Mongolische
Chronik |
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Viele neue Tempel und Kirchen seit der Wende. In den letzten zehn Jahren wurden in der Mongolei 260 neue Tempel und Kirchen eingerichtet, davon wurden 150 offiziell durch das Justizministerium registriert. Von diesen 150 gehören 90 der buddhistischen Glaubenslehre an, 40 sind christliche Kirchen.(Montsame News, engl. 9.5.00) Konferenz zu „Menschlicher Sicherheit" in Ulaanbaatar. Als erstes Land der Welt lud die Mongolei zu einem internationalen „Workshop über Menschliche Sicherheit" ein. Die Konferenz, die vom mongolischen Außenministerin, dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen und einer Reihe von Stiftungen gefördert wurde, beschäftigte sich mit allen Aspekten menschlicher Sicherheit, darunter Probleme der Ernährung, Umwelt, Wirtschaft, Sozialpolitik und Ausbildung. Die Konferenz geht zurück auf eine Initiative des früheren mongolischen Staatspräsidenten Otschirbat. UN-Generalsekretär Kofi Annan würdigte den Workshop in einer Grußbotschaft an die Teilnehmer und wies darauf hin, dass die Diskussionen von großem Interesse für viele Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen seien. (Mongoliathisweek - Online-Newspaper, 12.-18.5.00) Armeeführung besorgt über mangelnde Bildung bei Rekruten. In den mongolischen Streitkräften wächst die Sorge über den Bildungsgrad des Nachwuchses. Da immer mehr junge Mongolen die Schule bereits nach 8 Jahren verlassen, fürchtet die Armeeführung, dass das Ausbildungsniveau in der Truppe sinkt. Es werde immer schwerer, qualifizierte junge Leute für den Dienst in der Armee zu finden. Darauf verwiesen Offiziere in Ulaanbaatar vor dem Hintergrund der laufenden Einberufungskampagne. (Mongoliathisweek - Online-Newspaper, 12.-18.5.00) TACIS-Pilot-Projekt in der Mongolei. Im Rahmen von TACIS, dem Unterstützungsprogramm für die Nachfolgestaaten der Sowjetunion und die Mongolei, hat die Europäische Union ein Pilot-Projekt gestartet, das Kleinunternehmen mit Krediten fördern soll. Das Projekt SMEMON-9801 dient der Stärkung des privaten Wirtschaftssektors in der Mongolei und soll im Falle eines Erfolges auch auf die ehemaligen Sowjetrepubliken ausgedehnt werden. Das TACIS-Projekt hat ein Volumen von 250.000 Euro und ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. Mongolische Unternehmen sollen Kredite in Höhe von 2.500 bis 25.000 Euro mit einer maximalen Laufzeit von zwei Jahren erhalten können. Damit soll eine Anschubfinanzierung für kleine Betriebe sichergestellt werden. Vor allem das export-orientierte Gewerbe soll davon profitieren. (Mongoliathisweek - Online-Newspaper 19.-25.5.00) Sorge vor zu großer Abhängigkeit von China. Für die Mongolei wird China als Handelspartner immer wichtiger. Die mongolische Außenhandelsstatistik weist aus, dass in den ersten drei Monaten dieses Jahres 100 Prozent der mongolischen Kupferförderung nach China exportiert wurde. Auch die Exporte von Roh-Kaschmir gehen inzwischen in erster Linie in die Volksrepublik. Zugleich vergrößerte sich die Abhängigkeit der Mongolei von Importen aus China. 