrschendes Thema des diesjährigen Forums. Im Rahmen des Forums traf der mongolische Regierungschef Enchbayar unter anderem mit US–Außenminister Colin Powell und dem Präsidenten der Schweizer Eidgenossenschaft zusammen. (BizMongolia, 07.02.2003) Neuer Anbieter für Mobiltelefonie Bei einer Lizenzversteigerung, die am 02. Dezember 2002 stattfand, hat die Mongolia Telecom den Zuschlag bekommen. Damit wurde die Firma der dritte Mobiltelefonanbieter in der Mongolei. Mongolia Telecom will bis September 2003 in Ulaanbaatar und zwei weiteren Städten mit ihrem Service beginnen. Das Mindestgebot für die Lizenz wurde mit US $ 1.0 Million festgelegt. Obwohl einige Firmen an der Lizenz interessiert waren, blieb Mongolia Telecom der einzige Teilnehmer an der Versteigerung. (BizMongolia, 07.02.2003) Das Jahr der Schafe Mit Beginn des „Tsagaan Sar"( Weißer Monat) am 02. Februar 2003, das traditionelle mongolische Neujahrsfest, löst das Jahr der Schafe das Jahr des Pferds ab. Khamba D. Choijantsan aus dem buddhistischen Tempel Gandantegchlen gab seine Jahresprognose bekannt: "Das Schaf ist ein ruhiges Tier, deshalb wird es in diesem Jahr ausreichenden Regen, weniger Leid und Krankheit geben. Insgesamt ist das Jahr sehr positiv." Was die Politik und das gesellschaftliche Leben angehe, könnten zwischenstaatliche Konflikte für allen Beteiligten positiv gelöst werden. Die wirtschaftliche Lage vieler Länder werde sich erholen und stabilisieren. Wirtschaftszweige wie Mode, Dienstleistung, Papier- und Druckindustrie, Einzelhandel und Nahrungsmittelindustrie würden im Jahr der Schafe besonders profitieren. In der ersten Jahreshälfte gewinne die Börse wieder an Dynamik. Transport- und Tourismusindustrie müssten jedoch mit harten Konsequenzen rechnen. (BizMongolia, 07.02.2003) Papst Johannes Paul II. besucht erstmals die Mongolei Der Papst wird Ende August erstmals die Mongolei besuchen. Dies teilte der Botschafter des Vatikans in Ulan Bator, Nuntius Giovanni Batista Morandini, mit. Johannes Paul II. folge einer Einladung von Präsident Bagabandi. Das mongolische Staatsoberhaupt hatte den Papst bei einem Besuch in Rom im Jahr 2000 eingeladen. Nach Angaben von Nuntius Morandini gibt es in der 2,5 Millionen Einwohner zählenden Mongolei, die zu 90 Prozent Buddhisten sind, nur 136 Katholiken und 23 Priester. (dpa 28.02.2003) Neuer Tee mit medizinischen Wirkungen Die Firma Huvsgul Ikh Taiga hat einen neues Produkt, den Ikh-Taiga-Tee-1 Tee mit medizinischen Wirkungen, vorgestellt. Es gibt über hundert wilde Pflanzenarten in der Mongolei, die als Tee verarbeitet werden können. Die Firma bereitet zur Zeit Teesorten mit 15 verschiedenen Pflanzenarten wie z.B. Schwarze Johannisbeere, wilder Hafer, Pfingstrose und anderen Früchten aus den Wäldern Khuvsgols vor. Ferner plant die Firma, Ikh Taiga Tee-2 auf den Markt zu bringen. Das Produkt soll Patienten mit Gallen-, Herz- und Gefäßbeschwerden helfen. (BizMongolia, 28.02.2003) „Willkommen in der Mongolei" soll mehr Touristen anziehen. Das Jahr 2003 wurde zum Jahr des Tourismus unter dem Motto „Willkommen in der Mongolei" erklärt. Träger sind die mongolische Regierung, die IHK und die Tourismusbehörde. Am 27.2. informierten der Marketingchef der Tourismusbehörde, J. Boldbaatar, und der Leiter der Informationsabteilung des Außenministeriums, J. Ganibal, über die Maßnahmen mit dem Ziel, die Mongolei zu einer Attraktion für mehr ausländische Touristen zu machen. Unterstützt durch das europäische Tacis-Programm entwickelten das Infrastrukturministerium und die Tourismusbehörde ansprechendes Informations- und Werbematerial über die Mongolei, ihre kulturellen und historischen Schätze, sportliche Betätigungsmöglichkeiten und natürliche Reichtümer. Hier einige Programmpunkte aus dem Ereigniskatalog für das Jahr 2003: Musikfestival „Dröhnende Hufe" im Juni bei Karakorum (16.