Mongolische
Chronik |
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Präsident Bagabandi besuchte die Schweiz. Präsident Natsagiin Bagabandi hielt sich im Juni in der Schweiz auf. Er nahm am 26. Juni in Zürich an einer Tagung der Investitionshilfe-Organisation SOFI teil und suchte bei der Gelegenheit auch den Kontakt zu schweizerischen Wirtschaftskreisen. Auf einer anschließenden Pressekonferenz betonte Bagabandi das Bewusstsein für die Notwendigkeit der Wirtschaftsreformen sei in der mongolischen Bevölkerung gut verankert und soziale Unrast als Folge der Restrukturierung und Privatisierung staatlicher Unternehmen gebe es keine. Allerdings erwähnte er als gelungenes Beispiel einer Privatisierung nur die staatliche Bank, die von einem schweizerisch-amerikanischen Konsortium übernommen worden sei. (Neue Zürcher Zeitung 27.6.02) Entlassung einer tuwinischen Journalistin. Wegen kritischer Äußerungen gegenüber Präsident Putin ist die tuwinische Journalistin Dina Ojun von Tuwa-online entlassen und mit juristischen Schritten bedroht worden. Sie hatte sich während einer Pressekonferenz des russischen Präsidenten Wladimir Putin in Moskau über Wahlbetrug in der Autonomen Republik Tuwa beschwert; Putin hatte zugesagt, der Beschwerde nachzugehen. Nach Kyzyl zurückgekehrt, geriet Ojun unter Druck dortiger politischer Funktionäre und verlor ihre Stelle. Das russische Informationsministerium bezeichnete den Vorgang als „skandalös". (Neue Zürcher Zeitung 6.6.02) Mongolische Coca-Cola-Produktion angelaufen. Am 24. Juni nahm die Unternehmensgruppe MCS in Ulaanbaatar die Produktion von Coca Cola auf. Die Gruppe hatte vor einem Jahr die Lizenz erworben und will nach Aussage ihres Leiters S. Odjargal nicht nur die Städter, sondern auch die Nomadenfamilien mit dem Getränk beliefern. Die Produktionsanlage ist auf 1,1 Millionen Flaschen pro Jahr ausgelegt. Die Firma hat 52 neue Arbeitsplätze geschaffen und produziert 75 Liter Coca Cola pro Stunde. Mit der einheimischen Produktion soll der Import von Softdrinks reduziert werden. Der Preis für eine 250 ml-Flasche Coca Cola soll mit 220 Tögrög niedriger liegen als bei Importgetränken. (BizMongolia 28.6.02) Ensemble Egschligen beim DW-Weltmusik-Festival in Bonn. Beim Festival der Weltmusik, das die Deutsche Welle alljährlich in Bonn veranstaltet, trat in diesem Jahr am 14. Juli das bekannte mongolische Folklore-Ensemble Egschiglen auf. Die Truppe von Absolventen der Staatlichen Musikhochschule Ulaanbaatar besteht seit 1991 und gastiert schon seit vielen Jahren immer wieder in Deutschland, u.a. auch bei einer Jahrestagung der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft. Ihr Programm umfasst traditionelle Lieder und zeitgenössische Musik. (Info Deutsche Welle, Köln) Schüler laufen für ein Hilfsprojekt in der Mongolei. Am 25. Juni nahmen Schüler der Nikolaus-Otto-Schule in Bad Schwalbach auf Anregung des Deutsch-Mongolischen Kulturvereins Rheingau-Taunus e.V. (Schlangenbad-Bärstadt) auf dem Sportplatz im Wiedbachtal an einem Sponsorenlauf teil. Der Erlös von 144 € flossen in einen Spendentopf, der Hilfsprojekten in der Mongolei zugutekommt. (Info Deutsch-Mongolischer Kulturverein Rheingau-Taunus e.V.) Mongolische Märchen beim „Fest des Wissens" in Bonn. Eine bunte Mischung aus Forschungspräsentation, Diskussion, Kultur und Unterhaltung bot die Bonner Universität Bonn in Zusammenarbeit mit der Bonner Strukturförderungsgesellschaft, dem Deutschen Museum und dem Stifterverband für die deutsche Wissenschaft sowie weiteren regionalen Forschungseinrichtungen Anfang Juli für ein breites Publikum in der dritten Bonner Wissenschaftsnacht. Neben der Demonstration der praktischen Umsetzung