Mongolische
Chronik |
||||||||||||||||||||||||||||
|
Ex-Kommunisten
gewannen Kommunalwahlen mit deutlichem Vorsprung. Drei
Monate nach ihrem Erdrutschsieg bei der Parlamentswahl konnten die
Ex-Kommunisten am 1. Oktober 2000 auch die Kommunalwahlen klar für sich
entscheiden. Die Mongolische Revolutionäre Volkspartei (MRVP) errang 552
der insgesamt 695 Sitze in den Provinzparlamenten und im Stadtparlament
von Ulanbataar. Ministerpräsident Nambariin Enkhbayar bezeichnete den Sieg als Beweis für die breite Zustimmung des Volkes zur Politik der neuen Regierung. (Reuters, engl. 02.10.2000) Solartechnik aus Deutschland soll mehr Mongolen mit Strom versorgen. Im Auftrag des in Frankfurt am Main ansässigen Zentrums für internationale Migration und Entwicklung ist ein auf zwei Jahre angelegtes Solarprojekt in der Mongolei gestartet worden. Die Mongolei ist vier mal so groß wie Deutschland und zählt nur 2,4 Millionen Einwohner; mindestens 200.000 Familien können jedoch in den nächsten zehn Jahren nicht an ein Stromnetz angeschlossen werden. Die einfach zu bedienenden, mobilen Solarsysteme seien deshalb ganz und gar auf die nomadisierenden Viehzüchter zugeschnitten, meinte der Projektbetreuer Alfred Reich vor Ort. Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der kleinen einheimischen Fabrik „ Monmar" durchgeführt. Im Gegensatz zu dem neuen mobilen Modell aus Deutschland waren die früheren Solarsysteme für den stationären Betrieb bestimmt und wurden aus China, Korea und anderen Staaten importiert. In Leistung und Lebensdauer blieben sie jedoch hinter den Erwartungen der Verbraucher weit zurück. (dpa, 01.11.2000) Deutsche Regierung kündigt weitere Unterstützung für Managerausbildung an. Bis Ende 2002 sollen weitere 4,2 Millionen DM für das Ausbildungsprogramm für Wirtschaftsmanager aus den ehemaligen Ostblockstaaten bereitgestellt werden, teilte ein Regierungssprecher am 3. November 2000 in Berlin mit. Ziel des Programms ist es, die Marktwirtschaft in den ehemaligen Ostblockstaaten zu fördern. Die bereits abgeschlossenen Ausbildungskurse zwischen 1992 und 1999 könnten als großer Erfolg bezeichnet werden, meinte ein Vertreter der Carl Duisburg Gesellschaft. In den vergangenen sieben Jahren hat das Programm insgesamt 5,7 Millionen DM gekostet. Die Mongolei gehört zu den Teilnehmerländern. (Mongoliathisweek, engl. 4.-6.11.2000) "Zud" kommt vorzeitig. Die Schneekatastrophe "Zud" brach dieses Jahr früher als erwartet über das Land herein. Die entsprechenden Vorbereitungen für den Winter seien nur zu 70% getroffen worden, teilte der Minister für Lebensmittel und Landwirtschaft, Nasanjargal, in Ulanbataar mit. Die Provinzen Gobi Altai, Zavkhan und Uvs, der westliche Teil der Provinz Huvsgul und das nördliche Gebiet der Provinz Uvurkhangai waren bereits Ende Oktober von einer bis zu 22 cm dicken Schneeschicht bedeckt. Verschiedene japanische Organisationen sagten unterdessen Hilfe mit Lebensmitteln und Medikamenten im Wert von 10 Millionen US Dollar zu. (Mongoliathisweek, engl. 07.11.2000) Russlands Präsident Wladimir Putin zu Besuch in der Mongolei. Russland und die Mongolei wollen ihre nach dem Ende der Sowjetunion eingeschlafenen Beziehungen wiederbeleben. Dies vereinbarten der russische Staatschef Wladimir Putin und der mongolische Präsident Natsagiin Bagabandi bei einem Treffen in Ulanbataar. Beide Seiten wollen sich für eine multipolare Welt einsetzen und keine Allianz eingehen, die den Interessen des jeweils anderen Landes widersprechen könnte. Die Mongolei unterstützt Russland bei der Ablehnung der US-Pläne für ein Raketenabwehrsystem. Putin war der