100 Prozent der Reis-Einfuhren, 99 Prozent des importierten Gemüses und 80 Prozent aller Früchte kamen 1999 aus China. Hinzu kommt der sogenannte „Kofferhandel": Fast 400.000 Mongolen reisten 1999 in die Volksrepublik, um Waren einzukaufen, die sie anschließend in der Mongolei weiter verkauften. Wirtschaftsexperten in Ulaanbaatar warnen vor diesem Hintergrund vor einer zu großen Abhängigkeit von China. Hinzu kommt, dass die landwirtschaftlichen Nutzflächen in der Mongolei in den vergangenen zehn Jahren stetig geschrumpft sind und damit vermehrt Agrarerzeugnisse importiert werden müssen. (Mongoliathisweek - Online-Newspaper 26.5.-1.6.00) Europa-Reise führte Bagabandi auch nach Deutschland. Deutschland, Bulgarien, Italien und eine Audienz beim Papst - das waren die Stationen einer zehntägigen Europareise des mongolischen Staatspräsidenten N. Bagabandi. In Berlin sprachen Bagabandi und Bundespräsident Rau sich für eine Vertiefung der kulturellen Beziehungen aus. Beide Politiker hoben in diesem Zusammenhang ausdrücklich die Bedeutung des deutsch-mongolischen Archäologie-Projekts in Karakorum hervor (siehe dazu den Artikel von Hans-Georg Hüttel in diesem Heft). Präsident Bagabandi nahm auch an der Eröffnung der Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover teil. Anschließend reiste er weiter nach Italien, wo er in Rom mit Papst Johannes Paul II. zusammentraf. Der Papst überreichte seinem Gast eine Spende in Höhe von 200.000 Dollar, die den Opfern der Schneesturm-Katastrophe im vergangenen Frühjahr zugute kommen soll. Johannes Paul und Bagabandi würdigten in ihrem Gespräch, an dem auch Lama Terjaan Rimpoche, das Oberhaupt der buddhistischen Kirche in Europa, teilnahm, die Bedeutung von Marco Polo und Piano Carpini. Der Vatikan und die Mongolei erwägen ein gemeinsames historisches Forschungsprojekt, das die Beziehungen zwischen Päpsten und mongolischen Herrschern im Mittelalter aufarbeiten soll. Bei seinen Gesprächen in Rom erhielt Bagabandi überdies die Zusage der italienischen Regierung, den mongolischen Gesundheitssektor und Projekte zur sozialen Sicherheit finanziell zu unterstützen. Auch die ökonomische und technische Zusammenarbeit wollen beide Länder intensivieren. In Sofia, der letzten Station seiner Europa-Reise, würdigten Bagabandi und seine bulgarischen Gastgeber die bilateralen Beziehungen. Vor 50 Jahren hatten Bulgarien und die Mongolei diplomatische Beziehungen aufgenommen. (Mongoliathisweek - Online-Newspaper, 9.-15.6.00) Erdrutschsieg der Ex-Kommunisten bei Parlamentswahlen. Die Mongolische Revolutionäre Volkspartei (MRVP) hat die Parlamentswahlen vom 2.Juli mit überwältigender Mehrheit gewonnen. Die ehemalige kommunistische Partei errang 72 der 76 Parlamentssitze. Je ein Mandat ging an die Partei für Zivilcourage, die Mongolische Nationaldemokratische Partei und die Mutterland-Mongolische Demokratische Neue Sozialistische Partei. Darüber hinaus zog ein unabhängiger Geschäftsmann in den Staatshural ein. Einen Sitz für die Nationaldemokratische Partei gewann der frühere Ministerpräsident Narantsatsralt. „Das Parlament ist ein Machtorgan ohne Opposition geworden", erklärte der bisherige Parlamentssprecher Gontschigdortsch anlässlich der Vereidigung der Abgeordneten in der ersten Sitzung des neuen Parlaments am 19.Juli. Zum Sprecher des Parlaments wurde ohne Aussprache der 53-jährige Ingenieur und MRVP-Politiker L. Enebisch gewählt. Enebisch war früher Bürgermeister von Ulaanbaatar und hatte 1992 das Amt des stellvertretenden Ministerpräsidenten inne. Politische Beobachter in Ulaanbaatar warnten nach den Wahlen, Hardliner in der MRVP könnten die Übermacht im Parlament dazu nutzen, den Privatisierungsprozess zu verlangsamen und politische und gesellschaftliche Freiheiten einzuschränken. (Reuters engl., 4.7.00 u.19.7.00, siehe dazu auch die Analyse von Peter Gluchowski in diesem Heft) MRVP-Chef Enkhbayar neuer Ministerpräsident. Mit breiter Mehrheit hat das mongolische Parlament am 26.Juli den Chef der MRVP, Nambariin Enkhbayar, zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. 