von Forschung in Bereichen wie Geowissenschaften, Informatik und Medizin präsentierten sich die Ost- und Zentralasienwissenschaften u.a. mit dem Vortrag von Märchen. Die Bonner Mongolistin und Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft e.V., Prof. Dr. Veronika Veit, las in einem Zelt im Bonner Hofgarten Märchen aus der Mongolei. (Bonner Generalanzeiger 8.7.02) Energiepreise für Privathaushalte und Betriebe angehoben. Mit Wirkung vom 1. Juli sind die Energie- und Heizkosten in der Mongolei angehoben worden. Eine entsprechende Entscheidung traf die unabhängige Energie-Regulierungsbehörde, eine Einrichtung im Rahmen der Restrukturierung des Energiesektors. Demnach wird der Strompreis für Privathaushalte und Betriebe auf 49,-- Tögrög pro Kilowattstunde festgesetzt. Das bedeutet einen Preisanstieg von 8,9 bzw. 7 Prozent. Begründet wurde die Erhöhung der Energiepreise mit der schwierigen Finanzlage im Kupferkombinat von Erdenet und bei der Bergbauindustrie. Erdenet ist größter Stromkunde des Landes, der 25 Prozent des gesamten Energieangebots der Zentralregion verbraucht. (BizMongolia 19.7.02) Geberländer tagten in Ulaanbaatar. Mit einer Empfehlung an die mongolische Regierung, die Wirtschaft zu stabilisieren, für höhere Wachstumsraten und eine Verringerung der Armut und des sozialen Ungleichgewichts zu sorgen, ging am 10.Juli das 9. Treffen der Konsultativgruppe der Geberländer in Ulaanbaatar zu Ende. Als Unterstützung mittelfristiger Maßnahmen zur Reduzierung der Armut sagten die Geberländer 330 Mio. US$ zu. An der zweitägigen Konferenz nahmen Delegationen aus 20 Ländern und von 19 internationalen Organisationen teil. Ferner nahm Kasachstan als Beobachter an dem Treffen teil. Konferenzleiter waren der für die Mongolei zuständige Direktor der Weltbank, Ian Porter und der mongolische Minister für Wirtschaft und Finanzen, Ch. Ulaan. Die Bundesrepublik Deutschland war durch die Mongoleireferentin im BMZ, Julia Wegner, vertreten. Als Vertreter der Europäischen Union betonte Dr. Uwe Wissenbach, die EU unterstütze den Vorschlag, alle ausländischen Kredite und andere Finanzhilfen in der Abteilung für wirtschaftliche Zusammenarbeit des Wirtschafts- und Finanzministeriums zu koordinieren. (BizMongolia 19.7.02) "MY SHOP"- Nummer Eins auf dem mongolischen Lebensmittelmarkt. Das Lebensmittelangebot hat sich in Ulaanbaatar im letzten Jahrzehnt grundlegend geändert. Gab es vor den 90er Jahren nur acht Produktvarietäten und 20 Sorten an Lebensmitteln und waren in jener Zeit die Geschäfte nur von 8 bis 19 Uhr geöffnet, so können die Bürger Ulaanbaatars heute 24 Stunden am Tag unter 80 Varietäten und 600 verschiedenen Lebensmittelsorten wählen. Vor allem die Supermärkte sind auf dem Vormarsch. Die Kette "My Shop", die 1995 mit zwei kleinen Geschäften begann, hat heute 18 Filialen mit einem Tagesumsatz von 3 Mio. Tögrög. Während "My Shop"-Läden hauptsächlich in den Vororten zu finden sind, heißen die zur selben Ladenkette gehörenden Geschäfte im Stadtzentrum "Our Shop". Sie bieten hauptsächlich frische und leicht verderbliche Ware wie Fleisch, Fleischprodukte und Gemüse an. Und der kürzlich eröffnete "My Market" verkauft Lebensmittel an Großabnehmer zu Großhandelspreisen. 