ranghöchste Besucher aus Moskau seit 26 Jahren. Bei seinen Gesprächen plädierte der Kreml-Chef für eine Intensivierung der bilateralen Beziehungen. Der Handel zwischen beiden Ländern ist im vergangenen Jahrzehnt um ein Fünftel zurückgegangen. Bevor die Mongolei 1990 demokratische und wirtschaftliche Reformen einleitete, galt das Land als Satellitenstaat der früheren Sowjetunion. (Mongoliathisweek, 17.11.2001) US–Botschafter warnt vor einem "ständigen Bettlerstatus" der Mongolei. Die Zukunft der Mongolei könnte durch einen „ ständigen Bettlerstatus" gegenüber ihren internationalen Freunden und Geberländern gekennzeichnet sein, wenn das Land nicht einen gesunden Weg einschlage, der zum Wohlstand führe, sagte der scheidende US Botschafter Alphonse La Porta bei einem Treffen mit der mongolisch–amerikanischen Freundschaftsgruppe der Parlamentarier in der Mongolei. La Porta warnte die mongolische Führung vor zu viel Abhängigkeit von den Geberländern. Dies könnte dazu führen, dass das Land für ausländische Investoren unattraktiv werde. Seiner Einschätzung nach seien aufgrund des unzureichend umgesetzten Privatisierungsprozesses und des sich verschlechternden Wirtschaftsklimas Auslandsinvestitionen in Höhe von ca. einer Milliarde US-Dollar nicht getätigt worden. Als Nachfolger von La Porta übernimmt John Dinger den Chefposten in Ulanbataar. Zuvor arbeitete er in der US-Botschaft in Tokio.(Mongoliathisweek, 23.11.2000) Die Hälfte der mongolischen Bevölkerung lebt in Jurten. Fast ein Drittel der mongolischen Bevölkerung lebt in der Hauptstadt Ulanbataar. Gleichzeitig wohnt mehr als die Hälfte der Bevölkerung in traditionellen Jurten. Das ist eines der Ergebnisse der Volkszählung, die im Januar 2000 durchgeführt wurde. Die Einwohnerzahl ist gegenüber der letzten Volkszählung von 1989 um 16.1% auf 2,37 Millionen gestiegen. Die durchschnittliche Bevölkerungsdichte beträgt nur 1,52 pro Quadratkilometer. 2,2% der Bevölkerung sind Analphabeten. Die Beschäftigungsrate in den Städten beträgt 37,2% für Frauen und 44,5% für Männer. Die erste offizielle Volkszählung fand im Jahr 1918 statt, damals hatte die Mongolei nur 647.500 Einwohner. (Reuters, engl. 08.12.2000) Mongolei-Gesellschaft beim Bonner Auftakt zum UNO-Jahr der Freiwilligen. Auf Einladung der Stadt Bonn beteiligte sich die Deutsch-Mongolische Gesellschaft am 5. Dezember 2000 mit einem eigenen Informationsstand an der offiziellen Auftaktveranstaltung zum „Internationalen Jahr der Freiwilligen" im ehemaligen Bundestagsgebäude, das heute als Internationales Kongresszentrum der Stadt Bonn dient. Neben dem Festtakt und der Eröffnung durch Bundespräsident Johannes Rau und Familienministerin Christine Bergmann präsentieren sich viele in Bonn beheimatete ehrenamtlich tätige Vereine auf einem „Markt der Möglichkeiten" im Foyer des früheren Bundeshauses. Über Mongolei-Aktivtäten konnten sich die zahlreichen Besucher der Veranstaltung ferner am Stand des "Kinder- und Jugendrings Bonn" informieren, den das Vorstandsmitglied Frank Voßen betreute. (Info Doris Götting, 7.12.2000) Auszeichnung für Prof. Lüttmann. Der mongolischen Botschafter B. Bayarsaikhan verlieh im Auftrag des Ministriums für Bildung und Kultur in Ulanbataar dem Musikwissenschaftler und Mitglied der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft, Professor Reinhard Lüttmann (Niedernhausen), am 13. Dezember die Medaille „ Vorbildlicher Mitarbeiter auf dem Gebiet der Kultur". Mit dieser Auszeichnung wurden Lüttmanns Verdienste für den Aufbau einer modernen Musikerziehung in der Mongolei gewürdigt. Seit 1996 betreut Lüttmann in Ulanbataar ein Projekt, mit