Mongolische Chronik
Juni - September 2001
(Zusammengestellt von Dayan Borjiget und Doris Götting)

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Wachstum im privaten Sektor begleitet von boomendem Schwarzmarkt. Eine vom Ministerium für Wirtschaft und Finanzen, dem staatlichen Statistischen Amt und der amerikanischen Hilfsorganisation USAID gemeinsam durchgeführte Studie zeigt: während der private Sektor in der Mongolei in gesundem Tempo wächst, boomt auch die Schwarzmarkt-Wirtschaft. Die im Mai durchgeführte Untersuchung hat festgestellt, dass die Zahl der nicht registrierten Geschäfte auf 43.700 angewachsen ist. Ein jedes dieser Geschäfte beschäftigt im Durchschnitt 1,38 Arbeitskräfte. 180.500 Menschen, die meisten von ihnen leben in der Hauptstadt Ulanbataar, verdienen ihren Lebensunterhalt durch Schwarzhandel. Die staatlichen Steuereinnahmen seien dadurch stark beeinträchtigt, heißt es in der Studie.(Mongoliathisweek, 01.06.01)

Schärfere Kontrollen an Kraftfahrzeugen zur Reduzierung der Luftverschmutzung. Experten haben eine Reihe technischer Maßnahmen veranlasst, um die Luftqualität in der Hauptstadt Ulanbataar zu verbessern. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Abgas-Emission von Kraftfahrzeugen streng zu überwachen. Zwei Drittel der in der Mongolei registrierten Autos fahren auf den Straßen in der Hauptstadt und sind verantwortlich für 40% der Luftverschmutzung in Ulanbataar. (Mongoliathisweek, 01.06.01)

10-jähriges Jubiläum der Privatisierung. Auf einer Konferenz am 30. Mai zum 10-jährigen Jubiläum der gesetzlichen Weichenstellung für die Privatisierung sagte Ministerpräsident N. Enkhbayar , der damals in Gang gesetzte Privatisierungsprozess habe dem mongolischen Volk nicht den Erfolg, der in dieser Periode erzielt werden sollte, deutlich gemacht. Trotz einiger gesetzlicher Rahmenbedingungen im Finanz- und Banksektor seien die Gesetze für die schnelle Umsetzung der Privatisierung nicht gut vorbereitet gewesen. Das aktuelle Privatisierungsprogramm der Regierung sieht vor, bis 2004 alle staatlichen Unternehmen bis auf wenige Ausnahmen in private umzuwandeln. (Mongoliathisweek, 01.06.01)

Die Industrie wächst wieder und das Haushaltsdefizit nimmt ab. Das staatliche Statistische Amt hat bekannt gegeben, die Industrie sei seit 5 Jahren wieder leicht gewachsen, was auf eine Erholung der Volkswirtschaft hindeuten könnte. Die Industrieproduktion sei in den ersten 5 Monaten dieses Jahres im Vergleich zur gleichen Periode des Vorjahres um 0.3% gewachsen; der 5 Jahre lang andauernde Schrumpfungsprozess in der Produktion sei endlich gestoppt worden. Vor allem habe die Produktionsindustrie eine starke Leistung vorweisen können. Nach Angaben des Statistischen Amtes beträgt die Zuwachsrate bei Lebensmitteln, Leder-, und Holzprodukten etwa 2,1%. Gleichzeitig ist das Haushaltsdefizit nach Angaben des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduziert worden. Bei Ausgaben in Höhe von 142,7 Mrd. Tg. und Einnahmen in Höhe von 134,6 Mrd.Tg. blieb ein Defizit von 6,3 Mrd.Tg. (Mongoliathisweek, 16.06.01)

Wachsendes Engagement ausländischer Investoren. 13 neue Unternehmen, teils oder ganz in ausländischem Besitz, seien in der Woche von 16. - 21. 07. zugelassen worden, so die zuständige Behörde für ausländische Investitionen und Außenhandel. Nach Angabe der Behörde engagierten sich die meisten Firmen im Bereich des nationalen und internationalen Handels. Drei der neuen Firmen sind ausschließlich in chinesischer Hand, der Rest sind Joint-Ventures mit chinesischen, russischen und italienischen Partnern. Insgesamt sind 1.813 Unternehmen mit direkter ausländischer Beteiligung aus 62 Ländern in der Mongolei tätig. (Mongoliathisweek, 21.07.01)

