Mongolische
Chronik |
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Deutsche Unterstützung für Buddhismus-Projekt. Die
Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt im Rahmen ihrer Projektarbeit Kulturelles Erbe
und Entwicklung" ein buddhistisches Vorhaben in der Mongolei. Leiter des Projekts in
Ulaanbaatar ist der in Südindien lebende tibetische Mönch Geshe Tashi Gyatso. Am
19.Januar hielt er im Seminar für Sprachen und Kulturen Zentralasiens der Bonner
Universität einen Vortrag. In einem Interview mit der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft
erklärte der Rimpoche, es gehe dabei nicht allein um religiöse Unterweisung; im Rahmen
des Projekts kümmere man sich vor allem auch um sozial Schwache, z.B. arbeitslos oder
straffällig gewordene Jugendliche und ältere Menschen. Er werde bei dieser Arbeit von
den Mönchsgemeinden in Ulaanbaatar nachhaltig unterstützt. (D.G. 19.1.00; den Wortlaut
des Interviews können Sie in den nächsten Mongolischen Notizen" nachlesen) Russland soll Viehdiebe stoppen. Die Mongolei hat Russland aufgefordert, Maßnahmen gegen bewaffnete Viehdiebe zu ergreifen, die von Tuva aus die Grenze überschreiten und Viehherden stehlen. Bei einem solcher Zwischenfälle wurden Anfang des Jahres zwei mongolische Viehhirten getötet und ein Kind verletzt. Ein Vertreter des Außenministeriums in Ulaanbaatar erklärte, wenn nichts geschehe, könne sich das Problem zu einem regionalen Konflikt ausweiten, da sich inzwischen auch Mongolen bewaffnet hätten. Bereits im vergangenen Jahr waren mehrfach mongolische Grenzposten bei Schießereien mit Viehdieben verwundet worden. (Reuters, engl., 20.1.00) Chinas Verteidigungsminister in der Mongolei. Der chinesische Verteidigungsminister Chi Haotian stattete der Mongolei Ende Januar einen Besuch ab. Mit seinem mongolischen Amtskollegen Sh. Tuvdendorj unterzeichnete der ranghohe chinesische Militär eine Vereinbarung über Finanzhilfe für die mongolischen Streitkräfte. Chi traf außerdem mit Staatspräsident Bagabandi und Ministerpräsident Amarjargal zusammen. Bagabandi ersuchte den chinesischen Verteidigungsminister um die Aufnahme von mehr mongolischen Offizieren und Kadetten in die Chinesische Militärakademie und die Hochschule für Grenztrupppen. (The Mongol Messenger, 2.2.00) Lama-Diplomat verabschiedete sich. Nach zehn Jahren Tätigkeit als Botschafter Indiens in der Mongolei verabschiedete sich Ende Januar Kushok Bakula Rimpoche offiziell von Ulaanbaatar. Er ist zugleich einer der ranghöchsten Würdenträger des tibetischen Buddhismus und wird von den Mongolen neben dem Dalai Lama - als lebender Buddha" verehrt. Ministerpräsident Amarjargal würdigte die besonderen Verdienste des scheidenden Diplomaten um die mongolisch-indischen Beziehungen und die Wiederbelebung des Buddhismus in der Mongolei. (The Mongol Messenger, 2.2.00) Kulturbeauftragter auf Deutschland-Visite. Der Regierungsbeauftragte der Mongolei für internationalen Kulturaustausch und Vorsitzende des mongolischen Kulturfonds, Gombojaviin Mend-Ooyo, kam im Februar als Gast der Bundesregierung zu einer Informationsreise nach Deutschland. Dabei ging es u.a. um Vorgespräche für eine mongolische Kunstausstellung, die im Jahre 2002 in mehreren Städten Deutschlands zu sehen sein soll. Im mongolischen Kulturleben