Mongolische
Chronik |
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Aktionsprogramm für
Kinder geplant. Am 21. Oktober fand in Ulaanbaatar eine Beratung über ein
Aktionsprogramm für Kinder 2002-2010 statt, an dem 20 einheimische und
ausländische Kinderorganisationen teilnahmen, die in der Mongolei aktiv
sind. Ferner nahmen der Parlamentsabgeordnete Sodnomdorj, der
UNICEF-Vertreter in Ulaanbaatar, Richard Prado und der Staatssekretär im
Sozialministerium, R. Jadambaa an der Beratung teil. Vertreter der
Sonderarbeitsgruppe im Sozialministerium informierten die Teilnehmer über
den Rahmen des zweiten staatlichen Aktionsprogramms für Kinder. Sodnomdorj
unterstrich, dass der Kinderarmut - 37 Prozent der Mongolen leben unterhalb
der Armutsgrenze - besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden solle.
Vertreter der einheimischen Nichtregierungsorganisationen brachten ihre
Sorge zum Ausdruck, dass ihre Rolle in dem Dokument zu vage definiert sei
und dass ihre Zusammenarbeit mit Regierungsstellen vertraglich verbessert
werden könne. Sie forderten ferner finanzielle Mittel für die Aus- und
Weiterbildung von Mitarbeitern in Kinder- und Jugendeinrichtungen. Das
staatliche Zentrum für Gewaltverhinderung schlug Maßnahmen gegen spezifische
Formen des Kindesmissbrauchs, z.B. in Familien und Schulen vor und forderte,
dass sich die Medien durch Inserate an Aktionen zur Gewaltverhinderung
beteiligen. Das Justizministerium solle sich an den geplanten Maßnahmen zum
Kinder- und Opferschutz wie auch zur Verhinderung traumatischer Erfahrungen
beim Jugendstrafvollzug beteiligen. (Unicef Mongolia News Release 21.10.02)
Präsident Bagabandi empfing Generalsekretär des World Nature Fund. Der mongolische Staatspräsident N. Bagabandi empfing am 23.10. den Generalsekretär des World Fund for Nature, Mohammed Al-Ashray, der zu einem Besuch in der Mongolei weilte. Die Gespräche drehten sich in erster Linie um die ernste Verschlechterung des ökologischen Gleichgewichts in der Mongolei. Zu den Ursachen zählen die zahlreichen Waldbrände, die Schädigung der Wälder durch Insekten und der Verlust hochwertigen Weidelandes. (The email daily news No. 208, 24. 10.02) Britische Ehrung für Prof. Bira. Einer der führenden mongolischen Gelehrten, das Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Generalsekretär des Internationalen Mongolistenverbandes , Prof. Sh. Bira, empfing aus der Hand des britischen Kronprinzen Charles die nach Denis Sinora benannte Goldmedaille für seine herausragenden Beiträge zur internationalen Mongolistik. Die feierliche Überreichung der Ehrenmedaille fand in der Royal Asian Society in London statt. (The email daily news No. 208, 24. 10.02) Schrumpfender Verteidigungsetat. Wie die Tageszeitungen "Zuuny Medee" und "Unen" berichteten, befasste sich der außen- und sicherheitspolitische Ausschuss des Parlaments mit dem für das Haushaltsjahr 2003 vorgesehenen Verteidigungsetat. Der vorgesehene Betrag von 17, 112 Milliarden Tugrik entspricht 1,24 Prozent des Bruttosozialprodukts und liegt unterhalb dem des Vorjahres. Verteidigungsminister Gurragchaa ersuchte die Mitglieder des Ständigen Ausschusses, seine Forderung nach höheren Investitionen in die Modernisierung von Waffen und Ausrüstung zu unterstützen. Der Haushalt für die Grenztruppen wurde auf 841 Millionen Tugrik festgelegt; das sind 162,5 Millionen Tg. weniger als im Haushalt 2002. Die Ausgaben für die Zivilverteidigung wurden um 94 Millionen Tg. gekürzt. Der neue Generalstabschef, Ts. Togoo, erklärte, ohne angemessene Modernisierung ihrer Bewaffnung und Ausrüstung würden die mongolischen Streitkräfte nicht in der Lage sein, an friedenschaffenden Maßnahmen der Vereinten Nationen teilzunehmen. (The email daily news No. 208, 24. 