60 bis 70 Prozent der Produkte auf dem mongolischen Lebensmittelmarkt stammen aus Europa, während der Verkauf asiatischer Produkte schleppend ist. Nur etwa 30-40 Prozent der angebotenen Lebensmittel stammen aus einheimischer Produktion. Aber die mongolische Lebensmittelindustrie verzeichnete Wachstumsraten vor allem im Bereich der Backwaren, bei Fleisch und Fleischprodukten sowie bei der Herstellung alkoholischer Getränke. Für die Zukunft plant das "My Shop"-Unternehmen die Eröffnung eines Gemüsemarkts in Ulaanbaatar, auf dem Frischgemüse und Obst aus heimischer Produktion angeboten werden soll. Dieser Markt soll ebenfalls 24 Stunden geöffnet sein und Arbeitsplätze für 560 Menschen bieten. (BizMongolia 2.8.02) Wechsel auf dem deutschen Botschafterposten in Ulaanbaatar. Am 2. August beendete der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, Klaus Schröder, seine Amtszeit in der Mongolei und ging in den Ruhestand. Beim Abschiedsempfang dankte Präsident Bagabandi dem Botschafter für seinen Beitrag zur Festigung der mongolisch-deutschen Beziehungen und wünschte ihm und seiner Familie für die Zukunft alles Gute. Als neuer Botschafter der Bundesrepublik überreichte Dr. Michael Vorwerk Präsident Bagabandi am 15. August sein Beglaubigungsschreiben. (Deutsche Mongolei Agentur 4.8.und 1.9.02)8. Internationaler Mongolistenkongress in Ulaanbaatar. Vom 5. bis 10. August fand in Ulaanbaatar der 8. Internationale Mongolistenkongress statt. Er stand ganz im Zeichen des 840. Geburtstags von Tschingis Khan. Mehr als 200 Wissenschaftler aus 30 Ländern und 80 aus der Mongolei sprachen zum Thema „Die Mongolei und die Welt". Kongressveranstalter waren die mongolische Regierung, die UNESCO und die Japan Foundation. Akademiemitglied S. Bira leitete das Organisationskomitee. Das Eröffnungsreferat hielt Ministerpräsident N. Enkhbayar. Sein Thema: "Tschingis Khan und die heutige Zeit". In diesem Vortrag vertrat er die These, es sei nicht das Hauptziel Tschingis Khans gewesen, fremde Länder zu erobern, sondern die Unabhängigkeit und Sicherheit des mongolischen Staates zu stärken, den internationalen Handel zu kontrollieren und einen besseren rechtlichen Rahmen zu schaffen. (Mongol Messenger 7.8.02, BizMongolia 9.8.02; Konferenzbericht in diesem Heft)Der mongolischen Tourismus-Industrie fehlen Investoren. Obwohl der mongolische Tourismus-Sektor wächst, konnten viele der Anfangsschwierigkeiten noch nicht überwunden werden. So fehlen wegen der unzureichenden finanziellen Ausstattung der Reiseunternehmen immer noch internationalen Standards genügende Touristen-Camps und Erholungsorte. Der Vizepräsident des Reiseunternehmens "Nomadic Expeditions", J. Badral meinte gegenüber der Online-Zeitung BizMongolia, es fehle auch eine genaue Vorstellung dessen, was Tourismus bedeute. Anders als in anderen Ländern, wo der Tourismus zum Exportsektor zähle, müssten Reiseunternehmen in der Mongolei Mehrwertsteuer abführen. Außerdem sei es ausländischen Investoren nicht gestattet, die Schutzgebiete, einschließlich des Hövsgöl-Sees zu betreten. Dort gebe es dafür 30 lokale Tourismusunternehmen, die teilweise nur ein paar Jurten besäßen und nicht ausgebildetes Personal beschäftigten. Auch habe durch unzureichende sanitäre Vorkehrungen in den Touristen-Camps die Wasserqualität des Hövsgöl-Sees gelitten. (BizMongolia 9.8.02) Staatssekretärin im BMZ besuchte die Mongolei. Vom 25. Juli bis zum 1. August weilte die, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Dr. Uschi Eid (Bündnis 90/Die Grünen), zu einem Arbeitsbesuch in der Mongolei. Begleitet wurde Frau Eid vom, Leiter der Abteilung Ostasien und Pazifik bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Dr. Hans-Peter Müssig und der Mongoleireferentin im BMZ, Julia Wegner. Außer mit Ministerpräsident N. Enkhbayar traf die Staatssekretärin mit Vizeaußenminister S. Batbold, dem stellvertretenden Minister für Finanzen und Wirtschaft, L. Enkhtaivan, dem Staatssekretär für Industrie und Handel, Ts.Yondon, Vertretern der mongolischen Grünen, Parlamentsabgeordneten und mongolischen Absolventen deutscher Hochschulen zusammen. Seit 1991 hat die Bundesrepublik