spielt Mend-Ooyo als Schriftsteller und Journalist eine führende Rolle. (D.G. 28.2.00) Amarjargal in Großbritannien. Bei einem offiziellen Besuch Großbritanniens traf Ministerpräsident R. Amarjargal Ende Februar mit dem britischen Premier Tony Blair zusammen. Bei den Gesprächen ging es u.a. um Investitionschancen für britische Firmen in der Mongolei. (Reuters, engl. 1.3.00) Mongolei-Tag auf der Internationalen Tourismus-Börse. Wie schon in den vorangegangenen Jahren, so war auch in diesem Frühjahr die Mongolei auf der Internationalen Tourismus-Börse (ITB) in Berlin mit einem Gemeinschaftsstand der mongolischen Reiseveranstalter vertreten. Im Rahmen der Messe präsentierten sie und ihre deutschen Partner sich am 13. März auf dem Mongolei-Tag der Presse. Bei dieser Gelegenheit würdigte Botschafter Bayarsaikhan das zunehmende Interesse der Deutschen für die Mongolei; er dankte vor allem für die deutsche Unterstützung bei der Entwicklung des Tourismus in der Mongolei und dem Arbeitskreis Natur und Reisen, der sich einem umweltschonenden Tourismus verantwortlich fühlt. (D.G. 13.3.00) Neue Parteigründungen . Genau zehn Jahre nach der Durchsetzung der Demokratie in der Mongolei und dem Rücktritt des Politbüros der MRVP zeigen sich Risse innerhalb der aus der Demokratiebewegung hervorgegangenen Parteien. In Ulaanbaatar wurden zwei neue Parteien aus der Taufe gehoben, die aus Abspaltungen bei den Sozialdemokraten beziehungsweise den Nationalen Demokraten hervorgegangen sind. Die Neuen Sozialdemokraten" wie auch die Zivilcourage-Partei" wollen bei den bevorstehenden Parlamentswahlen antreten, die nun auf den 2.Juli terminiert sind. Die Neuen Sozialdemokraten", die von dem Unternehmer B. Erdenebat geleitet werden, scharen hauptsächlich Studenten und Lamas um sich. Die Zivilcourage-Partei"rekrutiert sich im wesentlichen aus führenden Anhängern der sogenannten Zorig-Fraktion", die sich im Februar von der MNDP getrennt hatte. Vorsitzende ist Zorigs Schwester S. Oyun, bislang Abgeordnete der MNDP im Staatshural. In ihrer Antrittsrede als Parteivorsitzende unterstrich die Politikerin das Primat der Nation vor Partei-, Finanz- und Wirtschaftsinteressen. (The Mongol Messenger, 15.3.00 / Reuters, 14.4.00) Mongolische Polizeioffiziere studierten britischen Strafvollzug. Eine Gruppe von zehn mongolischen Polizeioffizieren unter der Leitung von Hauptmann D.Tsog stattete London einen Arbeitsbesuch ab. Sie nahmen dort an einem Seminar über Strafvollzugsmethoden teil. Großbritannien und die Mongolei wollen auf diesem Gebiet enger zusammenarbeiten. (The Mongol Messenger, 15.3.00) Verfassungsgericht blockiert Änderungsbeschluss. Der Verfassungsgerichtshof der Mongolei hat die mit klarer Mehrheit vom Parlament beschlossenen Verfassungsänderungen verworfen. Bei den Änderungen handelte es sich hauptsächlich um Abstimmungsverfahren. Damit sollte verhindert werden, dass sich Situationen wie die von 1998-99 wiederholen; damals war die Mongolei monatelang ohne reguläre Regierung, weil der Staatspräsident mehrere Kandidaten für das Ministerpräsidentenamt ablehnte. (The Mongol Messenger, 22.3.00) Kashmir-Gipfel für Stärkung der heimischen Verarbeitung. Das Landwirtschaftsministerium und die Initiative für Wirtschaftsförderung in der Gobi veranstalteten in Ulaanbaatar