Justizminister beklagt zunehmende Kriminalität. Der Minister für Justiz und Inneres, Ts. Nymdorj, sagte gegenüber Journalisten, schwere Straftaten wie Mord, Vergewaltigung und Raub seien im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 80% gestiegen. Er sehe keine realistische Chance, die wachsende Kriminalität in absehbarer Zeit zu stoppen. Auf einer Pressekonferenz räumte der Minister ein, dass allein in der ersten Hälfte dieses Jahres über 12.000 Delikte registriert worden seien; dabei hätten Fälle von Machtmissbrauch und Korruption ebenfalls deutlich zugenommen. Seiner Meinung nach ist die wachsende Kriminalität auf die weiter wachsende Armut, auf Arbeitslosigkeit und daraus resultierende Alkoholprobleme zurückzuführen. Solange solche gesellschaftlichen Probleme nicht bewältigt würden, so der Minister, sei eine Reduzierung der Kriminalität nicht möglich. (Mongoliathisweek, 21.07.01)

Deutsche Justizministerin zu Besuch in der Mongolei. Eine hochrangige deutsche Delegation unter Justizministerin Hertha Däubler-Gmelin hielt sich auf Einladung des mongolischen Ministers für Justiz und Inneres, Ts. Nymdorj, von 30.Juli bis 2. August in der Mongolei auf. Während des viertägigen Besuches führte Justizministerin Däubler-Gmelin eine Reihe von Gesprächen mit mongolischen Politikern, unter anderem mit Staatspräsident N. Bagabandi. Bei der Zusammenkunft mit ihrem Amtskollegen Ts. Nymdorj am 31. Juli unterzeichneten beide Politiker eine gemeinsame Erklärung über Zusammenarbeit, welche nach den Worten des mongolischen Ministers einen Neubeginn in den bilateralen Beziehungen zwischen den Justizministerien beider Länder markiert. Frau Däubler-Gmelin zeigte sich zufrieden über die schnelle Entwicklung der Zusammenarbeit im Justizwesen. Von den 360 Richtern in der Mongolei seien fast alle im Rahmen der deutsch-mongolischen Zusammenarbeit geschult worden, berichtete die Ministerin nach ihrer Rückkehr aus Ulanbataar in Berlin. Die Schulung erfolgt hauptsächlich im Rahmen des Projektprogramms der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung (München) (dpa, 03.08.01)

Frank Voßen ausgezeichnet. Anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Mongolischen Pfadfinderverbandes ist Frank Voßen (34) am 3. August in Ulaanbaatar für sein langjähriges Engagement in der mongolischen Kinder- und Jugendarbeit ausgezeichnet worden. Der Leiter des Nationalen Komitees des Kinderamts der Mongolei, M. Togtohnyam, überreichte dem Bonner Mitglied des Bundes der Pfadfinderinnen und Pfadfinder und Vorstandsmitglied des Kinder- und Jugendrings Bonn e.V. die „Erste Medaille für Kinder". Außerdem erhielt Voßen aus der Hand des Vorsitzenden des Mongolischen Pfadfinderverbandes M. Esunmunkh, die Medaille des Verbandes für seine Hilfe und Unterstützung bei der Entwicklung der mongolischen Pfadfinderbewegung. Voßen hat sich in besonderer Weise für den deutsch-mongolischen Jugendaustausch eingesetzt; er ist Vorstandsmitglied und Geschäftsführer der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft e.V. (Info Kinder- und Jugendring Bonn e.V., 9.8.01)

Chinesische Botschaft klagt über Gewalttaten gegen ihre Bürger. Auf einer von der chinesischen Botschaft in Ulanbataar am 13.August einberufenen Pressekonferenz haben chinesische Diplomaten Empörung über gegen ihre Landsleute gerichtete Gewalttaten geäußert. Zwei Vertreter der chinesischen Fluggesellschaft Air China seien in einem mongolischen Nachtclub brutal zusammengeschlagen worden. In einem anderen Fall hätten mongolische Polizisten zwei chinesische Bauarbeiter mit einem Gewehr geschlagen und ihren Hund auf sie gehetzt. Die chinesische Seite forderte die mongolische Regierung auf, diese Fälle sofort zu untersuchen und solche Gewalttaten in Zukunft zu verhindern. (Mongoliathisweek, 15.08.01)