-22.6.), „Pferdetreck ins Land Chinggis-Khaans" im Juli, „Mit mongolischen Schönheitsköniginnen auf den Spuren von Khulan-Khatan" im August, „Tsamtänze" im September in Ulaanbaatar, „Adlerjagdfestival" im Bayan-Ulgii-Aimag im Oktober. Laut Boldbaatar besuchten im Jahr 2001 160.000 Touristen die Mongolei., im Jahr 2002 waren es 180.000. Geplant sind ferner die Öffnung weiterer Grenzübergänge, der Einsatz zusätzlicher Züge zwischen Peking und Ulaanbaatar, mehr Flugangebote, die Ausgabe von Visa direkt am Flugplatz und die Erhöhung der Zahl der Konsuln. (MongoleiOnline, März 2003) Zweites Deutsch-Mongolisches Forum in Berlin. Unter dem Titel "Dschingis Khans Erben auf dem Weg ins 21. Jahrhundert" fand am 10. März in Berlin die zweite gemeinsame Tagung des Deutsch-Mongolischen Forums statt. Die erste Forumsveranstaltung war im Jahr 2001 in Ulaanbaatar erfolgt. Während damals ein breites Spektrum bilateraler und internationaler Themen erörtert wurde, konzentrierten sich die deutschen und mongolischen Teilnehmer in diesem Jahr auf Parteiendemokratie, kommunale Selbstverwaltung und ländliche Entwicklung sowie auf die Bedeutung von Rechtssicherheit und Rechtsstaatlichkeit für die gesellschaftliche Entwicklung in der Mongolei und den weiteren Ausbau der Marktwirtschaft. In einem abschließenden Panel entwickelten und diskutierten der ehemalige Staatspräsident und Forumsvorsitzende P. Ochirbat, der Direktor des Landtags von Nordrhein-Westfalen und designierte Honorarkonsul der Mongolei, Prof. Heinrich Große-Sender, Botschafter a.D. L. Udval und die Präsidentin der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft, Doris Götting, Perspektiven künftiger Schwerpunktsetzungen des Forums. Frau Götting verwies in diesem Zusammenhang u.a. auf das Problem der dauerhaften Finanzierung, das Fehlen eines Ansprechpartners in Deutschland, d.h. einer Koordinierungsstelle für die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, die mit der Mongolei Austausch pflegen. Als Schwerpunktthema für das nächste Deutsch-Mongolische Forum schlug sie Bildung und Beruf mit folgenden Unterpunkten vor: a) Studium und akademische Zusammenarbeit, Finacier und Veranstalter der beiden bisherigen Foren war die Konrad-Adenauer-Stiftung. (Info Doris Götting, 11.03.03) Nationale Konferenz zur Korruptionsbekämpfung Die nationale Konferenz zur Korruptionsbekämpfung fand am 27./28. März in Ulaanbaatar statt. Führende Politiker wie der Staatspräsident, Ministerpräsident und zahlreiche Parlamentsmitglieder nahmen daran teil. Zum Abschluss der Konferenz wurde ein nationales Programm zur Korruptionsbekämpfung verabschiedet. (BizMongolia, 28.03.03) Neue Visabestimmungen Anlässlich des Tourismusjahres 2003 unter dem Motto „Willkommen in der Mongolei" hat das Ministerium für auswärtige Angelegenheiten eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um die Visumbeschaffung für Ausländer zu vereinfachen. Zu