dem die Ausbildung an der dortigen Staatlichen Musikhochschule europäischen Anforderungen angepasst werden soll. Im Rahmen dieses Projekts erarbeitete er gemeinsam mit mongolischen Kollegen eine neue Studien- und Prüfungsordnung. Im Interesse der Schaffung einer breiten Basis der Musikerziehung wurde das Projekt inzwischen um musikpädagogische Konzepte für Kinder im Schul- und Vorschulalter sowie für die Lehrerausbildungen erweitert. Dank des Einsatzes von Professor Lüttmann und seiner Frau Sybille konnten außerdem zahlreiche Instrumente für den Elementarunterricht gespendet werden. Neben Ulanbataar besitzt inzwischen auch die Stadt Darchan eine Musikschule. (Idsteiner Zeitung, 14.12.2000) Papst erteilt Weihnachtssegen auch auf Mongolisch. In seiner Weihnachtsbotschaft, die am 25. Dezember 2000 in 69 Sprachen im Vatikan gehalten wurde, sprach Papst Johannes Paul II erstmals auch auf Mongolisch. Seit der Demokratisierung in den 90er Jahren bekennen sich immer mehr Mongolen zum christlichen Glauben. Landesweit wurden auch zahlreiche neue Kirchen eingeweiht. (Info Dayan Borjiget) Mongole wurde Opfer rechter Gewalt. Zu Weihnachten überfielen vier Rechtsextremisten in Guben einen asiatisch aussehenden Jugendlichen und dessen Begleiter. Einer der Angreifer verletzte den in der Mongolei geboren und in Guben aufgewachsenen 20-jährigen Studenten mit einem Messer in den Rücken. Ein anderer rechtsextremer Gewalttäter war erst vor wenigen Wochen im Prozess um die tödliche Gubener Hetzjagd auf einen algerischen Asylbewerber zu gemeinnütziger Arbeit verurteilt worden. Zuvor hatte es innerhalb von zehn Tage zwei schwere Übergriffe in der Region gegeben. (AP, 26.12.2000) Neue Demokratische Partei in der Mongolei. Als Konsequenz aus ihren verheerenden Niederlagen bei den Parlaments- und Kommunalwahlen haben sich die Nationaldemokraten, die Sozialdemokraten und vier kleinere Oppositionsparteien zu einer Partei zusammengeschlossen. Die neue Partei unter dem Namen Demokratische Partei wurde Ende Dezember offiziell zugelassen. Der Vorsitzende D. Dorligjav kündigte an, die Partei wolle versuchen, die Bedürfnisse der Bevölkerung mit den Anforderungen der Globalisierung in Einklang zu bringen. Ex-Ministerpräsident Enkhsaikhan erklärte, die neue Partei werde sich weder von linken, noch von rechten Ideologien leiten lassen. Es ginge darum, die Unabhängigkeit und Souveränität der Mongolei zu konsolidieren sowie die Grundlagen für eine starke Wirtschaft und eine offene Gesellschaft zu schaffen. Beobachter in Ulanbataar spekulierten darüber, ob Enkhsaikhan für die neue Partei als Kandidat bei den im Frühjahr 2001 geplanten Präsidentschaftswahlen ins Rennen gehen könnte. Mitglied der Demokratischen Partei wurde auch P. Ochirbat, der ehemalige Staatspräsident der Mongolei. (Mongoliathisweek, 28.12.2000) Verschärfte Kontrolle über die Medien? Vor dem Hintergrund der heftigen öffentlichen Reaktionen, die die strenge Überwachung der Medien durch die MRVP-Regierung seit September ausgelöst hat, bereitet das Ministerium für Justiz und Inneres unter Beteiligung von mongolischen Journalisten- und Verleger-Organisationen einen Gesetzentwurf zur Gründung eines Presserates vor, der als eine Art Aufsichtsgremium für die Medien dienen soll. Dem Entwurf zufolge soll der Presserat damit beauftragt werden, die Zeitungen und elektronische Medien permanent zu beobachten und im Fall von Auseinandersetzungen über Nachrichten-Material zu intervenieren. Bei Verstößen gegen die "Berufs-Ethik" können gegen Verleger und Journalisten Strafmaßnahmen, darunter auch ein zeitweiliges Verbot jeglicher