Haben Forscher das Grab von Dschingis Khan entdeckt? Forscher haben in der Mongolei möglicherweise das Grab des legendären Eroberers Dschingis Khan entdeckt. Eine Gruppe amerikanischer und mongolischer Wissenschaftler habe rund 300 Kilometer nordöstlich der mongolischen Hauptstadt einen Friedhof mit mehreren Gräbern gefunden, der Dschingis Khan-Forscher aufhorchen lasse, berichtete die New York Times am 17. August. Die Gruppe warte auf die Genehmigung der Behörden, die Grabstätten näher zu untersuchen. „Es ist eine sehr interessante Entdeckung, weil der Ort in der Nähe von mehreren Plätzen liegt, die in Dschingis Khans Leben eine Rolle spielten", berichtete der Historiker John Woods von der Universität Chicago. Die Gräber liegen in der Nähe von Batshireet, nur wenige Kilometer von jenem Ort entfernt, an dem Dschingis Khan möglicherweise geboren ist. Eine bis zu drei Meter hohe und drei Kilometer lange Mauer umgibt die Gräber. „Wir müssen den Fundort erst noch archäologisch untersuchen, bevor wir die Aufsehen erregende Entdeckung bestätigen können", sagte Woods. (dpa, 17.08.01)

Bonn schult Verwaltungsexperten aus Ulan Bator. Die Stadt Bonn hilft der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator auf ihrem Weg zu einer modernen Stadtverwaltung. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr hielten sich vom 20. August bis 16. September vier Verwaltungsfachleute der Stadt Ulan Bator in Bonn auf. Schwerpunkt dieses zweiten Trainingsblocks sind Themen aus den Bereichen Stadtplanung, Stadtentwicklung sowie Kataster- und Vermessungswesen. Das Vorhaben ist Bestandteil des TACIS City-Twinning-Project zur nachhaltigen Stadtentwicklung zwischen Bonn und Ulan Bator. Es sieht konkret die Ausarbeitung eines Stadtentwicklungsplans für den Distrikt Ger in Ulan Bator vor. Im Mittelpunkt des Programms steht der regelmäßige Austausch von Verwaltungsexperten zwischen Bonn und der mongolischen Hauptstadt. Die Europäische Kommission fördert das TACIS Programm als ein Beispiel kommunaler Entwicklungszusammenarbeit im Rahmen der Lokalen Agenda 21. Der weitere Ausbau der Beziehungen zwischen Bonn und Ulan Bator ist Bestandteil des Internationalen Konzepts der Stadt Bonn. Bei den Schulungsteilnehmern handelt es sich ausschließlich um Experten, z.B. um Amtsleiter, die über langjährige Erfahrung in den Bereichen Stadtplanung und -entwicklung, Architektur und ähnliche Gebiete verfügen. (Pressemitteilung der Stadt Bonn, 20. August 2001)

Ehrung für Beiratsmitglied Wolf Donner. In Anerkennung seiner jahrzehntelangen ehrenamtlichen Tätigkeit für die deutsch-nepalischen Beziehungen und die Herausgabe der Zeitschrift „Nepal Information" wurde Dr. Wolf Donner im August mit dem Bundesverdienstkreuz I. Klasse ausgezeichnet. Donner ist auch Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft. (Info D.G.)

Mongolisch-Deutsches Forum tagte in Ulaanbaatar. Am 4./5. September kam das 1999 gegründete Mongolisch-Deutsche Forum zu seiner ersten Konferenz zusammen. Hauptthemen waren die Rolle der Mongolei im nordostasiatischen Raum sowie ihr Verhältnis zu Deutschland und Europa. Gastredner waren der ehemalige mongolische Staatspräsident P. Ochirbat und der frühere Staatssekretär im Bundespräsidialamt, Wilhelm Staudacher (CDU). Von deutscher Seite nahmen außerdem der Bundestagsabgeordnete Friedhelm Ost (CDU), Dr. Kay Möller von der Stiftung Wissenschaft und Politik sowie die Präsidentin der Deutsch-MongolischenGesellschaft e.V., Doris Götting teil. (Info D.G.)

Mongolische Delegation bei der Asien-Pazifik-Woche in Berlin. Zur Teilnahme an der Asien-Pazifik-Woche in Berlin (18.-22.9.) ist eine hochrangige Wirtschaftsdelegation aus der Mongolei in die deutsche Hauptstadt gereist. Auf dem sich anschließenden Mongolei-Tag im Berliner Rathaus, den der Ostasiatische Verein (OAV) organisiert hatte, sprachen die Delegationsmitglieder am 24. September mit deutschen Wirtschaftsvertretern über praktische Aspekte der Geschäftsaktivitäten deutscher Unternehmen mit der Mongolei und über das mongolische Privatisierungsprogramm. Zu den Kernthemen gehörten: Markteinstieg, Ausbau der Geschäfte, Finanzierungsprobleme, Investitionsentwicklung und die Situation bei der Zollabfertigung von Lieferungen aus Deutschland. Die Möglichkeit zur direkten Kontaktaufnahme zwischen deutschen und mongolischen Unternehmen ergänzte das Programm. Zur Zeit sind nach OAV-Unterlagen 42 deutsche Firmen geschäftlich in der Mongolei vertreten. (Info D.G.)