10.02) Ausländer in der Mongolei. Wie "Unen" unter Berufung auf die mongolische Ausländerbehörde berichtete, wurden in der ersten Hälfte des Jahres 2002 insgesamt 85.559 Ausländer registriert, die sich zeitweilig oder längerfristig in der Mongolei aufhielten. Unter ihnen waren 35.800 Chinesen, 32.300 Russen, 3.850 Südkoreaner, 3.550 Japaner und 2.250 Amerikaner. Rund 11.500 Ausländer sind als Langzeitbesucher registriert. Ausländer die mit Mongolen verheiratet sind, gelten als Bürger mit festem Wohnsitz in der Mongolei. Zur Zeit sind 778 Ausländer mit Mongolen verheiratet und leben dauerhaft im Land. Unter ihnen sind 445 Russen, 191 Chinesen, sowie 24 Südkoreaner, US-Amerikaner, Deutsche und Holländer mit Daueraufenthaltsrecht in der Mongolei. (The email daily news No. 208, 24. 10.02) Hundert Adidas-Bälle für den Mongolischen Fußballverband. In Ulaanbaatar wurde Ende Oktober ein neues Fußballstadion eingeweiht, das internationalen Standards entspricht. Aus diesem Anlass wurden dem Mongolischen Fußballverband von der deutschen Firma Adidas 100 Fußbälle überreicht. An der Einweihungsfeier nahmen neben Ministerpräsident N. Enkhbayar auch der Präsident des Asiatischen Fußballverbands und Mitglied des Exekutivausschusses der FIFA, Mohamed Bin Hammam Al-Abdullah, der Oberbürgermeister von Ulaanbaatar, M. Enkhbold, der Präsident des Mongolischen Fußballverbandes und Direktor des Goal-Projekts, Ex-Premier R. Amarjargal sowie andere offizielle Vertreter teil. . (The email daily news No. 208, 25. 10.02) Russische Aufklärungseinheit an der Grenze zur Mongolei. Ministerpräsident N. Enkhbayar empfing Ende Oktober eine Delegation der russischen Grenzstreitkräfte unter Leitung ihres Stabschefs, Generaloberst N.S. Reznichenko. Der russische Militärvertreter unterrichtete den Ministerpräsidenten bei dieser Gelegenheit, dass Sonderaufklärungseinheiten geschaffen worden seien, die den Grenzabschnitt zwischen dem Uvs Aimag auf mongolischer Seite und der Autonomen Region Tuva auf russischer Seite patrouillieren. (The email daily news No. 211, 29. 10,02) IMF bewertet Wirtschaftslage positiv. Wie Finanz- und Wirtschaftsminister Ulaan auf einer Pressekonferenz in Ulaanbaatar mitteilte, hat das Direktorium des Weltwährungsfonds (IWF) auf seiner Mongolei-Tagung eine positive Bewertung der Wirtschaftslage abgegeben und sich befriedigt über die verbesserten Beziehungen zwischen dem IWF und der Mongolei geäußert. Das Direktorium würdigte den Fortschritt in den Wirtschaftsreformen und bestätigte, dass die Makro-Ökonomie - trotz der wiederholten Naturkatastrophen und des Verlustes eines beträchtlichen Anzahl an Viehbeständen in den vergangenen zwei Jahren - insgesamt als stabil zu bezeichnen sei. Dennoch gebe es Probleme, die der Aufmerksamkeit bedürften. Zwar begrüße man die Verschlankung des öffentlichen Sektors, aber nach wie vor forderten die öffentlichen Angestellten Gehaltserhöhungen; zweitens müsse man auf die Auswirkungen der Erhöhungen bei Renten und Sozialleistungen auf das Haushaltsdefizit achten; und drittens signalisiere der rapide Geldzuwachs und die wachsenden Kredite eine Schwächung der Geldpolitik; und