Medienaktivität, verhängt werden. Medien-Beobachter sagten dazu in der mongolischen Hauptstadt, der Entwurf müsse noch gründlich überarbeitet werden, bevor er Gesetz werden könne. Der geplante Presserat stünde unter strikter Kontrolle des Innen- und Justizministeriums. (Mongoliathisweek, engl. 28.12.2000) Energiepreise wurden erhöht. Aufgrund eines Erlasses des Ministeriums für Energie wurden die Preise für Elektrizität und Heizung zum 15. Dezember 2000 um 14.2% und 35.7% erhöht. Privathaushalte sollen demnach nun 51,75 Tg statt wie bisher 39,55 Tg pro Kw/St. für Strom und 184 Tg statt 73,43 Tg Heizkosten pro Quadratmeter bezahlen. Die Kosten für warmes Wasser stiegen von 123,17 Tg auf 460 Tg an. (Mongoliathisweek, engl. 28.12.2000) Dalai Lama wendet sich gegen Missionierung in der Mongolei. Das Oberhaupt der tibetischen Buddhisten sagte der Genfer Internet-Zeitung «dimanche.ch», er erwarte, dass es im 21. Jahrhundert bei der Religionszugehörigkeit «keine großen Veränderungen» geben werde. Die Christen würden Christen bleiben, die Buddhisten Buddhisten. «Versuchen wir nicht, einander zu bekehren», appellierte der Dalai Lama. Er beklagte die zunehmende Arbeit christlicher Missionare in der Mongolei, in Tibet und in Indien, wo zahlreiche Menschen zum Christentum bekehrt würden. Dies sei «eine Art Krieg gegen die Völker und Kulturen», so der Dalai Lama. Er sprach von einer großen Übereinstimmung der buddhistischen Lehre mit dem Christentum. Personen wie der heilige Franz von Assisi oder Mutter Teresa von Kalkutta seien auch für Buddhisten Vorbilder. Der Geistliche wandte sich ferner gegen das Klonen, weil der Mensch nicht das Recht zu solchen Eingriffen habe. Abtreibung bezeichnete er als eine Form der Gewalt, die es zu vermeiden gelte. Homosexualität gelte im Buddhismus als «schlechtes sexuelles Verhalten». Ausdrücklich wandte sich der Dalai Lama «gegen den Buddhismus als Modeerscheinung». Wer aus einer christlichen Kultur stamme, solle sich an die Werte seiner Tradition halten. Nur wer nach langer und reiflicher Überlegung glaube, dass ihn der Buddhismus weiter bringe als das Christentum, könne Buddhist werden. ( KNA, 31.12.2000) Eisige Kälte in der Mongolei - 387 Millionen Mark Soforthilfe. Wegen eisiger Kälte waren in der Mongolei zum Jahresbeginn 2001 12,5 Millionen Nutztiere vom Tod bedroht. Tausende Tierkadaver seien in nur einer Woche entdeckt worden, berichtete die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften Anfang Januar in Genf. Zudem litten viele Menschen an Erfrierungen. Die Föderation stellte deshalb 200 Millionen Euro (387 Millionen DM) als Soforthilfe bereit. Die Herden sind die Lebensgrundlage der Familien. Ihr Verlust würde rund 250.000 Nomadenfamilien ins Elend stürzen. Seit November sind viele Dorfbewohner und Nomadenfamilien von der Außenwelt abgeschnitten. Das Mongolische Rote Kreuz versuchte, die Menschen mit Nahrungsmitteln und Bekleidung zu versorgen. Zudem wurden Hilfsgüter auf dem Weg in den äußersten Osten des Landes gebracht. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Rote Kreuz Hilfsgelder in Millionen-Höhe zur Unterstützung der mongolischen Viehzüchter zur Verfügung gestellt. Viele Familien hatten damals in dem äußerst kalten Winter und der anschließenden Dürre alle Tiere verloren. (dpa, 11.01.2001) UN-Organisation nimmt Mongolei in „Welt-Hunger-Karte" auf. Das Welternährungs-Programm der Vereinten Nationen (WFP) hat in New York erklärt, die Mongolei sei eines von vier Ländern in Asien, in denen Hunger als Folge von Armut zum Problem geworden sei. Unter- und Fehlernährung könne man vor allem bei Kindern