den Neuerungen gehört ein neues Design des Visums, das ein schnelle Überprüfung per Computer ermöglicht. Auch der Service soll verbessert werden. So kann der Visumantrag ohne persönliches Erscheinen bei der Botschaft per elektronischer Post gestellt werden. Für Reisegruppen reicht es aus, wenn der Gruppenleiter ein Visum besitzt. Ein Visum kann auch an den Grenzübergängen erteilt werden, sofern der Reisende sein Reisevorhaben im Voraus angekündigt und seine Reise bei einem mongolischen Reiseunternehmen gebucht hat. (BizMongolia, 28.03.03) Kontroverse um offiziellen Standpunkt in der Irak-Politik. Die Entscheidung der mongolischen Regierung, „sich an die Seite der USA und ihrer Verbündeten im Irak-Krieg zu stellen", stieß nicht überall auf Zustimmung. Der Riss ging quer durch alle mongolischen Parteien. Während Ex-Präsident P. Ochirbat einräumte, der Krieg sei kein Krieg gegen das irakische Volk; es gehe um die Ablösung einer menschenfeindlichen Diktatur, und der ehemalige Außenminister Ts. Gombosuren den Krieg für eine „richtige Maßnahme" hielt, kritisierte vor allem die „Bürgermut - Republikanische Partei" die Haltung der Mongolei zu Gunsten der Kriegskoalition. Außenminister Erdenechuluun betonte, die Tatsache, dass die Mongolei zu den Ländern der Nichtpaktgebundenen gehöre, sei kein Hindernis, an der Seite der USA und ihrer Verbündeten zu stehen. Es ginge um keinerlei militärischen Beistand, der selbstverständlich entsprechende Verträge voraussetzen würde. Erdenechuluun erinnerte an die Unterstützungserklärungen für die USA und den Kampf gegen den internationalen Terrorismus nach dem 11. September 2001. Die mongolische Entscheidung sei kein plötzlicher Entschluss gewesen. Der mongolische Botschafter in den USA, R. Bold, erklärte auf die Frage, warum die Mongolei nicht die kriegsablehnende Haltung ihrer beiden Nachbarn Russland und China berücksichtigt habe: „Die Mongolei ist ein selbstständiger Staat. Wir müssen unsere Positionen nicht unbedingt mit anderen in Übereinstimmung bringen. Wir lassen uns von keinem Staat bevormunden". Auf der von Staatspräsident N. Bagabandi einberufenen Tagung des Nationalen Sicherheitsrates berieten die Teilnehmer über die möglichen Auswirkungen des Irak-Krieges auf die mongolische Wirtschaft und die Sicherheit der Bürger und des Landes. Bagabandi beauftragte Regierung und Außenministerium mit der Einleitung der für Krisenzeiten vorgesehenen Maßnahmen. Aus Protest gegen den Irak-Krieg ist die stellvertretende US-Botschafterin in der Mongolei, Mary Ann Wright, von ihrem Posten zurückgetreten. (nach Mongolei Online 23.-30.3.03) Wichtiger Hinweis für unsere Mitglieder: Termin Jahresmitgliederversammlung. Die diesjährige Jahresmitgliederversammlung der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft e.V. und unsere wissenschaftliche Jahrestagung finden am 25./26. Oktober 2003 in Bonn statt. Bitte merken Sie sich diesen Termin jetzt schon vor. Eine Einladung zur Versammlung und das Programm der Tagung gehen Ihnen im August zu. Wir begehen in diesem Jahr unser 30-jähriges Bestehen. Gleichzeitig steht die Neuwahl von Vorstand und wissenschaftlichem Beirat an. Ihre Anwesenheit ist deswegen besonders erwünscht. Da mehrere Vorstandsmitglieder ausscheiden werden, bitten wir Sie um Kandidatenvorschläge an die Geschäftsstelle.
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