viertens berge die Zunahme der Auslandsschulden die Gefahr, dass die Mongolei zu stark von äußerer Hilfe abhängig werde. Das Direktorium empfahl der mongolischen Regierung, das Schuldenproblem mit Russland, bei dem es um die Rückzahlung von zehn Millionen Transferrubeln geht, unverzüglich zu lösen, damit die Stabilität der Makro-Ökonomie erhalten bleibt. Ulaan erklärte dazu gegenüber Journalisten, dass die Mongolei ein offizielles Ersuchen an Russland gerichtet habe, die Schulden zu nicht weniger als 90 Prozent abzuschreiben; dagegen sei Russland nur bereit bis 70 Prozent zu gehen. Zum Haushaltsdefizit erklärte Ulaan, die Regierung wolle es durch ausländische Kredite sowie durch Einnahmen aus der Privatisierung von NIC, Gobi und der Versicherungsgesellschaft abdecken. (The email daily news No. 211, 29. 10,02) Fleischexporte nach Russland wieder erlaubt. Anfang November wurden die russisch-mongolischen Grenzübergänge für Fleischexporte wieder geöffnet. Wegen der Maul- und Klauenseuche in der westlichen Mongolei waren sie im Juli 2002 geschlossen worden. Rund 10.000 Tonnen Fleisch konnten so nicht zu den Verbrauchern in Irkutsk, Burjatien und Tschita gelangen. (BizMongolia, 1.11.02) Besuch des Dalai Lama nach mehrfacher Verschiebung. Das geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddhisten, der XIV. Dalai Lama, traf am 4. November von Japan kommend zu einem dreitägigen Privatbesuch in Ulaanbaatar ein. Es war der erste Besuch des Dalai Lama in der Mongolei seit sieben Jahren. Ursprünglich sollte der Besuch bereits im September erfolgen. Doch sowohl Russland als auch Südkorea verweigerten ihm Transitvisa, vermutlich um China nicht zu verärgern. Die chinesische Botschaft in Ulaanbaatar äußerte Protest gegen den Besuch. Am nächsten Tag lauschten Tausende über zwei Stunden lang in einer Versammlungshalle der Lehrpredigt des Dalai Lama; für Hunderte, die keinen Platz mehr gefunden hatten, wurde die Predigt über Lautsprecher nach draußen übertragen. Eine andere Veranstaltung wurde in das Gandan-Kloster verlegt. (AP, 4.-6.11.02) Bahnverbindung China-Mongolei zwei Tage unterbrochen. Eine zweitägige Unterbrechung der Bahnverbindung zwischen China und der Mongolei löste Spekulationen über eine diplomatische Verstimmung zwischen den beiden Ländern aus und trieb den Weltmarktpreis für Kupfer, das Hauptexportprodukt der Mongolei, in die Höhe. Alle Züge aus Ulaanbaatar bzw. Beijing wurden am Grenzbahnhof Erenkhot (Innere Mongolei) gestoppt. Wie die Nachrichtenagentur Associated Press aus Beijing berichtete, könnte China damit seiner Verärgerung über den Mongolei-Besuch des Dalai Lama Ausdruck verliehen haben. Das im indischen Exil lebende geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddhisten war – nachdem sein Privatbesuch bei den Mongolen mehrfach verschoben werden musste – am 4. November von Japan kommend in der mongolischen Hauptstadt eingetroffen. Ein Sprecher der chinesischen Regierung dementierte die Schließung der Grenze und erklärte, einige Züge seien aus "technischen Gründen" gestoppt worden. Das mongolische Außenministerium gab sich mit dieser Erklärung jedoch nicht zufrieden. Für den spekulativen Anstieg der Kupferpreise an der Londoner Edelmetallbörse um 1,3 Prozent waren hauptsächlich chinesische Händler verantwortlich, die zu den wichtigsten Aufkäufern des mongolischen Kupfers gehören. Der Kupferpreis fiel kurz darauf allerdings wieder unter 1.600 $ pro Tonne. (AP, 