Deutschland die Mongolei mit 180,5 Millionen Euro an Finanzhilfen und Vorzugskrediten gefördert. Damit ist Deutschland der viertgrößte Geber hinter Japan, der Asiatischen Entwicklungsbank und der Weltbank. (Deutsche Mongolei Agentur 4.8.02) Honorarprofessur der Akademie der Wissenschaften für deutschen Mongolisten. Der deutsche Mongolist, Dolmetscher und Publizist Dr. Udo B. Barkmann, ist vom Wissenschaftsrat des Instituts für Internationale Forschungen der Akademie der Wissenschaften in Ulaanbaatar mit dem Titel eines Honorarprofessors geehrt worden. Neben Barkmann erhielten der Herausgeber von „100 Khane, acht Bogd", N. Dugersuren, der Asienforscher und Botschafter a. D.S. Khurelbaatar sowie der russische Mongolist, Diplomat, Publizist und Dolmetscher, J.N. Kručkin, die Auszeichnung. (Deutsche Mongolei Agentur 22.7.02) "Visit Mongolia Year" 2003. Das kommende Jahr soll der Mongolei einen besonderen Auftrieb an ausländischen Besuchern bringen. Am 9. August wurde 2003 offiziell zum "Visit Mongolia Year" ausgerufen. Die Industrie- und Handelskammer, das staatliche Komitee für das "Visit Mongolia Year" und das Infrastrukturministerium stellten im Beisein von Ministerpräsident N. Enkhbayar das Logo und eine CD-Rom sowie ein Video-Clip vor, mit denen im In- und Ausland für das "Visit Mongolia Year" geworben werden soll. (Mongol Messenger 14.8.02) Neuer Grenzübergang. Zwischen der Mongolei und Russland ist bei Tes (Uvs Aimak) ein neuer Grenzübergang geöffnet worden. Er erleichtert die Verbindung zwischen der West-Mongolei und der Autonomen Republik Tuva. (Mongol Messenger 14.8.02) Keine Visa für den Dalai Lama. Der Dalai Lama ist auch in diesem Jahr in Russland nicht erwünscht, nachdem ihm bereits im Vorjahr ein Visum verweigert worden war. Moskau stellte den rein religiösen Zweck der Reise in Frage, da auch Mitglieder der tibetischen Exilregierung zur Entourage des geistlichen Oberhaupts der tibetischen Buddhisten gehörten. Der Dalai Lama hatte geplant, im September die südrussische Republik Kalmückien und die beiden ostsibirischen Republiken Tuva und Burjatien zu besuchen, deren Bevölkerung zu starken Teilen buddhistisch-lamaistisch geprägt ist. Vertreter der buddhistischen Minderheit Russlands hatten mit Protestaktionen gedroht, falls der Besuch ihres geistlichen Oberhaupts nicht zustande komme. Auch die Mongolen müssen erneut auf den Besuch des Dalai Lama verzichten. Denn die südkoreanische Regierung verweigerte dem Friedensnobelpreisträger ein Transitvisum. Die Behörden in Südkorea begründeten ihre Weigerung mit der Gefährdung der Sicherheit für die übrigen Fluggäste. (Neue Zürcher Zeitung 17.8.02; Deutsche Mongolei Agentur 8.9.02) Taxi-Schwemme in Ulaanbaatar. In der mongolischen Hauptstadt wetteifern 25 verschiedene Taxibetriebe mit insgesamt 2.240 Fahrzeugen um Kunden. Der Verband mongolischer Taxi-Unternehmen hat die Regierung inzwischen aufgefordert, keine weiteren Lizenzen zu erteilen, da ihrer Auffassung nach diese Zahl ausreichend sei. Nach einer Untersuchung des Amts für Straßen- und Transportwesen in Ulaanbaatar kommen in der mongolischen Hauptstadt auf 1.000 Personen 2,4 Taxis, in Russland dagegen nur 1,94 und in Südkorea 4,5 Taxis. Daraus schließt die Behörde, dass der Lebensstandard in der Mongolei heute höher liegt als in Russland. Unter den 25 Taxiunternehmen Ulaanbaatars ist "City Taxi" mit 960 Fahrzeugen und 3 Großgaragen das größte. (BizMongolia 30.8.02) Sondersitzung des Parlaments. Wegen der geplanten Revision des Staatshaushalts 2002 trat das mongolische Parlament am 28. August zu einer Sondersitzung zusammen. Auf der Tagesordnung standen Änderungen und Zusätze zum Gesetz über den Staatshaushalt sowie