eine Konferenz von Erzeugern und Verarbeitungsbetrieben für Kashmir-Wolle. Die Teilnehmer suchten nach Wegen, die Einnahmen aus der Kashmir-Erzeugung zu erhöhen. Sie sprachen sich für einen vorübergehenden Stopp der Exporte aus, um die heimische Verarbeitungsindustrie zu stützen und einem weiteren Preisverfall bei Roh-Kashmir auf dem Weltmarkt entgegenzuwirken. Als Hauptproblem gelten Aufkäufer aus China, die höhere Preise als die einheimischen Verarbeitungsbetriebe bieten können. U.a. wurde vorgeschlagen, Kashmir-Wolle mit Exportzöllen zu belegen oder ausländische Investitionen auf dem mongolischen Markt zu unterbinden, um den Wettbewerbsdruck zu verringern. Zunächst einmal hat die Regierung verschärfte Grenzkontrollen angeordnet. (The Mongol Messenger, 22.3.00 / 19.4.00) Mongolei im Wahlkampf. Vergleichsweise ruhig verlief der Auftakt des Wahlkampfs zu den diesjährigen Parlamentswahlen in der Mongolei. Er wird vornehmlich von den drei großen Parteien bestritten den in der Regierungskoalition zusammen arbeitenden Nationalen Demokraten und den Sozialdemokraten sowie der oppositionellen Revolutionären Volkspartei. Alle streben als Ziel eine Fortsetzung der Reformpolitik an, allerdings mit unterschiedlicher Akzentsetzung. Zwar scheinen die Regierungskrisen der Koalition seit der Übernahme des Regierungsamts durch den Nationalen Demokraten Amarjargal überwunden im Falle eines Wahlsiegs will die Koalition ihre Zusammenarbeit fortsetzen; dennoch rechnet sich die Revolutionäre Volkspartei Chancen aus, nach ihrer Wahlniederlage von 1996 diesmal wieder stärkste Partei zu werden. Insgesamt bewerben sich 20 Parteien um Sitze im Großen Staatshural. (Neue Zürcher Zeitung, 23.3.00) Pipeline-Pläne nehmen Gestalt an. Die russisch-chinesischen Verhandlungen über den Bau zweier Pipelines einer für Erdöl, die andere für Gaslieferungen sind in ein konkretes Planungsstadium getreten. Von Angarsk in Ost-Sibirien aus sollen über eine Strecke von über 2.300 Kilometern jährlich 30 Millionen Tonnen russisches Erdöl bis Peking fließen. Man rechnet für das Drei-Milliarden-Dollar-Projekt mit einer Bauzeit von vier Jahren. Zur Zeit sind Entwürfe in Arbeit, die eine voraussichtliche Trassenführung über rund 1.000 Kilometer durch die Mongolei vorsehen. Dies könnte der Mongolei jährliche Einnahmen von 20 Millionen US-Dollar sichern. (The Mongol Messenger, 29.3.00) Wachsende Städte; sinkende Geburtenrate. Die ersten statistischen Ergebnisse aus der ersten demographischen Erhebung der Mongolei seit der Wende liegen inzwischen vor. Sie zeigen, dass die Abwanderung in die Städte weiter anhält und die Geburtenrate rückläufig ist. Seit der letzten Erhebung vor zehn Jahren nahm die Einwohnerzahl der Mongolei um 300.000 Personen zu und liegt jetzt bei 2,382 Millionen. Nach wie vor überwiegen die jungen Mongolen: 33,8 Prozent sind unter 14 Jahre alt, 7,9 Prozent zwischen 15 und 18. 52 Prozent sind zwischen 18 und 59 und 5,9 Prozent sind 60 Jahre und älter. Über 32 Prozent der Mongolen leben in der Hauptstadt Ulaanbaatar; vor zehn Jahren waren es 26,8 Prozent. (U.B. Post 29.3.00) Jugendgefängnis soll Schule erhalten. Mit Beginn des nächsten Schuljahrs soll in der Jugendstrafanstalt Zaisan eine weiterführende Schule eingerichtet werden. Von den derzeit 150 jugendlichen Strafgefangenen können 30 weder lesen noch schreiben. 