7.11.02) Gesundheitskonzepte für die Mongolei. Der Münsteraner Kinderarzt Prof. Dr. Joachim Gardemann (Fachhochschule Münster) hat sich im Rahmen einer DAAD-Initiative gemeinsam mit zwei Vertretern des Studiengangs Public Health der Düsseldorfer Universität im November in Ulaanbaatar über das Gesundheitswesen in der Mongolei informiert. Als Mitglied der deutschen Wissenschaftlergruppe diskutierte Gardemann mit Lehrern und Studenten der Medizinischen Hochschule der mongolischen Hauptstadt Fragen des Aufbaus von Krankenversicherungssystemen sowie Einrichtungen öffentlicher Hygiene und Gesundheitseinrichtungen. An der FH Münster haben Studenten aus der Mongolei in Abschlussarbeiten Themen zum Gesundheitswesen in ihrem Heimatland bearbeitet. Es gibt auch konkrete Projektpläne. So will das Mongolische Rote Kreuz mit Hilfe der Fachhochschule mobile Gesundheitseinrichtungen zur Betreuung der nomadischen Bevölkerung konzipieren und seine Straßenkinderprogramme intensivieren. Laut Gardemann sollen beide Seiten von der geplanten Zusammenarbeit auf dem Gesundheitssektor profitieren. Die traditionelle mongolische Medizin z.B. sei eine Fundgrube für das Gesundheitswesen in Deutschland. (Münstersche Zeitung 6.11.2002) Polizei ging gegen Demonstranten vor. Menschenrechtsaktivisten und Vertreter mongolischer Nichtregierungsorganisationen befürchten die Beschneidung individueller Freiheiten durch die Regierung, nachdem eine Protestdemonstration gegen die geplante Privatisierung von Grund und Boden von der Polizei gewaltsam gestoppt wurde. Bis zu 200 Polizisten wurden in den Frühstunden des 13. November aufgeboten, um die Demonstration vor dem Parlament aufzulösen. Dutzende von Demonstranten, unter ihnen Bauern, die mit Traktoren in die Hauptstadt gekommen waren, wurden vorläufig verhaftet. Die Polizei riegelte auch die Büros der oppositionellen Demokratischen Partei am Sukhe-Baatar-Platz ab, die die Demonstranten logistisch unterstützte. Nach Meinung politischer Beobachter ist die gewaltsame Beendigung des Protests durch die MRVP-Regierung ein nie dagewesener Vorgang in der postkommunistischen Ära der Mongolei; nicht einmal bei den Protesten der Demokratiebewegung die 1990 zum Abtritt des kommunistischen Regimes geführt hatten, seien Demonstranten gewaltsam zum Schweigen gebracht worden. Einige bewerteten die Zerschlagung der Demonstration als Anzeichen, dass die Regierung die Demokratisierung rückgängig machen wolle. Kritik wurde auch an der einseitigen Berichterstattung des staatlichen Fernsehens über die Vorgänge auf dem Sukhe-Baatar-Platz und an der Tatsache geübt, dass das Parlament die Gesetzesvorlage über die Privatisierung von Grund und Boden vor der Verabschiedung nur unzureichend diskutiert habe. Es wird befürchtet, dass fruchtbares Land an Monopolfirmen gegeben wird, während arme Bauern und Landarbeiter leer ausgehen. Darin wird eine langfristige Zementierung der Armut in der Mongolei gesehen, da die mongolischen Bauern, anders als die Viehzüchter, nicht von der Privatisierung profitieren würden. Die Proteste gegen die Privatisierung von Grund und Boden hatten Anfang November begonnen. (Susan Lazorchick in "Human Rights", 1.12.02) Lizenz für seismische Exploration in der West-Mongolei erteilt. Die britische Firma Electro Silica Oil Gas Ltd. hat das Exklusivrecht für die seismische Untersuchung der West-Mongolei erhalten. In der Region werden laut Auskunft der Erdölbehörde der Mongolei Lagerstätten