Ergebnisse des Haushaltsjahres 2002. Nach dreitägiger Debatte stimmten die Abgeordneten dem Kabinettsbeschluss zu. Die Staatseinnahmen belaufen sich auf 368,9 Milliarden Tögrög, die Ausgaben erreichen 441,5 Milliarden Tg. Die Haushaltsänderung trägt der Tatsache Rechnung, dass die Staatseinnahmen um 9 Milliarden Tg. zunahmen, während die Ausgaben um 4,5 Milliarden Tg. stiegen und die Steuereinnahmen um 7 Mio. Tg. hinter den Schätzungen zurückblieben. Das Haushaltsdefizit beläuft sich auf 6,4 Prozent des BIP und bewegt sich damit immer noch in dem von IMF und Weltbank gesetzten Rahmen. Die Abgeordneten beschlossen ferner, den Energiebetrieben 2,4 Milliarden Tugrik mehr als geplant aus dem Staatshaushalt zuzuweisen, damit diese einen Teil ihrer Defizite aus der Energieversorgung auf dem Lande ausgleichen können. Die Gehälter der Staatsbediensteten werden ab 1. Oktober um 20 Prozent angehoben. Außerdem akzeptierten die Abgeordneten die Vorschläge der Regierung für sieben neue Botschafter. 100 Prozent Zustimmung erhielt Dendeviin Terbishdagvaa (47), stellvertretender Minister für Nahrungsgüter und Landwirtschaft, der nach der Bestätigung durch Präsident Bagabandi, ab 1.Oktober die mongolische Botschaft in Berlin leiten wird. (bizMongolia 30.8.02; Deutsche Mongolei Agentur 1.9.02) Zivil- und Strafgesetzbuch in Kraft. Seit dem 1. September sind eine Reihe neuer Zivil- und Strafgesetze in Kraft. Der Minister für Justiz und Innere Angelegenheiten, Ts. Nyamdorj, wertete die Rechtsreform als Meilenstein auf dem Wege der weiteren Demokratisierung des Landes. Es käme nun darauf an, die Umsetzung der neuen Gesetzeswerke voranzutreiben. Dafür seien nötige Strukturveränderungen der entsprechenden Behörden eingeleitet worden, Mitarbeiter bei Polizei und Gerichten seien im In- und Ausland aus- und weitergebildet worden. Im folgenden einige der Änderungen: Die Untersuchungshaft wurde von 36 auf 24 Monate reduziert, für Jugendliche unter 18 Jahre auf 18 Monate. Die Ämter zur Verfolgung von Zoll- und Steuervergehen wurden aufgelöst und deren Aufgaben der Polizei übertragen. Als neuer Straftatbestand gelten fortan „Verstöße gegen den Staatshaushaltsplan". (Deutsche Mongolei Agentur 1.9.02) Akuter Lehrermangel auf dem Lande. Am 2. September begann in der Mongolei das neue Schuljahr. Wie ein Sprecher des Bildungsministeriums erklärte, fehlten in den ländlichen Regionen 800 Lehrer. Dem stehen lediglich 15 Bewerbungen gegenüber. Die 700 Grundschulen des Landes verfügen über 2.413 Computer, 38 Prozent davon stehen in Schulen in Ulaanbaatar. In Ulaanbaatar gibt es 111 staatliche und 64 private Grundschulen. Hinzu kommen 153 Kindergärten, in denen 31.300 Kinder betreut werden. 1.007 Schüler sind in Schulinternaten untergebracht, davon sind 225 Vollwaisen. Das Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft stellt landesweit für 86.000 Kinder aus bedürftigen Familien 811,5 Millionen Tugrik für Schulkleidung, Bücher, Hefte und Stifte zur Verfügung. (Deutsche Mongolei Agentur 1.9.02) Ausgrabungsflächen werden geschlossen. Die dritte Grabungsphase der Mongolisch-Deutschen Karakorumexpedition ist abgeschlossen. Unter der Leitung von Professor Hans-Georg Hüttel (Kommission für Allgemeine Vergleichende Archäologie des Deutschen Archäologischen Instituts, Bonn) und den Professoren Roth und Pohl von der Universität in Bonn haben mongolische und deutsche Wissenschaftler und Studenten von Juli bis Anfang September in Karakorum, der einstigen Hauptstadt des mongolischen Weltreichs, gegraben, geborgen, untersucht und katalogisiert. Die zwei Grabungsteams arbeiteten im Handwerkerviertel und im Palastbereich. Sie förderten zahlreiche Funde wie