60 Prozent der Insassen haben nach der zweiten oder dritten Klasse die Schule abgebrochen; gerade zehn Prozent können einen Schulbesuch von sieben oder acht Jahren nachweisen. (U.B.Post, 29.3.00) Ehemalige Deutschland-Studenten gründen Selbsthilfe-Verein. Ehemalige Deutschland-Stipendiatinnen aus der Mongolei haben in Ulaanbaatar eine Rückkehrerorganisation gegründet. Die Vereinigung nennt sich Deutsch-Mongolische Brücke e.V." Sie hat sich zum Ziel gesetzt, jungen Mongolen, die nach Beendigung ihrer Ausbildung in Deutschland in ihre Heimat zurückkehren, bei der Suche nach einem Arbeitsplatz zu helfen oder sie bei der Existenzgründung zu beraten. Außerdem bietet der Verein Interessenten an einem Studium in Deutschland Beratung über Studienmöglichkeiten, Aufenthaltsformalitäten und Reintegrationsfragen an, hilft deutschen Geschäftsleuten in der Mongolei bei der Suche nach Mitarbeitern, Wohn- und Geschäftsräumen, bietet Seminare und Weiterbildung sowie einen Übersetzer- und Dolmetscher-Service an. (Info Dr.Ariunchimeg, Ulaanbaatar,3.4.00) Umweltschützertreffen in Ulaanbaatar. Vertreter von Umweltschutzbewegungen aus der Mongolei, Russland und China trafen sich Ende März in Ulaanbaatar, um gemeinsame Projekte zum Schutz der Biodiversität zu erörtern. Unter anderem sprach man über die Schaffung gemeinsamer Teams zur Brandbekämpfung und den Austausch von Spezialisten. (The Mongol Messenger, 5.4.00) Waffenimporte gestoppt. Die Staatssicherheitsbehörde hat den Import von Waffen und Munition vorerst untersagt. Die Einfuhr von Feuerwaffen ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen. Nach Auffassung des Ministeriums für Natur- und Umweltschutz werden für die Jagd allenfalls 700.000 Schuss Munition benötigt; 1998 wurden hingegen 35 Millionen und 1999 immerhin noch 17 Millionen Schuss aus dem Ausland importiert. (The Mongol Messenger, 5.4.00) Bat-Uul unter Verdacht. Im Verlauf der anhaltenden Ermittlungen um die Hintergründe des Mords an dem Politiker S. Zorig im Oktober 1998 ist nun auch der prominente Vertreter der Demokratischen Partei, Bat-Uul, in den Kreis derer geraten, die in dem Verdacht stehen, mit dem Mordfall etwas zu tun zu haben. Bat-Uul, der zu den Protagonisten der Demokratiebewegung in der Mongolei zählte und im vergangenen Jahr während der Regierungskrise als aussichtsreicher Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten gehandelt wurde, bezeichnete den Verdacht als grundlos und machte die mongolische Presse für die gegen ihn eingeleiteten Ermittlungen verantwortlich. (The Mongol Messenger, 19.4.00) Mongolische Beteiligung an der Olympiade 2000. Dreizehn mongolische Athleten wollen an der diesjährigen Sommer-Olympiade in Sydney (Australien) teilnehmen. Sie sollen in den Sparten Freistilringen, Judo, Schießen, Boxen und Schwimmen antreten. Die Zustimmung des IOC zu den angemeldeten Sportlern steht noch aus. (The Mongol Messenger 19.4.00) Mongolei wurde APEC-Mitglied. Als 25. Mitgliedsland wurde die Mongolei in den Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsrat (APEC) aufgenommen. Das Land hatte sich seit 1998 um die Aufnahme in die renommierte Organisation bemüht. (The Mongol Messenger 26.4.00)
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