67 von 70 anwesenden Abgeordneten stimmten für Enkhbayar, 3 enthielten sich der Stimme. Der 42-Jährige gilt innerhalb der MRVP als moderater Reformer und sagt von sich selbst , er sympathisiere mit den politischen Ideen von Großbritanniens Premierminister Tony Blair. Die Abstimmung über den Regierungschef hatte sich um etwa eine Woche verzögert, da Staatspräsident Bagabandi sich zunächst weigerte, die Kandidatur Enkhbayars zu akzeptieren. Als Grund für die Verzögerung machte Bagabandi geltend, zunächst müsse ein Verfassungsstreit über das Prozedere bei der Wahl des Ministerpräsidenten geklärt werden. Politische Beobachter in Ulaanbaatar meinten jedoch, innerhalb der MRVP habe es um den Posten des Regierungschefs Konflikte zwischen kommunistischen Hardlinern und reform-orientierten Kräften gegeben. (Reuters, engl. 26.7.00, siehe auch Porträt und Interview in diesem Heft) Immer mehr Touristen reisen in die Mongolei. Trotz der verheeren Schneestürme und des Ausbruchs der Maul-und-Klauen-Seuche im vergangenen Frühjahr sind in diesem Jahr weit aus mehr Touristen als erwartet gekommen. Die meisten der großen Tourismus-Unternehmer zogen im Sommer eine zufriedene Zwischenbilanz. P. Baasanjargal von der Terelj Tourism Company erklärte gegenüber „Mongoliathisweek", sein Unternehmen habe 9.000 Touristen in diesem Jahr begrüßen können. Durch verstärkte Internet-Aktivitäten wollen die mongolischen Reiseveranstalter in den kommenden Jahren noch mehr Kunden gewinnen. (Mongoliathisweek - Online-Newspaper, 3.8.00) Präsident stimmt neuer Kabinettsstruktur zu. Staatspräsident Bagabandi hat die Kabinettsreform von Ministerpräsident Enkhbayar gebilligt. Danach wird die Regierung künftig aus 11 Ministern (Justiz und Inneres, Auswärtige Angelegenheiten, Verteidigung, Finanzen und Wirtschaft, Handel und Industrie, Ernährung und Landwirtschaft, Natur und Umwelt, Infrastruktur-Entwicklung, Arbeit und Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und Erziehung) sowie einem Minister ohne Portefeuille bestehen. Der Minister ohne Geschäftsbereich wird für die Regierungsverwaltung zuständig sein. Das staatliche Mongolische Fernsehen und Radio, das Komitee für Staatseigentum, Inlands- und Auslandsgeheimdienst sowie ökonomische Planungsorganisationen werden direkt dem Ministerpräsidenten zugeordnet. Die Stellung der Berater des Regierungschefs innerhalb des Kabinetts soll gestärkt werden. Einige Parlamentsabgeordnete der MRVP beklagten, sie hätten von der Kabinettsreform „erst im Radio erfahren" und seien im Vorfeld nicht konsultiert worden. (Mongoliathisweek - Online-Newspaper, 5.-7.8.00) Pipeline-Pläne hängen in der Luft. Seit dem
Besuch von Präsident Putin im Juli in Peking ist klar, dass eine Öl- und
Gas-Pipeline von Russland nach China gebaut werden soll. Doch noch ist
nicht sicher, ob diese Pipeline über mongolische Territorium führt.