Kleinplastiken, Teile von Großplastiken, Wandmalereien, Bodenfliesen, Dachziegel und Keramiken zu Tage. Weniger zahlreich waren die Metallfunde, hauptsächlich Nägel, Messer und andere Geräte. Nachdem bereits im Jahr 2000 drei Ziegelbrennöfen freigelegt worden waren, konnte in diesem Jahr ein vierter Brennofen ausgegraben werden. Inzwischen ist alles sorgfältig verpackt bzw. abgedeckt. Die Schnitte werden verfüllt, d.h. die Ausgrabungsstellen werden geschlossen, um im nächsten Jahr für neuerliche Grabungen wieder geöffnet zu werden. Ein Teil der Funde wird an Ort und Stelle untersucht, das meiste wird zur wissenschaftlichen Untersuchung nach Ulaanbaatar transportiert. Ein zweimonatige Sommerschule ergänzte die Grabungsarbeiten: Die Archäologen leiteten Seminare über Archäologie, Architektur und Religionswissenschaften. Dr. Renate Bauwe, Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin aus Berlin, brachte den deutschen Studenten und jungen Gelehrten die Grundlagen der mongolischen Sprache bei. (Deutsche Mongolei Agentur 8.9.02) 21 Millionen Euro für technische und finanzielle Zusammenarbeit. Am 12. September unterzeichneten der Abteilungsleiter „Ostasien" im BMZ, Helmut Siedler und der stellvertretende mongolische Minister für Finanzen und Wirtschaft, Luvsandagva Enkhtaivan, ein Regierungsprotokoll über die mongolisch-deutsche Entwicklungszusammenarbeit 2002/2003. Darin wurden der Mongolei insgesamt 21 Millionen Euro zugesagt - elf Millionen als technische und zehn Millionen als finanzielle Hilfe. 16,3 Millionen Euro werden als Zuschüsse gewährt, 4,7 Millionen als Darlehen zu Vorzugsbedingungen. So soll die Rückzahlung nach zehn Jahren einsetzen, 0,75 Prozent Zinsen pro Jahr fallen an, und der Kredit hat eine Laufzeit von 40 Jahren. Nach den Erfahrungen der vergangenen zehn Jahre und den Ergebnissen der gemeinsamen Evaluation im März 2001 wird sich die mongolisch-deutsche Entwicklungszusammenarbeit künftig auf zwei Bereiche konzentrieren: „Wirtschaftsreform und Förderung der Marktwirtschaft" sowie „Umweltschutz und Nutzung natürlicher Ressourcen". (Deutsche Mongolei Agentur 8.9.02) Drittes Investorentreffen in Ulaanbaatar. Vom 17. bis 19. September fand in Ulaanbaatar das dritte Investorentreffen statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von der mongolischen Regierung gemeinsam mit der Weltbank. 263 Vertreter aus 33 Ländern, darunter 22 aus Deutschland nahmen teil. Seitens der Organisatoren wurden 176 Projekte vorgeschlagen, die für potenzielle Investoren interessant sein könnten. In der Hauptsache handelt es sich um Projekte in den Bereichen Infrastruktur, Bergbau und Erdölförderung, Landwirtschaft und Nahrungsgüterproduktion, Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Tourismus. Seit 1990 haben 2.200 ausländische Unternehmen aus 72 Ländern 734 Millionen US-Dollar in der Mongolei investiert. Der größte Auslandsinvestor ist die Volksrepublik China mit 236 Millionen, gefolgt von Korea mit 58 Millionen und Japan mit 50 Millionen Dollar. 28 Prozent der Auslandsinvestitionen entfallen auf den Bergbau, 17 Prozent auf die Leichtindustrie und zehn Prozent auf die Viehwirtschaft. (Deutsche Mongolei Agentur 8.9.02) Magere Ernteaussichten. Der Minister für Nahrungsgüter und Landwirtschaft, D. Nasanjargal, informierte über erwartete Ernteverluste durch die langanhaltende Trockenperiode in weiten Teilen des Landes. Von den 248.000 Hektar Weizenanbaufläche hofft man 149.000 Tonnen, von den 9.600 Hektar, auf denen Kartoffeln angebaut wurden, 65.500 Tonnen und von den 6.600 Hektar Gemüseanbaufläche 48.400 Tonnen zu ernten. (Deutsche Mongolei Agentur 15.9.02)
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