Schülerzahl über 500.000 angewachsen. Mit Beginn des neuen Schuljahrs am 1. September ist die Zahl der Grund- und Mittelschüler in der Mongolei erstmals seit Gründung der Volksrepublik 1921 über die Halbmillion-Grenze auf 506.300 gestiegen. Landesweit gibt es 606 staatliche und 77 Privatschulen. An ihnen unterrichten 19.223 Lehrer/innen. 83.400 Kinder besuchen einen der 628 staatlichen und fünf privaten Kindergärten. 58.600 Kinder wurden neu eingeschult. Die durchschnittlichen Klassenstärken in Ulaanbaatar liegen aufgrund der starken Zuzüge vom Land inzwischen mit 45 bis 50 Schülern weit über dem vom Bildungsministerium vorgesehenen Maximum von 35 Schülern, wogegen in den ländlichen Gebieten die Klassen immer kleiner werden. Mit Beginn des akademischen Jahres öffneten etwa 20 neue Hochschulen erstmals ihre Pforten, darunter die Technische Universität von Ostsibirien, die Universität von Kemerowo (beide in russischem Besitz), die Universität von Ost-Kasachstan im Bayan Ölgij Aimak und eine Reihe einheimischer Privathochschulen. An der Staatsuniversität sind 55.600 Studenten eingeschrieben. (UB Post, engl. 6.9.01)

Deutscher unterstützt Landwirtschaftliche Hochschule. Der Präsident der Yak- und Kamel-Stiftung e.V., Jürgen Lensch, überreichte der neueröffneten Landwirtschaftlichen Hochschule in Ulaanbaatar am 1. September eine Spende von 10 Mio. Tugrik und einen russischen Jeep. Das Geld soll in die wissenschaftliche Forschung fließen. (UB Post 6.9.01)

Arbeitslosenzahlen unter 40.000. Bis Ende Juli lag die Zahl der registrierten Arbeitslosen in der Mongolei bei 39.900. Im Landesdurchschnitt sind dies 5,4 % der arbeitsfähigen Bevölkerung. In den einzelnen Landesteilen schwankt die Ziffer jedoch stark zwischen 13,4 % im westlichsten Aimak Bayan Ölgij und 2,7 Prozent im südöstlichen Aimak Dornogobi. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen lag bei 17.621; davon wurden inzwischen 13.502 (77%) besetzt. Die meisten Anfragen kamen aus den Nähereien und dem Dienstleistungsbereich. 54 % aller arbeitslosen Mongolen haben weder Berufsausbildung noch Schulabschluss, nur 6 % besitzen höhere Schulbildung. Erschreckend ist die hohe Zahl jugendlicher Arbeitsloser: 62,4 % sind zwischen 16 und 34 Jahre alt, 34,29 % sind zwischen 35 und 45 und 7,9 % über 45 Jahre alt. 52,7 % aller Arbeitslosen sind Frauen. (UB Post 6.9.01)

Mongolei im Mittelpunkt beim „Dialog der Kulturen" in Würzburg. Im Rahmen der von der UNESCO initiierten Festivals „Dialog der Kulturen" stand am 8. und 9. September in Würzburg der kulturelle Dialog mit der Mongolei im Mittelpunkt. Zum Auftakt fanden im Beisein hochrangiger bayerischer Vertreter ein Chömij-Konzert und eine Zirkusvorstellung statt. Es gab einen Auftritt der bekannten Gesangsgruppe „Egshiglen"; Ferner wurde ein Dokumentarfilm über die Mongolei gezeigt. (Mongoliathisweek 15.9.01)