Während Moskau diese Routenführung anstrebt, wie der russische
Botschafter in Ulaanbaatar noch einmal bestätigte, ist China offenbar
bestrebt, die Mongolei bei dem Projekt außen vor zu halten. Ein Sprecher
der chinesischen Botschaft in Ulaanbaatar bestätigte gegenüber der
Internet-Zeitung Mongoliathisweek, das die Regierung in Peking
gegenwärtig eine Trassenführung untersuchen lasse, die die Mongolei im
Osten umgehe. Damit würden Ulaanbaatar nicht nur die Chance zur
Beschäftigung von hunderten mongolischer Bauarbeiter entgehen, sondern
auch erhebliche Transitgebühren. Mongolei will Anschluss an Globalisierung nicht verpassen. Die amtierende mongolische Außenministerin N. Tuja hat auf dem Regionalen Forum der ASEAN-Außenminister Ende Juli in Bangkok um Unterstützung gebeten, damit ihr Land nicht den Anschluss an die Globalisierung verliere. Für Entwicklungsländer wie die Mongolei sei es schwierig, im rasanten Prozess der Globalisierung Schritt zu halten, sagte die Ministerin.(Mongoliathisweek - Online-Newspaper, 5.-7.8.00) Umweltverschmutzung in Ulaanbaatar: Bedrohung der nationalen Sicherheit. Der Nationale Sicherheitsrat der Mongolei hat den Bürgermeister von Ulaanbaatar aufgefordert, dringliche Maßnahmen zur Bekämpfung der Umweltverschmutzung und zugleich zur Begrenzung der Zuwanderung in die Hauptstadt zu ergreifen. In einem Memorandum wird darauf hingewiesen, dass sich die gesundheitliche Situation in Ulaanbaatar rasant verschlechtert habe durch die Zunahme von Verschmutzungen in Luft, Wasser und Boden. Der Fluß Tuul sei inzwischen das am meisten belastete Gewässer im Land. Wilde Mülldeponien in den Wohngebieten der Stadt gefährdeten darüber hinaus die Gesundheit der Menschen. Nach Angaben des Umweltamtes in Ulaanbaatar sind inzwischen 60 Prozent des Bodens belastet. Eine wichtige Rolle spiele dabei das rasche Wachstum der Bevölkerung. (Mongoliathisweek - Online-Newspaper, 5.-7.8.00) UN-Menschenrechtskommissarin will Situation in Gefängnissen verbessern. Bei einem Mongolei-Besuch hat die Menschenrechtsbeauftragte der Vereinten Nationen, Mary Robinson, zugesagt, sie wolle Geldmittel auftreiben, um die Bedingungen in Haftanstalten und Untersuchungsgefängnissen zu verbessern. Die Ausbildung des Personals und die Lebensumstände der Gefängnisinsassen müssten verbessert werden. Frau Robinson würdigte außerdem in einer Pressekonferenz die Bemühungen der Mongolei zur Einhaltung der Menschenrechte und den friedlichen Transformationsprozess der vergangenen zehn Jahre. (Mongoliathisweek - Online-Newspaper, 12.-14.8.00) Kritik am Komitee für Staatseigentum. Eine Überprüfung der Arbeit des Komitees für Staatseigentum, das insbesondere für die Privatisierung der Staatsbetriebe zuständig ist, hat zahlreiche Kritikpunkte offengelegt. Nach dem Bericht einer Prüfungskommission im Auftrag der Regierung soll das Komitee in zahlreichen Fällen Betriebe unter Wert verkauft haben. So sollen beispielsweise Anlagen des Gobi Kaschmir Unternehmens viel zu preiswert an private Firmen abgegeben worden seien. Darüber hinaus habe das Komitee zu wenig Steuern aus Privatisierungserlösen an den Staat abgeführt. Mitarbeiter des Komitees sollen sich überdies persönlich bereichert haben. (Mongoliathisweek - Online-Newspaper, 12.-14.8.00) Präsidenten-Veto im Streit um Grenztruppen. Staatspräsident Bagabandi hat sein Veto gegen eine Entscheidung der Regierung eingelegt, die Grenztruppen dem Ministerium für Inneres und Justiz zu unterstellen. Das Veto erfolgte unmittelbar nach einem Besuch von hohen US-Militärs in der mongolischen Hauptstadt. Dem Vernehmen nach soll Washington Bedenken gegen diese Umstrukturierung angemeldet haben. Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Mongolei von zwei riesigen Nachbarn, Russland und China, mit hoch mobilen Streitkräften umgeben ist, drängen die USA offenbar darauf, dass Ulaanbaatar weiterhin speziell ausgerüstete Grenztruppen unterhält, die dem Verteidigungsministerium unterstellt sind. Washington beabsichtigt, der Mongolei militärische Hilfe im Wert von 2 Millionen Dollar zukommen lassen, die vor allem moderne Kommunikationstechnik für die Grenztruppen umfasst. (Mongoliathisweek - Online-Newspaper 22.8.00) Militärische Konsultationen mit Washington. USA und Mongolei wollen künftig jährlich militärische Konsultationen abhalten. Dies ist das Ergebnis eines Besuchs von Vertretern des US-Verteidigungsministeriums in Ulaanbaatar. Mit amerikanischer Hilfe soll die mongolische Armee auf gemeinsame multi-nationale Peace-keeping Operationen vorbereitet werden. Darüber hinaus will Washington Patrouillen-Boote an die Mongolei liefern, die auf einem See im Grenzgebiet zu China eingesetzt werden sollen, wo Chinesen immer wieder illegal fischen. (Mongolia-thisweek - Online-Newspaper, 22.8.00) Haushaltsdefizit soll verringert werden. Das Finanz- und Wirtschaftsministerium hat nach dem Regierungswechsel eine strikte staatliche Ausgabendisziplin angekündigt. Zugleich sollen die Staatseinnahmen erhöht werden, indem Großunternehmen wie beispielsweise das Kupfer-Kombinat in Erdenet und die staatliche Ölgesellschaft zur Zahlung überfälliger Steuerschulden gezwungen werden sollen. Die alte demokratische Koalitionsregierung habe durch eine unverantwortliche Ausgabenpolitik ein riesiges Haushaltsdefizit hinterlassen, kritisierte das Ministerium. (Mongoliathisweek - Online-Newspaper, 26.-28.8.00) Türkische Militärhilfe für Mongolei. Neben anderen NATO-Staaten lieferte auch die Türkei Militärtechnik, damit sich die mongolischen Streitkräfte im September an einem internationalen Manöver in Kasachstan beteiligen konnten. Die Militärhilfe in Höhe von 60.000 US-Dollar umfasste logistische Ausrüstung, um einige Einheiten der mongolischen Armee auf NATO-Standard zu bringen. Waffen wurden nicht geliefert. Zehn mongolische Offiziere erhielten türkischen Sprachunterricht. (Mongoliathisweek - Online-Newspaper, 26.-28.8.00) Neue Leitung für mongolisches Radio und TV. Die Regierung hat dem staatlichen Radio- und Fernsehsender eine neue Leitung verordnet. Ts. Enchbat, Direktor im mongolischen Presse- Institut und einer der Herausgeber von Mongoliathisweek, wurde zum Chef des Mongolischen Fernsehens ernannt. B. Purevdasch, früherer Chefredakteur der Zeitung Onodoor, wurde mit der Leitung des staatlichen Radios betraut. Beide unterstehen künftig B.Ganbold, dem Verleger der Zeitung Zuuny Medee, der zum Gesamtleiter von Mongol TV und Radio berufen wurde. (Mongoliathisweek - Online-Newspaper, 2.-4.9.00) Millionen-Kredite nicht abgerufen. Nach Angaben des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft hat die vorangegangene Regierung Kredite der Asiatischen Entwicklungsbank in Höhe von mehr als 10 Millionen Dollar nicht ausgezahlt bekommen, weil Projekte im Landwirtschaftssektor und im Bereich der sozialen Sicherheit nicht rechtzeitig ausgearbeitet wurden. Darüber hinaus wurden Kredite der japanischen Regierung im Wert von 28 Millionen Dollar zur Förderung der Infrastruktur und des Energiesektors nicht freigegeben, weil es zu Unstimmigkeiten über die Kosten der Projekte gekommen sei. Bei einer Debatte im Ausschusses für Sicherheit und Außenpolitik des Parlamentes wurde gewarnt, internationale Geldgeber könnten in Zukunft skeptischer an neue Projekte in der Mongolei herangehen. (Mongoliathisweek - Online-Newspaper, 2.-4.9.00) Bat-Uul unter Auflagen aus Untersuchungshaft entlassen. Nach 20 Tagen im Untersuchungsgefängnis von Ulaanbaatar ist der frühere Abgeordnete der Nationaldemokratischen Partei, E. Bat-Uul, wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Bat-Uul gilt allerdings weiter als Verdächtiger im Mordfall Zorig. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Ulaanbaatar reichte das belastende Material jedoch nicht aus, um Bat-Uul weiter in Untersuchungshaft festzuhalten. (Mongoliathisweek - Online-Newspaper, 2.