von 5 bis 6 Milliarden Barrel Erdöl vermutet. Electro Silica wird sich an dem Projekt, das 322.000 km² erfassen wird, zu 50 Prozent beteiligen. Die erste Investition für den 40.790 km² umfassenden Block II wird sich auf 20 Millionen US-Dollar belaufen. Alle für die Explorationsarbeiten erforderlichen Maschinen und Material können zollfrei eingeführt werden, was die Mongolei zu einem der günstigsten Zollregime der Welt macht. Die Erschließung großer Erdöl- und Gasreserven in der Mongolei sind vor allem für das Nachbarland China mit seinem erhöhten Energiebedarf von Belang. (Info: Electro Silica Oil & Gas Ltd. Nov. 2002) Obertongesang und mongolische Nacht in Berlin. Im Berliner Haus der Kulturen der Welt fand im November ein Wochenende mit Workshops Lesungen, Vorträgen, Filmen und Konzerten für Liebhaber der Chöömi-Gesänge statt, an dem neben deutschen Musikern und Musikwissenschaftlern Sänger und Künstler aus der Mongolei und aus Tuva, darunter auch die Gruppen Yat-kha und Tuva Kyzy aus Tuva, Börte, der Sänger Hosoo und die Sängerin Alimaa aus der Mongolei teilnahmen. In einer "Mongolischen Nacht" wurde daneben auch "Dancemusic aus den Clubs in Ulaanbaatar" aufgelegt. Von deutscher Seite waren das Arjopa-Team aus Potsdam und der Sänger und Musiker Wolfgang Saus sowie der Phonetiker Sven Grawunder (Uni Halle) vertreten. Die Schriftstellerin Katja-Lange Müller las Erzählungen, die während eines einjährigen Aufenthaltes in der Mongolei entstanden sind. (Info: Haus der Kulturen der Welt, 23.11.02) Saiga-Antilope vom Aussterben bedroht. Die auch in der Mongolei beheimatete Saiga-Antilope (Saiga tatarica) ist vom Aussterben bedroht. Wurde die Gesamtpopulation 1993 noch auf über eine Million Tiere geschätzt, so ist sie im Jahr 2000 auf weniger als 200.000 Stück zurückgegangen. Die Schätzungen für 2001/2002 gehen davon aus, dass inzwischen weniger als 50.000 dieser Antilopenart in freier Wildbahn leben. (Info: The IUCN Red List of Threatened Species, Dez. 2002) Konrad-Adenauer-Stiftung finanziert TV-Dokumentation über Pressefreiheit. Das Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Ulaanbaatar finanziert ein Projekt des Mongolischen Presseinstituts zum Problem der Pressefreiheit in der Mongolei. Im Rahmen dieses Projekts, das zum Ausbildungsprogramm des Presseinstituts gehört, erstellen vier Fernsehjournalisten eine Dokumentation zur Lage der Pressefreiheit in der Mongolei. Zwei der Journalisten kommen von privaten Fernsehstationen, einer vom staatlichen Fernsehen und einer von "Eagle TV", einem amerikanisch-mongolischen Joint Venture. Das Programm soll den jungen Journalisten Gelegenheit geben, objektiv und professionell an die Dokumentation mit dem Titel "Medienfreiheit in der Mongolei – Herausforderung für einen alternativen Journalismus" heranzugehen. Wenn das Projekt gelingt, soll die Dokumentation an lokale Medien zur Ausstrahlung gegeben werden, damit es auch die ländliche Bevölkerung erreicht. (International Journalists' Network – IJNet – Nr. 183, 2.12.02) Bundesverdienstkreuz für Galsan Tschinag. In einer Feierstunde in der Leipziger Stadtbibliothek verlieh die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Antje Vollmer am 5. Dezember dem mongolischen Dichter und Schriftsteller Galsan Tschinag das Bundesverdienstkreuz am Bande. Sie begründete diese ungewöhnliche Auszeichnung eines ausländischen Intellektuellen mit den besonderen Verdiensten Galsan Tschinags um die deutsche