und Frauen beobachten. Neben der Mongolei gebe es in Asien Hunger vor allem in Bangladesch, Nordkorea und Kambodscha. (Mongoliathisweek, 12.01.2001) Neun Tote bei UN-Hubschrauberabsturz in Mongolei - Deutsche getötet. Beim Absturz eines Hubschraubers mit UN-Mitarbeitern in der Mongolei sind neun Insassen ums Leben gekommen, darunter eine deutsche UN-Repräsentantin aus Genf. Das Team habe die Auswirkungen der Schneekatastrophe in der Mongolei für die geplante internationale Hilfsaktion ermitteln wollen, berichtete das Büro der UN-Entwicklungsorganisation (UNDP) in Ulanbataar. UN-Generalsekretär Kofi Annan äußerte sich in New York zutiefst betroffen und sprach den Familien der Opfer sein Beileid aus. Das Unglück ereignete sich in einer abgelegenen Gegend nahe Malchin in der Provinz Uvs, 1 000 Kilometer nordwestlich von Ulanbataar. Der Hubschrauber des russischen Typs MI 8 war mit 23 Menschen an Bord bei einem Landeversuch aus etwa 50 Meter auf den Boden gestürzt und fing Feuer. Unter den Toten waren fünf Ausländer, außer der Deutschen Sabina Metzner-Strack auch ein Amerikaner, ein Brite und zwei Japaner. Sabina Metzner-Strack gehörte dem Büro für die Koordination Humanitärer Angelegenheiten (OCHA) in Genf an. Sie war verheiratet und hinterlässt zwei junge Töchter. Das UN-Team hatte einen Besuch der Nothilfe-Koordinatorin Carolyn McAskie in der Mongolei vorbereiten wollen. (dpa, 15.01.2001) Rotes Kreuz: Frost in der Inneren Mongolei fordert viele Todesopfer. Der kälteste Winter seit 50 Jahren in der Inneren Mongolei hat nach Angaben des Roten Kreuzes bis Mitte Januar 39 Menschenleben gefordert. Außerdem seien 220.000 Herdentiere verendet, teilte die Internationale Rotkreuz-Föderation in Genf mit. Ohne Hilfe von außen würden noch mehr Hirten in der mongolischen Autonomen Region erfrieren oder verhungern. Die Föderation appellierte an die internationale Gemeinschaft, umgerechnet 3,8 Millionen Mark zur Verfügung zu stellen, um das Überleben von 60.000 Nomaden bis zum Ende des Winter in drei bis vier Monaten zu sichern. Die Nomaden-Familien brauchen den Angaben zufolge vor allem Nahrungsmittel, Decken und Kohle. Während sie normalerweise mit Tierdung heizen, hätten sie nach dem Verlust der Herden kein Material zum Kochen und Wärmen. Viele Tiere überlebten Frost und Schneestürme nicht, weil sie noch von der Dürre des vergangenen Sommers geschwächt seien. Die Nomaden haben laut Rotem Kreuz aufgrund ihrer Lebensweise so gut wie keine Reserven an Lebensmitteln und Heizmaterial, sondern seien vollständig auf die tägliche Nutzung ihrer Tiere angewiesen. Am schlimmsten betroffen ist der Schilingol Aimag an den Grenzen zur Repulik Mongolei. (epd, 25.01.2001) Magdeburger Verein will Kontakt zwischen Deutschen und Mongolen verstärken. Der Verein zur Förderung der Mongolischen Kultur in Deutschland ludt Ende Januar zur Feier des mongolischen Neujahrsfestes «Zagaan sar» in das Magdeburger «Eine Welt Haus» ein. Ziel sei es gewesen, die Kontakte zwischen Deutschen und Mongolen zu fördern, teilte der Verein in Barleben bei Magdeburg mit. Mit seiner Arbeit will der 1999 gegründete Verein nach Angaben seines Vorsitzenden Dieter Böhm einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten und ein Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit setzen. In Sachsen-Anhalt leben rund 1.000 Mongolen, bundesweit sind es ca. 10.000. Etwa die Hälfte von ihnen kam als Vertragsarbeiter in die ehemalige DDR. (epd, 24.01.2001)
Deutsch-Mongolische Gesellschaft e.V. Bankverbindung: Konto Nr.
87700 Copyright ©
1997-2009
Deutsch-Mongolische Gesellschaft e.V. & Frank Voßen |