-4.9.00) Gesetz soll brain-drain stoppen und Immigration begrenzen. Präsident Bagabandi hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, mit dessen Hilfe die Abwanderung gut ausgebildeter Mongolen ins Ausland gestoppt werden soll. Zugleich soll die Einbürgerung von Ausländern in der Mongolei eingeschränkt werden. Sollte der Gesetzentwurf im Parlament eine Mehrheit finden, könnte künftig ein sogenannter Rat für Immigrationsfragen Richtlinien erlassen, die die Erteilung von Arbeitsgenehmigungen und die Gewährung der mongolischen Staatbürgerschaft an Ausländer regeln. Darüber hinaus soll der Rat ein Konzept entwickeln, wie die Abwanderung qualifizierter Mongolen eingeschränkt werden kann. (Mongoliathisweek - Online-Newspaper, 2.-4.9.00) Chef der Mongolischen Zentralbank abgesetzt. Wegen Amtsmissbrauch und Kompentenz-überschreitung hat das Parlament den bisherigen Präsidenten der staatlichen Mongolbank, J. Unenbat, entlassen. Nachfolger wird der bisherige Vize-Präsident O. Chuluunbat. Das Parlament traf die Entscheidung mit Mehrheit der MRVP-Abgeordneten, lediglich J. Narantsatsralt von der Nationaldemokratischen Partei und ein unabhängiger Abgeordneter stimmten gegen den Beschluss. Unenbat wies alle Vorwürfe zurück und sprach von einer rein politisch motivierten Entscheidung des Parlaments. (Mongoliathisweek - Online-Newspaper, 2.-4.9.00) Sturz in den Tod. Aus Angst vor seiner drohenden Abschiebung ist ein Mongole in Berlin ums Leben gekommen. Der 28-Jährige stürzte nach Angaben der „Antirassistischen Initiative Berlin" aus dem sechsten Stock eines Krankenhauses, als er versuchte, sich mit zusammengeknoteten Bettlaken aus dem Fenster abzuseilen. (Kölner Stadtanzeiger, 9.9.00) Ministerpräsident Enkhbayar entschuldigt sich für kommunistische Verbrechen. Der neue Ministerpräsident Enkhbayar hat sich dafür entschuldigt, dass seine ehemalige kommunistische Partei in den 30-er Jahren nichts unternommen habe, um die stalinistischen Säuberungen, bei denen rund 30.000 Menschen ermordet wurden, zu verhindern. Enkhbayar, dessen MRVP das Land sieben Jahrzehnte lang beherrschte, bat darüber hinaus in einer Rede an die Nation um Entschuldigung für die politische Unterdrückung in den Jahren danach. „Das traurigste Kapitel in der neueren Geschichte des mongolischen Volkes sind die politischen Säuberungen. Und es gibt keine Familie in der Mongolei, über die sich dieser dunkle Schatten nicht gelegt hat", sagte der Regierungschef. „Die heutigen Mitglieder der MRVP bitten um Verzeihung für die MRVP, die schwach und unfähig war, die politischen Säuberungen zu stoppen". Enkhbayar vermied es in seiner Rede, der MRVP die volle Verantwortung zu zuweisen. Stattdessen hob er die geopolitische Lage und den Personenkult um den früheren Parteiführer Choibalsan hervor. (Reuters engl., 12.9.00) Justizminister trifft mongolische Journalisten-Organisationen. In einem Gespräch mit Justiz- und Innenminister Njamdordsch äußerten die beiden großen mongolischen Journalistenorganisation ihre Sorge über mögliche Einschränkungen der Pressefreiheit durch die neue Regierung. Der Minister versicherte, dass unlängst vorgenommene Überprüfungen dazu dienen sollten, die Verbreitung von Pornographie und Gewalt verherrlichenden Darstellungen zu unterbinden Die Regierung würde indes alles tun, um die Pressefreiheit im Dienste der Wahrheit zu schützen. Der Chef der Mongolischen Journalistenunion, Bat-Orschikh, meldete allerdings Zweifel an, ob die Regierung ihr Versprechen, die Pressefreiheit zu wahren, einhalten werde. Er kritisierte, die neue Regierung habe keine Schritte unternommen, um die staatliche Kontrolle über das nationale Fernsehen und den Rundfunk abzuschaffen. Demgegenüber erklärte der Vorsitzende der Mongolischen Freien und Demokratischen Journalistenvereinigung, Daschdondov, eine staatliche Überwachung sei notwendig angesichts weit verbreiteter schlechter Qualität des mongolischen Journalismus. Er sagte, die Medien sollten sich nicht von Politikern und Regierung missbrauchen lassen, sie sollten vielmehr als die Stimme des Volkes auftreten. (Mongoliathisweek - Online-Newspaper, 16.-18.9.00) Deutsch-Mongolische Gesellschaft e.V. Bankverbindung: Konto Nr.
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