Sondersitzung des Ikh Hural wegen der Angriffe auf WTC und Pentagon. Wegen der blutigen Angriffe auf das World Trade Centre (WTC) in New York und das Pentagon in Washington ist das mongolische Parlament am 14. September zu einer Sondersitzung einberufen worden. Einstimmig verabschiedete es eine Resolution, in der der „brutale terroristische Akt" verurteilt und die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft in der Bekämpfung des Terrorismus bekräftigt wurde. Parlamentspräsident L. Enebish erklärte in der Eröffnung der Sondersitzung: „Dieser verbrecherische Akt richtet sich gegen die Menschheit. Ungeachtet der Tatsache, dass er in einem weit entfernten Land verübt wurde, betrachtet die Mongolei diesen brutalen Akt als gegen Zivilisation, Freiheit und friedliebende Völker insgesamt gerichtet." (Mongoliathisweek 18.9.01)

Goldverkauf der Mongol Bank. Am Tag nach dem Terrorangriff auf das World Trade Centre sank der Kurs des US-Dollars kurzzeitig auf 1080 Tugrik, erholte sich aber im Tagesverlauf bis auf 1098 Tugrik. Der stellvertretende Vorsitzende der Mongol Bank, D. Batsukh erklärte, die Währungsschwankung sei nicht besorgniserregend gewesen. Die Bank habe am 12. September außerdem die Gelegenheit des plötzlichen Anstiegs des Goldpreises um 10 US$ pro Unze genutzt und eine Tonne Gold zum Preis von 285 US$ pro Unze zu verkaufen. Der stellvertretende Handels- und Industrieminister O. Erdene erklärte, der Anstieg der Ölpreise unmittelbar nach den Terrorangriffen könne sich nachteilig auf die Erdöllieferungen aus Russland auswirken. Die Regierung erwäge deshalb, im Rahmen von Kontingentplänen Erdölprodukte aus China zu beziehen. (Mongoliathisweek 18.9.01)

Sonderzuwendung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) in London hat einen Sonder-Entwicklungsfonds für die Mongolei im Umfang von zehn Mio. US$ eingerichtet. Damit soll ein Ausgleich für die Restriktionen geschaffen werden, denen die Mongolei wegen ihres Status unterworfen ist. Die Mongolei ist nur assoziiertes Mitglied der EBRD und besitzt kein automatisches Recht, Abbuchungen von den Bankguthaben vorzunehmen. Überweisungen an die Mongolei bedürfen der Zustimmung des Direktoriums. Der Fonds soll nun sicherstellen, dass der Mongolei ausreichende Entwicklungsmittel als Unterstützung der EBRD zufließen. Bei einem Treffen zwischen Ministerpräsident Enkhbayar und EBRD-Exekutivdirektor Pim van Ballecom am 17.9. in Ulaanbaatar wurde u.a. über den Mitgliedsstatus der Mongolei und Möglichkeiten einer Erweiterung der Zusammenarbeit sowie über eine Unterstützung des Privatisierungsprozesses durch die EBRD gesprochen. (Mongoliathisweek 18.9.01)

Dalai Lama kann Mongolen nicht besuchen. Die in Russland lebenden buddhistischen Kalmücken, Burjaten und Tuwiner mussten auf ein geplantes Treffen mit dem Dalai Lama verzichten. Mit Rücksicht auf die Volksrepublik China, die jede diplomatische Aufwertung verhindern will, verweigerte das russische Außenministerium dem höchsten geistlichen Würdenträger des tibetischen Buddhismus und Friedensnobelpreisträger das Einreisvisum. Am 19. September protestierte eine Gruppe Buddhisten in Kyzyl, der Hauptstadt der Autonomen Teilrepublik Tuwa, gegen diese Entscheidung. Sie sehen in der Ablehnung des Visumsantrags nicht nur falsche Rücksichtnahme auf die Regierung in Peking, sondern vor allem eine Verletzung der Bürgerrechte aller russischen Buddhisten. Wie die Tageszeitung KOMERSANT berichtete, richteten die Demonstranten Schreiben an Staatspräsident Putin und an die Volksvertreter der Duma, in denen sie um die Erteilung einer Einreisegenehmigung für den Dalai Lama bitten. Ursprünglich wollte der Dalai Lama bereits Anfang September von Berlin aus nach Russland reisen und im Anschluss an seine Besuche in Elista, Ulan-Ude und Kyzyl in die Mongolei kommen. (Internet-Zeitung MOSKAU.RU, deutsch 20.9.01 und Info D.G.)

Parlamentspräsident L. Enebish gestorben. Am 30. September starb Parlamentspräsident L. Enebish im Alter von 54 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls. Er hinterlässt Frau und vier Kinder. Die mongolische Regierung ordnete Staatstrauer an. (Mongoliathisweek 1.10.01)

 

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Last Update: 08. Dezember 2007