Sprache. "Man hört den Urklang der tuwinischen Sprache, und zugleich spürt man die Bereicherung unserer Sprache", sagte Frau Vollmer in ihrer Würdigung. Außerdem habe sich Galsan Tschinag mit seinen Übersetzungen deutscher Literatur wie auch der Verfassung der Bundesrepublik dafür eingesetzt, Deutsch zu einer bedeutenden Sprache in der Mongolei zu machen. Der so Geehrte las auf der gut besuchten Veranstaltung aus seinem neuerschienenen Erzählband "Tau und Gras" (Unionsverlag Zürich). Galsan Tschinag lebt zur Zeit als Stipendiat der niedersächsischen Regierung im Künstlerhof Schrayan in Wustrow. (Info Doris Götting 5.12.02) Neue Fleischprodukte für Export und den heimischen Markt. Die Mongolei, die früher nur ganze Schlachttiere exportierte, ist inzwischen in der Lage, zerlegte Teile wie Rücken, Rumpf und Lenden auszuführen. Während die Arbeit früher von Hand erfolgte und wenig hygienisch war, machen neue Produktionsmethoden eine saubere Verarbeitung möglich. Ab 2003 wird die Firma Mon Khuns, ein mongolisch-koreanisches Joint Venture in- und ausländische Märkte mit Qualitätsfleisch beliefern. Das Unternehmen hat bereits vakuumverpackte Rinderschenkel, Rippen und Zungen nach Korea zu exportieren begonnen. In den letzten Jahren hat die Verarbeitung von Schlachtteilen zugenommen, deren Hauptabnehmer Südkorea ist. Damit konnten die Produktionskosten gesenkt und neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Auch die Wurstproduktion nimmt zu. Aufgrund der Eröffnung neuer Restaurants ist die Nachfrage nach Fleisch- und Fleischprodukten gestiegen. Schlachtwerkzeuge und Maschinen für die Fleischverarbeitung werden hauptsächlich aus Deutschland importiert. (BizMongolia 6.12.02) Parlament stimmte Änderungen an Verstaatlichungsplänen zu. Das mongolische Parlament hat den Änderungen der Direktive der Regierung für die Privatisierung von Staatsbetrieben zugestimmt. In den Änderungen ist vorgesehen, dass die Luftfahrtgesellschaft MIAT in eine staatliche Beteiligungsgesellschaft umgewandelt wird, wobei 49 Prozent durch eine internationale Ausschreibung zur Privatisierung freigegeben werden. Dabei denkt man in erster Linie an eine Beteiligung bekannter und erfahrener Luftfahrtgesellschaften. (BizMongolia 13.12.02) Privatisierung der Bank für Handel und Entwicklung abgeschlossen. Die Bank für Handel und Entwicklung der Mongolei wurde am 11. Dezember offiziell einem Konsortium überschrieben, das aus der schweizerischen Banca Commerciale Lugano und der US-Unternehmensgruppe Gerald Metals besteht. 76 Prozent der Privatisierungssumme wurde an jenem Tag an den mongolischen Staat gezahlt. Es war die bislang gößte Privatisierungstransaktion, die nach Aussagen des neuen Chefmanagers Fabio Kaliya eine Revolution auf dem mongolischen Bankensektor auslösen könnte. Er nannte in diesem Zusammenhang einen hochwertigen Service und langfristige Investitionen. Neben der Übernahme wurde ferner ein auf drei Jahre laufender Vertrag über technische und Managementhilfe mit der niederländischen ING-Bank unterzeichnet. (BizMongolia 13.12.02) Internationale Transporte sollen mehr auf die Straße verlagert werden. Die Mongolei hat mit Russland und China Verhandlungen über eine Vergrößerung des Transitfrachtaufkommens auf der Straße begonnen. Während die Frachttransporte über russisches Territorium für mongolische LKW-Transporte auf allen international anerkannten Überlandstraßen praktisch unbegrenzt offen sind, sind Transporte durch China noch etlichen Beschränkungen unterworfen. Die 1.800 Kilometer lange Strecke Ulaanbaatar-Beijing-Tianjin erfolgt durch Eisenbahntransport. Beim letzten Dreiertreffen im November wurden drei neue Routen in Richtung China bzw. Russland vorgeschlagen, und zwar Ulaanbaatar-Baganuur-Altanbulag, Sukhbaatar-Ereentsav-Bichigt sowie Tsagaannuur-Bulgan Sum (Khovd Aimag). Während Russland dem Vorschlag zustimmte, will China ihn noch prüfen. Das Frachtaufkommen belief sich im Jahr 2001 auf etwa 11 Millionen Tonnen; davon wurden 10 % über Straßen abgewickelt. Die mongolische Eisenbahn wickelt im Jahr schätzungsweise 3,1 Millionen Tonnen ab. Gütertransporte von Russland nach China über die Mongolei umfassen in erster Linie Rohöl und Kunstdünger. China lieferte hingegen nach Russland hauptsächlich Metallverarbeitungsgüter. Durch die Eröffnung neuer Transportrouten soll der Umfang des über die Mongolei abgewickelten Frachtaufkommens beträchtlich erhöht werden. Die genannten Straßen werden von China asphaltiert, die Straße von Altanbulag an die Grenze ist aber noch nicht im Bau und dürfte nicht vor 2005 fertiggestellt sein. Als kürzestmögliche Strecke an den Pazifik hat die Mongolei der chinesischen Seite die Verbindung Sukhbaatar-Ereentsav-Nomrog vorgeschlagen, die über Rashaant und den chinesischen Hafen Xianhuadao direkt an die Küste führen soll. Als Alternative käme die Route von Rashaant zum nordkoreanischen Hafen Nampo oder über Sambong in Südkorea in Frage. Die abschließenden Verhandlungen darüber sollen im März 2003 erfolgen. (BizMongolia 13.12.02) Weltwirtschaftsforum wählt S. Oyun zum "Global Leader von Morgen". Unter den 100 jungen "Führungskräften von Morgen", die das Weltwirtschaftsforum bei ihrer Jahrestagung 2003 in Davos vorstellen will, gehört auch die mongolische Parteipolitikerin und Oppositionsabgeordnete S. Oyun. Sie war aus einem Kreis von weltweit vorgeschlagenen jungen Vertretern der Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Politik, Medien und Künste für den Bereich Politik ausgewählt worden. S. Ojun, Schwester des 1998 ermordeten mongolischen Politikers und Anführers der Demokratiebewegung, S. Zorig, ist Vorsitzende der Republikanischen Partei des Bürgerwillens. (BizMongolia 20.12.02) "My Mongolia" in Eis soll Wintertouristen locken. Zum Auftakt des "Visit Mongolia" Jahrs 2003 soll die diesjährige Ausstellung von Eisskulpturen auf dem Sukhe-Baatar-Platz unter das Motto "My Mongolia" gestellt werden und mit 100 Skulpturen und Figuren, welche die mongolische Nationalkultur verkörpern sollen, über das Neujahrsfest hinaus Touristen anlocken. Wie ein Vertreter des Informationsamts der Stadtverwaltung mitteilte, sucht die mongolische Tourismus-Industrie nach einer Möglichkeit, auch während der langen Wintermonate ausländische Touristen ins Land zu locken. Die Mitgliedschaft Ulaanbaatars im Club der "World Winter Cities" dient ebenfalls diesem Ziel. Die Ausstellung soll am 27. Dezember eröffnet werden. Finanziert wird sie durch die Stadtverwaltung von Ulaanbaatar sowie von Unternehmen. Die Kosten für die diesjährige Ausstellung werden auf etwa 50 Millionen Tugrik geschätzt. Es wird auch einen Wettbewerb für die beste Skulptur sowie einen Schnee- und Eiskarneval geben. Die besten Organisatoren aus jedem Stadtteil können Flüge nach Seoul, Moskau, Beijing, Huhhot und Erlian gewinnen. (BizMongolia 20.12.02)
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